Ausgabe 
29.8.1969
 
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Donnerstag 20. 00 Uhr

Freitag 19. 30 Uhr

Samstag 14. 30 Uhr

16. 00 Uhr

Bibelstunde Jugendkreis Posaunenchor I Posaunenchor II

AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN

Zahlung der Beiträge

FÜR DIE HESSEN-NASSAUISCHE LANDWIRT­SCHAFTLICHE BE RU FS GE NOSSEN SCHAFT Für die Beitragserhebung im Jahre 1969 läuft in Kürze die Zahlungsfrist ab. Die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft in Kassel bittet hiermit ihre Mitglieder, den in dem Beitragsbescheid festgesetzten Zahlungstermin ge­nau zu beachten und die fälligen Restbeträge pünktlich ein­zuzahlen.

Sämtliche Beitragsforderungen, die nach Ablauf der Zah­lungsfrist noch nicht bezahlt sind, werden in Kürze kosten­pflichtig angemahnt. Sie ersparen sich Mahngebühren, wenn Sie pünktlich zahlen".

Montabaur, den 21. August 1969

Stadtverwaltung Montabaur: gez. Mangels

Bürgermeister

Mütterberatung

Die nächste Mütterberatung findet am Dienstag, dem 2.9.

1969 um 14.00 Uhr im Gesundheitsamt, Tiergartenstraße statt.

GEBURTSTAGE IM' SEPTEMBER

Bösd geb. Dreis Kartharina , 30.9. 1893, Klosterstraße 2

von Briel geb. Ramb Maria, 30. 9.1893, Hinterer Rebstock 5

Fiedler August, 20.9.1892, Koblenzer Straße 15

Hannappel Josef, 1. 9.1892, Steinweg 11

Hermes geb. Merz, Anna, 26.9.1890, Eschelbacher Str. 5

Kochern geb. Geck, Elisabeth, 9.9. 1893, Bahnhofstr. 7

Meurer Anna, 15.9.1891, Wallstraße 8

Müller Otto, 8.9.1894, Aloys-Jäger-Platz 7

Pehl Josef, 9.9.1893, Siegstraße

Röder geb. Sommer Maria, 30.9. 1887, Aubachstraße 2 Roth geb. Manns Margarete, 5.9.1893, Kirchstraße 26 Sack geb. Weyand Therese, 27.9.1894, Tiergartenstr. 10 Salzmann geb. Horstmann Clara, 14.9.1892, Kolpingstraße Schardt geb. Graf Margarete, 15.9.1887, Unksberg Schardt geb. Tilch Anna, 29.9.1896, Altersheim Schlemmergeb. Hermes Barbara, 11.9.1893, Kirchstraße 7 Stadt geb. Hohmann Gustel, 23. 9.1895, Kantstraße 14 Sturm Karl, 16.9.1895, Unksberg

Walter geb. Schmidt Franziska, 13.9.1884, Steinweg 8

Weckert Franz, 26.9.1889, Roßberger Hof

We.ckmüller geb. Hartmann Antonie, 8.9.1893, Bahnhofstr. 20

Wirth Alois, 26.9.1895, Wolfchesbitzstr.il

Worm Josef, 30.9.1888, Mons-Tabor-Straße 41

Zimmermann Wilhelm, 6.9.1881, Wölfchesbitzstraße 15

Beckergeb. Link Maria, 15.9.1883, Jahnstraße 5

ALLGEMEINES

Die neue Spielsaison der Landesbühne

Am Freitag, dem 5. September 1969 heißt es wieder: "VORHANG AUF"

Die Landesbühne Rheinland-Pfalz eröffnet die Spielsaison 1969/70.

Was unterscheidet eigentlich den Festsaal der Joseph-Kehrein- Schule, in dem ja die Theateraufführungen stttfinden, von den größeren Bühnen in unserer näheren und weiteren Um­gebung? Staffage und Aufmachung, die Schauspieler oder

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das Repertoire ?

Es wäre vermessen, nicht anzuerkennen, daß dort, wo un­gleich größere Möglichkeit besteht, nicht auch größere Lei­stungen geboten werden. Durch die Auswahl der Stücke und durch die überwiegend guten Leistungen der Schauspieler wurde in der Vergangenheit durch die Landesbühne Beacht­liches dem interessierten Publikum geboten.

