Ausgabe 
28.11.1969
 
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ZUR INFORMATION

Landesbühne Rheinland-Pfalz

Die Landesbühne zeigt am Freitag, dem 5. Dezember 1969, in Montabaur das Schauspiel

" TANGO" von Slawomir Mrozek "Tango" , das erste abendfüllende Stück des Polen Slawomir Mrozek, könnte man mit einem Rechenexempel vergleichen, was die Folgerichtigkeit seines Ablaufs an£>etrifft, wenn - und darin liegt der Unterschied - es sich in diesem Stück nicht um Menschen, sondern lediglich um Zahlen handelte.

Die erste Phase: zwei Generationen begegnen sich. Stomil, Eleonore, Eugen, Eugenia undEdek vertreten die alte Generation, Artur, ein 25-jähriger Medizinstudent, die junge. Slawomir Mrozek läßt nun aber nicht, wie man erwarten könn­te, Artur als Fürsprecher einer freieren Lebensweise auftreten, das Gegenteil ist der Fall, Artur ist verbittert darüber, daß die ältere Generation bereits alle Normen und Tabus zerbrochen hat, daß also ein Zustand geschaffen ist, der dem einzelnen erlaubt, in völliger Freiheit zu leben. Artur beschreibt das so: "Seit langer Zeit schon seid ihr .Nonkonformisten, daß schließlich auch die letzte Norm, gegen die man sich em­pören könnte, zu Fall gekommen ist. Für mich habt ihr nichts mehr übriggelassen, nichts! Das Fehlen aller Norm ist zu eurer Norm geworden. So kann ich mich nur noch gegen euch empören, das heißt gegen eure Sittenlosigkeit. "

Die zweite Phase: Artur beschließt, eine neue Ordnung zu errichten. Er will seine Nichte Ala heiraten, um die Sittenlosigkeit zu beenden.

In der dritten Phase muß er jedoch erkennen, daß der Vorwurf, den ihm sein Vater machte, er sei ja bloß ein Formalist, zurecht besteht: Die neue Ordnung, die er ein­führen wollte, ist nämlich nur eine Neuauflage der alten, von der älteren Generation längst beseitigten Ordnung. Als Artur das erkannt hat, verzichtet er darauf, Ala zu heiraten. Seine Ordnung, die er nun errichten will, ist eine Ordnung der Ge­walt: "Wißt ihr, was ich mit euch mache? Ich schaffe ein System, in dem sich der Aufruhr mit der Ordnung, das Nichts­sein mit dem Sein verbindet . ..... Vater, du hast dich im­mer empört, aber dein Aufruhr führt nur zum Chaos.! Schau auf mich! Ist die Herrschaft nicht auch Aufruhr! Aufruhr in der Form der Ordnung. Aufruhr des Oben gegen das Unten, des Hohen gegen das Niedrige. " Was er nicht wissen kann, ist, daß sich seine neue Ordnung gegen ihn selbst richtet. Edek setzt sein Programm in die Tat um: Er erschlägt Artur. Über seine Leiche tanzen Edek und Eugen, der Onkel Arturs, einen Tango. So endet das Stück, dieses Rechenexempel, das von der Annahme ausgeht, die absolute Freiheit sei bereits erreicht und das in seinem Verlauf zeigt, wie man diese Freiheit ver­stehen kann: so, daß man in ihr lebt, oder daß man sie benutzt um ein System der Gewalt zu errichten.

Kartenvorverkauf: Städt. Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 8.

Nikolausmarkt

Wir machen die Bevölkerung darauf aufmerksam, daß der Ni­kolausmarkt am Montag, dem 1. Dezember 1969, und der Christmarkt am Montag, dem 29. Dezember I960,auf dem Festplatz " Eichwiese" stattfinden.

Sprechtag

FÜR VERSICHERTE DER RENTENVERSICHERUNG DER ARBEI­TER EINSCHL. HANDWERKER

Der Überw'achungsbeamte der Landesversicherungsanstalt Rheinland-Pfalz, Zweigstelle Andernach, hält den monat­lichen Sprechtag am

Dienstag, dem 2. Dez. 1969, von 9-12 Uhr,

im Landratsamt, Zimmer 28, ab.

Zur Auskunftserteilung sind alle Versicherungsunterlagen mit­zubringen.

Für Versicherte der Rentenversicherung der Angestellten ist noch kein Termin für den nächsten Sprechtag angegeben wor­den.

Voraussichtlich wird kein ^Sprechtag im Dezember 1 96 9 stattfinden.

I. V. gez. Klersy,Kreisamtmann

Rentenzahlungen

Beim Postamt Montabaur werden die Renten für den Monat Dezember 1969 wie folgt ausgezahlt: Versicherungsrenten: 1. Dez. 1969,

2. Zahlung (nur Arbeiterrenten ab Kennzahl 5000 und alle andere n Versicherungsrentenarten).

Zahlzeiten für Versicherungsrenten/ Schalter 4

von 8. 00-11. 00 Uhr.

Mütterberatung

Am Dienstag, dem 2. 12. 1969, 14. 00 Uhr, findet in Mon­tabaur, Staatliches Gesundheitsamt die Mütterberatung statt.

VERBANDS-und VEREINSMITTEILUNGEN

TuS Montabaur

SV Goldhausen II - TUS Montabaur II 1:3 Die II. Mannschaft des TUS setzte am vergangenen Sonntag ihre Siegesserie durch einen 3:1 Sieg über die II. Mannschaft des SV Goldhausen fort.

Die TUS-Mannschaft bestach durch ihre mann­schaftliche Geschlossenheit und durch kämpferischen Einsatz. Mit diesen Leistungen ist die Erringung der Herbstmeister­schaft durchaus möglich.

Am 22. ll.\ 1969 , 14. 30 Uhr, spielte die II. Mannschaft beim SV Horressen.

Ergebnisse und Termine der Jugendspiele bitten wir dem Aushangkasten zu entnehmen.

gez. Volkmann, 2. Geschäftsf.

Steuern sparen und Prämien verdienen

Wer 1969 Steuern sparen und staatliche Prämien "verdienen" will, darf nicht bis zur Einkommensteuer-Erklärung im Früh­jahr 1970 warten. Er muß schon .jetzt handeln, spätestens bis zum 31. Dezember 1969.

Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, seine Steu­erabgaben so niedrig wie möglich zu halten. Man muß sich nur informieren. Lohnende Tips gibt eine Gelbe Beilage, welche die Volksbank Montabaur ab sofort kostenlos an alle Interessenten abgibt. Diese Informationsschrift enthält wich­tige Hinweise für Gewinnverlegerungep, steuerliche Verträge mit Familienangehörigen sowie für Sonderausgaben und Prä­mienvorteile. Ferner gibt sie bereits eine kurze Vorschau auf das Steueränderungsgesetz 1970 und auf die große Steuerre­form. Ein Dispositionsbogen ist beigefügt, der dem Unterneh­mer hilft, seine eigenen Berechnungen zu entwickeln und seine steuerlichen Entscheidungen festzuhalten.

WEIHNACHTSPREISAUSSCHREIBEN 1969

An dem diesjährigen Weihnachtspreisausschreiben, welches der Verlag Hans Schmid GmbH, Merchweiler, durchführt, nehmen folgende Geschäfte teil:

Kochern Kb.

Einkaufs-Zentrale Kaufhaus Gräwert J. Intemann Hermann Görg Karl Seel

Textsatz: Gitta Rippel

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