A
WELTGESCHEHEN
im Monat Juli 1969
für Sie zusammengestellt durch VERLAG HANS SCHMID GMBH
Deutscher Gemeindebote
Dienstag, 1. Juli
Der neue Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann leistet in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat seinen Amtseid. Er bezeichnet es als seine erste Verpflichtung, dem Frieden zu dienen.
Königin Elisabeth II krönt in Caernarveron ihren ältesten Sohn, den britischen Thronfolger Charles, zum Prinzen von Wales.
Mittwoch, 2. Juli
Bei einem schweren Luftangriff über dem Gold von Suez schießen israelische Düsenjäger vier ägyptische Maschinen ab.
Donnerstag, 3. Juli
Der 5. Deutsche Bundestag beendet offiziell seine Arbeit.
Freitag, 4. Juli
ln allen Hauptschulen soll künftig der Unterricht in einer Fremdsprache Pflichtfach werden. Außerdem wird in den Schulen das Unterrichtsfach Arbeitslehre eingeführt.
Außenminister Brandt führt Gespräche mit der französischen Regierung.
Samstag, 5. Juli
Die Sozialistische Partei Italiens spaltet sich. Die Folge ist der Sturz der Mitte Links—Regierung Rumor.
UNO—Generalsekretär U Thant ist der Ansicht, am Suez—Kanal sei die „offene Kriegsführung'' wieder aufgenommen worden.
Dienstag, 8. Juli
Der Nürnberger Fotogroßhändler Hannsheinz Porst wird wegen landesverräterischer Beziehungen zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe verurteilt.
Gegen den Münchner Weihbischof Matthias Defregger werden Beschuldigungen laut, weil er während des 2. Weltkrieges in Italien einen Befehl zur Erschießung von Geiseln weitergegeben hatte.
Mittwoch, 9. Juli
Ägypten erkennt die DDR diplomatisch an.
Donnerstag, 10. Juli
Der, größte Verkehrsplan Europas", der einen Ausbau von 13 000 Kilometer Autobahnen und Fernstraßen bis 1985 vorsieht, wurde von Bundesverkehrsminister Leber verkündet.
Der sowjetische Außenminister Gromyko will die Kontakte zu Bonn intensivieren.
Freitag, 11. Juli
Grundlegende Meinungsverschiedenheiten herrschen in der Beurteilung der gegenwärtigen und absehbaren wirtschaftlichen Entwicklung
zwischen Bundeskanzler Kiesinger und dem B u ndeswi rtschaftsmi n isteri u m.
Sonntag, 13. Juli
Die Sowjetunion startet zur Erforschung des Mondes die Mondsonde „Luna 15".
Montag, 14. Juli
Im Kugelhagel von Maschinengewehren scheitert der Fluchtversuch von sieben jungen Tschechoslowaken.
Dienstag, 15. Juli
Die mittelamerikanischen Staaten Honduras und El Salvador geraten wegen eines Fußballländerspiels miteinander in Streit und führen Krieg.
Die arabische Republik Jemen nimmt wieder mit der Bundesregierung diplomatische Beziehungen auf.
Mittwoch, 16. Juli
Zum ersten Male verlassen Menschen die Erde, um ihren Fuß auf einen anderen Himmelskörper zu setzen. Die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins fliegen an Bord ihres Raumschiffes „Apollo 11" dem 384 000 Kilometer entfernten Mond entgegen.
Donnerstag, 17. Juli
Haifische und starker Wellengang zwingen den norwegischen Forscher Thor Heyerdahl und seine sechsköpfige Besatzung, das Schilffloß „Ra" zu verlassen. Trotzdem betrachten sie das Experiment einer Atlantiküberquerung im Grunde als geglückt.
Freitag, 18. Juli
Apollo 11 fliegt ohne Störungen dem Mond entgegen.
Weil eine Kiesbank plötzlich nachgab, ertranken an der Loire 20 Kinder.
Samstag, 19. Juli
Auf dem 14. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart meldet sich besonders die Jugend zu Wort.
Sonntag, 20. Juli
Ein Menschheitstraum wird Wirklichkeit: Erdbewohner landen auf dem Mond. Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzen mit ihrer Mondfähre „Eagle" um 21.17 Uhr und 42 Sekunden auf dem Erdtrabanten auf.
Montag, 21. Juli
Um 3.56 Uhr und 20 Sekunden setzt ein Mensch zum ersten Mal seinen Fuß auf einen fremden Himmelskörper: Neil Armstrong. Es folgt Edwin Aldrin. Die beiden Astronauten, pflanzen ein Sternenbanner auf, befestigen eine Erinnerungsbotschaft und bringen Botschaften von Politikern aus 76 Nationen mit. Sie installieren einen Laser—Reflektor, einen Seismographen und einen Sonnenwindmesser.
Außerdem sammeln sie Mondgestein. Um 18.54 Uhr starten sie zum Rückflug.
In einen mysteriösen Unfall verwickelt ist der amerikanische Senator Edward Kennedy. Nach einer Party stürzt der von ihm gesteuerte Wagen von einer abseits gelegenen Strandbrücke in einen Meeresarm. Dabei ertrinkt seine Begleiterin. Erst nach neun Stunden meldet er den Vorfall der Polizei. Er wird daraufhin zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährung und einem Jahr Führerscheinentzug verurteilt. Trotz dieser Affäre will er Senator bleiben.
Dienstag, 22. Juli
Der FDP—Vorsitzende und seine beiden Stellvertreter führen mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Gespräche.
Apollo 11 fliegt der Erde entgegen.
Mittwoch, 23. Juli
Zwei junge Deutsche werden in Athen wegen sechsfachen Mordes zum Tode verurteilt.
Bei internationalen Sportveranstaltungen darf nun in der Bundesrepublik die DDR—Fahne gezeigt werden.
Donnerstag, 24. Juli
Die Mondfahrer Armstrong, Aldrin undCollins landen mit ihrem Raumschiff um 17.51 Uhr im Pazifik. Sie werden auf den Flugzeugträger „Hörnet" gebracht, wo Präsident Nixon die Astronauten begrüßt. Sie müssen jedoch sofort in eine Quarantäne—Station, weil der Verdacht nicht völlig auszuschließen ist, sie könnten Mondbakterien mitgebracht haben. Sonntag, 27. Juli
Zu Gesprächen kommt der jugoslawische Aus- senminister Mirko Tepavac nach Bonn. Die gegenseitigen Beziehungen sollen verbessert werden.
Montag, 28. Juli
Aus einer Kohlengrube bei Kattowitz können nach fünf Tagen 79 verschüttete Bergleute gerettet werden.
Zu einem schweren Zugunglück mit 5 Toten kommt es bei Gifthorn, weil durch starke Hitze die Schienen verbiegen.
Nach Indonesien besucht Präsident Nixon Thailand und Südvietnam.
Dienstag, 29. Juli
Ein Zugunglück bei Prag fodert 24 Menschenle ben.
Mittwoch, 30. Juli
Die drei Westmächte bereiten eine neue Berlin —Initiative vor.
Die Überführung von Bundeswehr—Deserteuren von Westberlin zur Bundesrepublik führt zu Unruhen.
Donnerstag, 31. Juli
Papst Paul VI. besucht Uganda. Er will sich für Gerechtigkeit und Frieden in Afrika einset- zen.

