Ausgabe 
14.3.1969
 
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Sterbefälle

Adolf Albert Hof, Winnen/OWW. 60 Jahre

Adeline Brosda geb. Bandemir, Boden 84 Jahre

Petra Menges, Gorshasen 8 Monate

Josef Hannappel, Hundsangen 51 Jahre

Maria Menges geb. Heinz, Rothenbach/

OWW. 84 Jahre

Willi Albin Sander, Heilberscheid 74 Jahre

Josef Löwenguth, Selters/UWW, 48 Jahre

Frank Hofmann, Wengenroth 16 Monate

Karl Robert Paul Ganß, Montabaur ' 82 Jahre

Johann Peter Hermes, Montabaur 86 Jahre

Anne Grete Kloft geb. Kespe, Montabaur 32 Jahre Josefine Weber geb. Müller, Herschbach/ 78 Jahre OWW.

VER BANDS-und VEREINSMITTEILUNGEN

Landesbiihne Rheinland-Pfalz

Am Donnerstag, 20. März 1969 gastiert die Landesbühne in Montabaur mit dem Drama

_"Woyzeck"

Otto C.A. zur Nedden bezeichnet Georg Büchners "Woy* zeck" als einen "einzigen Aufschrei der gequälten Kreatur in ihrer untersten Schicht, ein wahrhaft aufrüttelndes und Mitleid erweckendes Sozial-Drama von unausweichlicher Eindringlichkeit". Als Poet ein Ahnherr Wedekinds und Brechts benutzt Büchner (1813 - 1837) eine wahre Begeben­heit vom 21. Juni 1821, um seine "dramatische Ballade von der Passion des Menschen" zu gestalten;

Der 41-jährige Friseur Johann Christian Woyzeck ersticht in Leipzig aus Eifersucht seine 46-jährige Geliebte, die Witwe eines Chirurgen, die selbst in schlechtem Ruf steht und sich mit Soldaten der Stadtwache herumtreibt. Die Hinrichtung des Mörders erfolgt am 27. August 1824 mit der offiziellen Begründung, man müsse aufzeigen, wohin "Arbeitsscheu, Spiel, Trunksucht, ungesetzmäßige Betäti­gung der Geschlechtslust und schlechte Gesellschaft" führe.

Für Georg Büchner ist die juristische und gerichtsmedizini­sche Seite dieses Falles bedeutungslos; ihm geht es um das grundlegende Problem, um die soziale Ordnung, die hier gestört ist und solche Morde nur noch fördert! Walter Jens konstatiert; "Mit großer Schärfe und Genauigkeit, die Kafkas Optik antizipiert, hat der Dramatiker die sozial be­dingte Entfremdung des Menschen gerade dadurch illustriert, daß er ihn künstlich, unnatürlich, maschinell und höchst schematisch reagieren ließ".

Alle Figuren im "Woyzeck" (Woyzeck, Marie, Doktor, Hauptmann) haben im Grunde ein falsches Verhältnis zum Leben, zur Wirklichkeit und demonstrieren, daß die Natur stets stärker sein wird als der fragwürdige Begriff "Moral".

In der Inszenierung von Herbert G. Doberauer spie­len;

Rudolph Lauterburg (Woyzeck), Mechthild Liesebrecht (Marie), Hans Jürgen Richter (Hauptmann), Horst Wende­lin Eisenhuth (Doktor), ArnimServaes (Tambourmajor), Manfred Götting (Andres), Helga Boettiger (Margret), Gustaf Gromer (Marktschreier), Arthur Kermes (Jude), Heinz Fitz (Handwerksbursche), Manuel Arnim Höhne (Karl), Skil Kaiser (Käthe), Ellen Sohmer (Großmutter), Peter Carlsohn (Unteroffizier) und Karin Hoffmann (Kind).

Das Bühnenbild gestaltet wieder Birgit Kluge.

Georg Büchner stellt uns in seinem "Woyzeck" die nach­denkenswerte Frage nach der Freiheit oder Vor­her bestimmtheit menschlicher Willensent­scheidungen! Er kämpft gegen unüberlegte und ober­

flächliche Antworten wie die des Hauptmanns; "Du bist ein guter Mensch, ein guter Mensch - aber du denkst zuviel", da er weiß, daß nur durch Intellektualität dem "gräßlichen Fatalismus der Geschichte;entgegen gewirkt werden kann.

Kartenvorverkauf; Städt, Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 8.

Bund der Vertriebenen

Berlinfahrt der heimatvertriebenen und ge­flüchteten Frauenvom 4. bis 1 1 . 5.196 9 mit Bus ab Montabaur

Meldungen bitte bei der Landesfrauenreferentin BDV Johanna Galke, Montabaur, Herderstraße 3 oder mittwochs und frei­tags vormittags von 9-11 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle BDV in Montabaur, Rathaus.

Hilfsgemeinschaft Deutscher Frauen

e.V.

Rheinland Pfalz

Rückblick auf das Stadtgeschehen

Trotz des hohen Schnees verstanden es die Montabaurer auch in diesem Jahr, Karneval zu feiern.

Höhepunkt war der Fastnachtszug am Dienstag.

Das Patenschiff der Stadt Montabaur, die "Westerwald", schickte seine Besatzung zu einem Freundschaftsbesuch nach Montabaur. Noch nicht entschieden wurde über die Straßen­namen im Baugebiet "Wassergraben V".

Die Heizung im Schwimmbad wird verstärkt.

Nunmehr besuchen nicht nur Kinder aus Eschelbach und Holler, sondern auch aus Wirzenborn, Recktenthal und Bladernheim die Hauptschule in Montabaur.

Noch nicht entschieden wurde über die Verwendung des Schlosses, Wahrscheinlich wird das Kreiswehrersatzamt hier einziehen.

Das Finanzamt wird sich im alten Gymnasium ausdehnen kön­nen.

Im bisherigen Kreisheimatmuseum wirdein Verkehrs- und Reisebüro eingerichtet. Das Museumsinventar wurde in den Vorbau des Schlosses ausgelagert.

Die Verbandsgemeinde Montabaur soll nach den Vorstellungen der Bezirksregierung folgende Gemeinden umfassen; Bladern­heim, Daubach, Eigendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Gacken­bach, Girod, Goldhausen, Görgeshausen, Großholbach, Heil­berscheid, Heiligenroth, Holler, Horbach, Horressen, Hübin- , gen, Hundsangen, Kleinholbach, Nentershausen, Niederelbert, Niedererbach, Nomborn, Oberelbert, Obererbach, Oberhau­sen, Pütschbach, Reckenthal, Ruppach, Stahlhofen, Steine - frenz, Untershausen, Welschneudorf, Weroth und Wirzen­born.

Die Bezirksverkehrswacht Montabaur kann auf eine dreijährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken.

Das Staatliche Gymnasium erhältein Sprachlabor,

Der Bau der Brücken Limburger Straße und über das Gelbach­tal im Zuge der Umgehungsstraße schreitet voran.

Schwester Leonoria vom Orden der Armen Dienstmägde, die caritative Aufgaben in Montabaur stets vorbildlich erfüllte, ist verstorben.

Zum 1. August wird in den Räumen des Aufbaugymnasiums eine Realschule eingerichtet.

KENNEN SIE MONTABAUR?

EIN KLEINES HEIMATQUIZ Fragen;

l. Wie lautet der offizielle Name der katholischen Pfarrkir­che?

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