Seit seiner ersten Publikation 1919 Veröffentlichung zahlloser Arbeiten in Schrift und Bilde, so u. a. "Alt-Montabaur" (1926), Federzeichnungen: "Du mein Montabaur" (1928), "Ortskriegsgeschichted.Stadt Montabaur" (5 Bde. 1927/28), "Montabaur in der Kriegszeit und in der Besatzungszeit” (1930), "Sagerfvon Montabaur und Umgebung", "Topographische, Geographische und Statistische Notizen über das Amt Montabaur 1815", "Chronik der Stadt Montabaur"
(1940), "Die Kirche St. Peter ad vincula in Montabaur und ihre kunstgeschichtliche Stellung" (1959), "Koblenzer Heimat-Jahrbuch (1963), Federzeichnungen: "Der Westerwald" (1965).
Schriftsteller im Verband Deutscher Schriftsteller (VDS).
Als Lyriker, Historiker und Graphiker neben anderen literarischen Arbeiten gegenwärtig beschäftigt mit einer "Liebeserklärung an Koblenz", dem Heimatbuch "Mons Tabor"
(1. Bd. - Montabaur, 2. Bd. - der untere Westerwald),
"Sagen vom Westerwald und der Lahn", Gedichtbändchen in Schriftdeutsch und Mundart, alle durch eigene Federzeichnungen illustriert.
Die Stadt Montabaur dankt dem Jubilar für eine langjährige Tätigkeit auf heimatkundlichem Gfebiet.
Noch heute beweisen seine heimatgeschichtlichen Gedichte und Erzählungen seine Verbundenheit; hliLdem Westerwald und vor allem mit Montabaur.
Nach seiner erfolgten Pensionierung gedenkt Herr Kalb sei- nen'Ruhestand in schöpferischer Tätigkeit zu verbringen.
Wir wünschen ihm hierzu viel Erfolg und noch lange Jahre Vitalität und Schaffenskraft.
MEIN ELTERNHAUS
Wie Gott mir die Heimat gegeben, so stand es wuchtig und alt.
Dort rief man mich kraftvoll ins Leben im Hause im Westerwald.
Das lugte aus strahlenden Augen voll blanken Stolzes hinaus.
Ihm mußte das Dauernde taugen; drum hielt es Jahrhunderte aus.
Hier hat midi die Mutter geleitet hin durch der Kinderzeit Land, treusorgenden Sinnes begleitet, bis sicheren Schritt ich selbst fand.
Der Vater lehrte mich lieben der Heimat köstliche Welt.
Ist rein mir sein Erbe geblieben, das leuchtenden Edelstein hält.
Dorthin, wo Kriegsleid gesunken, oft führt mich ein dankbarer Gang, wo glückliche Jugend verklungen, wo Schicksal mir ward - und Gesang.
Du Heimatstatt, aus der meine Schritte und erstes Schaun ich getan, du bliebst meinem Leben die Mitte, du gabst ihm Bestimmung und Plan.
Schirm, Gott, den, dem dort jetzt begegnet ein frohsames, neues Haus, und zwiefach sei der gesegnet, der Freude trägt ein ihm und aus!
Nun lausch ich den Weisen, die singen vom Elternhaus, wuchtig und alt, der Wehmut voll Lieder, Sie klingen vom Heimweh zum Westerwald.
Walter Kalb
IM RAUSCHEN DER ALTEN LINDEN
Im Rauschen der alten Linden versinken Welt und Zeit.
Gern wollte ich Ausruhen finden in der Heimat Seligkeit.
Mein Städtchen träumt überm Tale.
Ich sah, ich suchte nicht lang -,
am Raine die Wegemale;
die Linden beschatten die Bank.
Die Zweige mit grünlichten Schwingen, sie laden michifreundlichzur Ruh.
In Lüften die Lerchen singen.
Rings Mohnblüten flammen dazu.
Getaucht in die lachende Sonne, genieß ich den leuchtenden Raum, das Wunder der Weiten und Wonne,
Erfüllt wird Sehnsucht und Traum.
Die Stunden der Heimat zählen verdoppelt: dem Glücke geweiht ihr goldenes Weben und Wellen, ihr Glanz, der ganz mich, befreit.
Will wieder fühlen und finden der Heimat Seligkeit: im Rauschen der altenLinden jung werden mir Welt und Zeit.
Walter Kalb
ALLGEMEINES
Schüleraustausch
als erstes sichtbares Zeichen freundschaftlicher Kontakte
In Ergänzung zum offiziellen Besuch einer Delegation aus Montabaur und als erste sichtbare Initiative getroffener Absprachen besuchte eine Klasse (Untersekunda) des staatlichen Gymnasiums in Montabaur unter Leitung von Herrn Oberstudienrat Schade für 5 Tage die Partnerstadt Tonnerre. Alle Schülerinnen und Schüler wurden dort" in französischen Familien untergebracht und von diesen überaus herzlich aufgenommen. Gemeinsame Fahrten mit französischen Schülern in die Umgebung Tonneifes, sportliche Wettkämpfe, gemeinsamer Tanzabend und 2 offizielle Empfänge durch Bürgermeister Dr. *Gerard und den dortigen Direktor des Gymnasiums, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, wobei von Jugend zu Jugend allenfalls noch die Sprache, nicht aber die aufgeschlossene Grundeinstellung als geringfügige Erschwernisse anzusehen waren. Bezeichnend für den Leitgedanken der partnerschaftlichen Bemühungen in den Besuchstagen waren auch die Worte des französischen’Pfärrers bei einer gemeinsamen Meßfeier aus Anlaß des 41. Kongresses der Kriegssoldaten beider Weltkriege. Er sagte u. a.:
"In unserem Gotteshaus befindet sich in unserer Mitte eine Jugendgruppe aus Montabaur. Manch ein Vater stand sich vor Jahren als ein Feind gegenüber. Trotz allem Leid und Schmerz ist heute diese Jugend der beste Botschafter der Versöhnung, der wünschenswerten Verständigung zwischen unseren beiden Ländern und den Städten Montabaur und Tonnerre.
Wenn unsere Jugend allgemein und eine Partnerschaft zwischen 2 Städten im Besonderen diese große und notwendige Aufgabe erfüllen könnte, dann hätten die bisherigen Bemühungen bereits jetzt ihren Sinn erfüllt.
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