Ausgabe 
14.8.1969
 
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A

WELTGESCHEHEN

im Monat Juli 1969

für Sie zusammengestellt durch VERLAG HANS SCHMID GMBH

Deutscher Gemeindebote

Dienstag, 1. Juli

Der neue Bundespräsident Dr. Gustav Heine­mann leistet in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat seinen Amts­eid. Er bezeichnet es als seine erste Ver­pflichtung, dem Frieden zu dienen.

Königin Elisabeth II krönt in Caernarveron ihren ältesten Sohn, den britischen Thron­folger Charles, zum Prinzen von Wales.

Mittwoch, 2. Juli

Bei einem schweren Luftangriff über dem Gold von Suez schießen israelische Düsen­jäger vier ägyptische Maschinen ab.

Donnerstag, 3. Juli

Der 5. Deutsche Bundestag beendet offiziell seine Arbeit.

Freitag, 4. Juli

ln allen Hauptschulen soll künftig der Unter­richt in einer Fremdsprache Pflichtfach wer­den. Außerdem wird in den Schulen das Unterrichtsfach Arbeitslehre eingeführt.

Außenminister Brandt führt Gespräche mit der französischen Regierung.

Samstag, 5. Juli

Die Sozialistische Partei Italiens spaltet sich. Die Folge ist der Sturz der Mitte LinksRe­gierung Rumor.

UNOGeneralsekretär U Thant ist der An­sicht, am SuezKanal sei dieoffene Kriegs­führung'' wieder aufgenommen worden.

Dienstag, 8. Juli

Der Nürnberger Fotogroßhändler Hannsheinz Porst wird wegen landesverräterischer Bezie­hungen zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe ver­urteilt.

Gegen den Münchner Weihbischof Matthias Defregger werden Beschuldigungen laut, weil er während des 2. Weltkrieges in Italien einen Befehl zur Erschießung von Geiseln weiter­gegeben hatte.

Mittwoch, 9. Juli

Ägypten erkennt die DDR diplomatisch an.

Donnerstag, 10. Juli

Der, größte Verkehrsplan Europas", der einen Ausbau von 13 000 Kilometer Autobahnen und Fernstraßen bis 1985 vorsieht, wurde von Bundesverkehrsminister Leber verkündet.

Der sowjetische Außenminister Gromyko will die Kontakte zu Bonn intensivieren.

Freitag, 11. Juli

Grundlegende Meinungsverschiedenheiten herr­schen in der Beurteilung der gegenwärtigen und absehbaren wirtschaftlichen Entwicklung

zwischen Bundeskanzler Kiesinger und dem B u ndeswi rtschaftsmi n isteri u m.

Sonntag, 13. Juli

Die Sowjetunion startet zur Erforschung des Mondes die MondsondeLuna 15".

Montag, 14. Juli

Im Kugelhagel von Maschinengewehren schei­tert der Fluchtversuch von sieben jungen Tschechoslowaken.

Dienstag, 15. Juli

Die mittelamerikanischen Staaten Honduras und El Salvador geraten wegen eines Fußball­länderspiels miteinander in Streit und führen Krieg.

Die arabische Republik Jemen nimmt wieder mit der Bundesregierung diplomatische Be­ziehungen auf.

Mittwoch, 16. Juli

Zum ersten Male verlassen Menschen die Erde, um ihren Fuß auf einen anderen Himmelskör­per zu setzen. Die drei Astronauten Neil Arm­strong, Edwin Aldrin und Michael Collins fliegen an Bord ihres RaumschiffesApollo 11" dem 384 000 Kilometer entfernten Mond entgegen.

Donnerstag, 17. Juli

Haifische und starker Wellengang zwingen den norwegischen Forscher Thor Heyerdahl und seine sechsköpfige Besatzung, das Schilf­floßRa" zu verlassen. Trotzdem betrachten sie das Experiment einer Atlantiküberquerung im Grunde als geglückt.

Freitag, 18. Juli

Apollo 11 fliegt ohne Störungen dem Mond entgegen.

Weil eine Kiesbank plötzlich nachgab, ertran­ken an der Loire 20 Kinder.

Samstag, 19. Juli

Auf dem 14. Deutschen Evangelischen Kir­chentag in Stuttgart meldet sich besonders die Jugend zu Wort.

Sonntag, 20. Juli

Ein Menschheitstraum wird Wirklichkeit: Erd­bewohner landen auf dem Mond. Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzen mit ihrer Mondfähre Eagle" um 21.17 Uhr und 42 Sekunden auf dem Erdtrabanten auf.

Montag, 21. Juli

Um 3.56 Uhr und 20 Sekunden setzt ein Mensch zum ersten Mal seinen Fuß auf einen fremden Himmelskörper: Neil Armstrong. Es folgt Edwin Aldrin. Die beiden Astronauten, pflanzen ein Sternenbanner auf, befestigen eine Erinnerungsbotschaft und bringen Bot­schaften von Politikern aus 76 Nationen mit. Sie installieren einen LaserReflektor, einen Seismographen und einen Sonnenwindmesser.

Außerdem sammeln sie Mondgestein. Um 18.54 Uhr starten sie zum Rückflug.

In einen mysteriösen Unfall verwickelt ist der amerikanische Senator Edward Kennedy. Nach einer Party stürzt der von ihm gesteuerte Wagen von einer abseits gelegenen Strand­brücke in einen Meeresarm. Dabei ertrinkt seine Begleiterin. Erst nach neun Stunden meldet er den Vorfall der Polizei. Er wird daraufhin zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährung und einem Jahr Führerscheinent­zug verurteilt. Trotz dieser Affäre will er Senator bleiben.

Dienstag, 22. Juli

Der FDPVorsitzende und seine beiden Stell­vertreter führen mit dem sowjetischen Mi­nisterpräsidenten Gespräche.

Apollo 11 fliegt der Erde entgegen.

Mittwoch, 23. Juli

Zwei junge Deutsche werden in Athen wegen sechsfachen Mordes zum Tode verurteilt.

Bei internationalen Sportveranstaltungen darf nun in der Bundesrepublik die DDRFahne gezeigt werden.

Donnerstag, 24. Juli

Die Mondfahrer Armstrong, Aldrin undCollins landen mit ihrem Raumschiff um 17.51 Uhr im Pazifik. Sie werden auf den Flugzeugträger Hörnet" gebracht, wo Präsident Nixon die Astronauten begrüßt. Sie müssen jedoch sofort in eine QuarantäneStation, weil der Ver­dacht nicht völlig auszuschließen ist, sie könn­ten Mondbakterien mitgebracht haben. Sonntag, 27. Juli

Zu Gesprächen kommt der jugoslawische Aus- senminister Mirko Tepavac nach Bonn. Die gegenseitigen Beziehungen sollen verbessert werden.

Montag, 28. Juli

Aus einer Kohlengrube bei Kattowitz können nach fünf Tagen 79 verschüttete Bergleute ge­rettet werden.

Zu einem schweren Zugunglück mit 5 Toten kommt es bei Gifthorn, weil durch starke Hitze die Schienen verbiegen.

Nach Indonesien besucht Präsident Nixon Thailand und Südvietnam.

Dienstag, 29. Juli

Ein Zugunglück bei Prag fodert 24 Menschenle ben.

Mittwoch, 30. Juli

Die drei Westmächte bereiten eine neue Berlin Initiative vor.

Die Überführung von BundeswehrDeserteu­ren von Westberlin zur Bundesrepublik führt zu Unruhen.

Donnerstag, 31. Juli

Papst Paul VI. besucht Uganda. Er will sich für Gerechtigkeit und Frieden in Afrika einset- zen.