Wenn trotzdem in der Spielzeit 1968/69 gegenüber dem Vorjahre ein Rückgang in der Besucherzahl festzustellen war, so ist dieses sehr zu bedauern. Ohne Erhöhung der städtischen Zuschüsse läßt sich der Spielbetrieb der Landesbühne in den kommenden Jahren aber kaum aufrecht erhalten. Es sei denn, die Zahl der Theaterinteressenten steigt wieder an.

Deshalb ergeht erneut die Bitte an unsere Mitbürger, durch den Erwerb von Theaterabonnements die Aufführungen der Landesbühne in Montabaur zu sichern.

Vor leeren Rängen spielen zu müssen, wirkt dämpfend auf den besten Darsteller. Der Beifall eines ausverkauften Hau­ses ist das Lebenselixier des Künstlers. Sollten wir nicht alle etwas mehr zur Erhaltung der schönen Künste, in die­sem Fall für unser Theater tun? Wenn eine solche kulturel­le Einrichtung wegen des fehlenden Interesses der Bürger­schaft ihren Vorhang endgültig fallen läßt, erst dann wer­den wir erkennen, was sie für uns bedeutet hat.

Machen Sie deshalb bitte Gebrauch von den in Kürze beim Verkehrsamt der Stadt, Rathaus Zimmer 8, angebotenen »fheaterabonnements, damit es auch für die Zukunft heißen kann:

"VORHANG AUF"!

Die Landesbühne Rheinland-Pfalz eröffnet die Saison 1969/70 in Montabaur am Freitag, 5. September im Festsaal d. Jos. Kehrein-Schule mit dem Volksstück

"HERR PUNTILA UND SEIN KNECHT MATTI"

von Bertolt Brecht

In seinem Volksstück "Herr Puntila und sein K*necht Matti" stellt Brecht die Geschichte einer Freundschaft dar, die durch die bestehenden Klassengegensätze nur immer dann möglich ist, wenn Puntila, der reiche Gutsbesitzer getrunken hat. Denn nur als Betrunkener gewinnt er seine "Menschen­ähnlichkeit" zurück, die ihm erlaubt, das "kapitalistische Ungeheuer" in ihm zu vergessen und die Menschen als Men­schen zu sehen. Im Zustand der Nüchternheit wird Puntila wieder zum kalten, berechnenden Gutsbesitzer, der seine Untergebenen mit harter Hand zur Arbeit treibt.

Zu Beginn des Stückes sehen wir Puntila mit dem Richter zechen. Da dieses Gelage nun schon zwei Tage währt, wird Matti, der neue Knecht, ungeduldig und beschwert sich. Puntila, durch den Alkohol menschenähnlich geworden, er­klärt seinem Knecht, daß er in ihm nicht einfach einen Schaffeur sieht, sondern einen Menschen, mit dem er Freund­schaft schließen möchte. Dann berichtet er von seinen An­fällen, die ihn mindestens einmal im Quartal heimsuchen: "Aber es kommt noch böser, indem ich während dieser An­fälle von totaler, sinnloser Nächternheit einfach zum Tier herabsinke. Ich habe dann überhaupt keine Hemmungen mehr..... Ich bin dann direkt zurechnungsfähig. Weißt du, was das bedeutet, Bruder, zurechnungsfähig? Ein zurechnungs­fähiger Mensch ist ein Mensch, dem man alles Zutrauen kann. Er ist zum Beispiel nicht mehr imstande, das Wohl eines Kindes im Auge zu behalten, er hat keinen Sinn für Freund­schaft mehr, er ist bereit, über seine eigene Leiche zu gehen". Die einzige "Medizin" gegen solche Anfälle ist der Alkohol.

Matti muß erfahren, daß Puntila in seiner Selbstcharakteristik nicht übertrieben hat. Ist er betrunken, schenkt er ihm und irgendwelchen Leuten, die er gerade trifft, alles was er mit sich führt. Er ist sogar bereit, seinem Knecht Matti seine Tochter Eva zur Frau zu geben, die eigentlich einem Attache versprochen ist. Doch dann bekommt er seine Anfälle der "totalen, sinnlosen Nüchternheit" und alles, was er in seiner Menschenähnlichkeit gesagt und getan hat, nimmt er zu­rück. Das Stück endet damit, daß Matti trotz einer gewissen