Ausgabe 
16.7.1969
 
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Seit seiner ersten Publikation 1919 Veröffentlichung zahl­loser Arbeiten in Schrift und Bilde, so u. a. "Alt-Montabaur" (1926), Federzeichnungen: "Du mein Montabaur" (1928), "Ortskriegsgeschichted.Stadt Montabaur" (5 Bde. 1927/28), "Montabaur in der Kriegszeit und in der Besatzungszeit (1930), "Sagerfvon Montabaur und Umgebung", "Topogra­phische, Geographische und Statistische Notizen über das Amt Montabaur 1815", "Chronik der Stadt Montabaur"

(1940), "Die Kirche St. Peter ad vincula in Montabaur und ihre kunstgeschichtliche Stellung" (1959), "Koblenzer Hei­mat-Jahrbuch (1963), Federzeichnungen: "Der Westerwald" (1965).

Schriftsteller im Verband Deutscher Schriftsteller (VDS).

Als Lyriker, Historiker und Graphiker neben anderen litera­rischen Arbeiten gegenwärtig beschäftigt mit einer "Liebes­erklärung an Koblenz", dem Heimatbuch "Mons Tabor"

(1. Bd. - Montabaur, 2. Bd. - der untere Westerwald),

"Sagen vom Westerwald und der Lahn", Gedichtbändchen in Schriftdeutsch und Mundart, alle durch eigene Federzeich­nungen illustriert.

Die Stadt Montabaur dankt dem Jubilar für eine langjährige Tätigkeit auf heimatkundlichem Gfebiet.

Noch heute beweisen seine heimatgeschichtlichen Gedichte und Erzählungen seine Verbundenheit; hliLdem Westerwald und vor allem mit Montabaur.

Nach seiner erfolgten Pensionierung gedenkt Herr Kalb sei- nen'Ruhestand in schöpferischer Tätigkeit zu verbringen.

Wir wünschen ihm hierzu viel Erfolg und noch lange Jahre Vitalität und Schaffenskraft.

MEIN ELTERNHAUS

Wie Gott mir die Heimat gegeben, so stand es wuchtig und alt.

Dort rief man mich kraftvoll ins Leben im Hause im Westerwald.

Das lugte aus strahlenden Augen voll blanken Stolzes hinaus.

Ihm mußte das Dauernde taugen; drum hielt es Jahrhunderte aus.

Hier hat midi die Mutter geleitet hin durch der Kinderzeit Land, treusorgenden Sinnes begleitet, bis sicheren Schritt ich selbst fand.

Der Vater lehrte mich lieben der Heimat köstliche Welt.

Ist rein mir sein Erbe geblieben, das leuchtenden Edelstein hält.

Dorthin, wo Kriegsleid gesunken, oft führt mich ein dankbarer Gang, wo glückliche Jugend verklungen, wo Schicksal mir ward - und Gesang.

Du Heimatstatt, aus der meine Schritte und erstes Schaun ich getan, du bliebst meinem Leben die Mitte, du gabst ihm Bestimmung und Plan.

Schirm, Gott, den, dem dort jetzt begegnet ein frohsames, neues Haus, und zwiefach sei der gesegnet, der Freude trägt ein ihm und aus!

Nun lausch ich den Weisen, die singen vom Elternhaus, wuchtig und alt, der Wehmut voll Lieder, Sie klingen vom Heimweh zum Westerwald.

Walter Kalb

IM RAUSCHEN DER ALTEN LINDEN

Im Rauschen der alten Linden versinken Welt und Zeit.

Gern wollte ich Ausruhen finden in der Heimat Seligkeit.

Mein Städtchen träumt überm Tale.

Ich sah, ich suchte nicht lang -,

am Raine die Wegemale;

die Linden beschatten die Bank.

Die Zweige mit grünlichten Schwingen, sie laden michifreundlichzur Ruh.

In Lüften die Lerchen singen.

Rings Mohnblüten flammen dazu.

Getaucht in die lachende Sonne, genieß ich den leuchtenden Raum, das Wunder der Weiten und Wonne,

Erfüllt wird Sehnsucht und Traum.

Die Stunden der Heimat zählen verdoppelt: dem Glücke geweiht ihr goldenes Weben und Wellen, ihr Glanz, der ganz mich, befreit.

Will wieder fühlen und finden der Heimat Seligkeit: im Rauschen der altenLinden jung werden mir Welt und Zeit.

Walter Kalb

ALLGEMEINES

Schüleraustausch

als erstes sichtbares Zeichen freundschaft­licher Kontakte

In Ergänzung zum offiziellen Besuch einer Delegation aus Montabaur und als erste sichtbare Initiative getroffener Ab­sprachen besuchte eine Klasse (Untersekunda) des staatlichen Gymnasiums in Montabaur unter Leitung von Herrn Ober­studienrat Schade für 5 Tage die Partnerstadt Tonnerre. Alle Schülerinnen und Schüler wurden dort" in französischen Fa­milien untergebracht und von diesen überaus herzlich auf­genommen. Gemeinsame Fahrten mit französischen Schülern in die Umgebung Tonneifes, sportliche Wettkämpfe, ge­meinsamer Tanzabend und 2 offizielle Empfänge durch Bür­germeister Dr. *Gerard und den dortigen Direktor des Gym­nasiums, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, wobei von Jugend zu Jugend allenfalls noch die Sprache, nicht aber die aufgeschlossene Grundeinstellung als gering­fügige Erschwernisse anzusehen waren. Bezeichnend für den Leitgedanken der partnerschaftlichen Bemühungen in den Be­suchstagen waren auch die Worte des französischenPfärrers bei einer gemeinsamen Meßfeier aus Anlaß des 41. Kongres­ses der Kriegssoldaten beider Weltkriege. Er sagte u. a.:

"In unserem Gotteshaus befindet sich in unserer Mitte eine Jugendgruppe aus Montabaur. Manch ein Vater stand sich vor Jahren als ein Feind gegenüber. Trotz allem Leid und Schmerz ist heute diese Jugend der beste Botschafter der Ver­söhnung, der wünschenswerten Verständigung zwischen un­seren beiden Ländern und den Städten Montabaur und Ton­nerre.

Wenn unsere Jugend allgemein und eine Partnerschaft zwi­schen 2 Städten im Besonderen diese große und notwendige Aufgabe erfüllen könnte, dann hätten die bisherigen Be­mühungen bereits jetzt ihren Sinn erfüllt.

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