Ausgabe 
21.2.1969
 
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AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN

Stadtverwaltung Montabaur

Wir suchen bis zum 1, Mai 1969 eine j üngere

STENOTYPISTIN

für das Vorzimmer des Bürgermeisters,

Wir erwarten von unseren Mitarbeiterinnen neben einer soli­den Allgemeinbildung gute Umgangsformen, Einsatzbereit­schaft und vor allem absolute Zuverlässigkeit, Sichere Be­herrschung von Stenografie und Schreibmaschine werden als selbstverständlich vorausgesetzt.

Wir bieten eine interessante und vielseitige Tätigkeit in freundlichem Arbeitsklima,

Die Vergütung erfolgt nach dem Bundesangestelltentarifver­trag, Außerdem werden die im öffentlichen Dienst üblichen Sozialleistungen gewährt,

Wenn Sie an einer anspruchsvollen Tätigkeit in einer Ver­trauensstellung Freude haben, schicken Sie bitte bis; zum 28,2, 1969, Ihre schriftliche Bewerbung mit handgeschrie­benem Lebenslauf, Lichtbild und Zeugnisabschriften an das Personalamt der Stadtverwaltung Montabaur, Postfach 140,

gez,: Mangels Bürgermeister

Öffentliche Ausschreibung

Die Stadt Montabaur schreibt die Herstellung einer Schmutz- und Brauchwasserleitung im Baugebiet " Wassergraben V " ca, 360 m öffentlich aus,

Angebotsunterlagen für die vorgenannten Arbeiten können ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 3, -- DM beim Stadtbau- amt Montabaur, Zimmer 20 des Rathauses, während der Dienststunden, soweit Vorrat reicht, abgeholt werden,

Termin für die Einreichung der Angebote ist

Mittwoch, der 5, März 1 9 69,

9,00 Uhr,

im Zimmer 21 des Rathauses,

Angebote, die mit einer entsprechenden Aufschrift versehen sein müssen, sind bis zu diesem Zeitpunkt an die vorgenannte Stelle einzureichen. Verspätet eingehende Angebote können nicht berücksichtigt werden. Die Angebotseröffnung findet zu den angegebenen Terminen im Beisein etwa erschienener Bieter statt. Eine Benachrichtigung über das Ergebnis der Aus­schreibung erfolgt nicht.

Bis zur Abgabe der Angebote haben die Bieter den hhchweis ihrer Leistungsfähigkeit in fachlicher, personeller und finan­zieller Hinsicht, durch Vorlage entsprechender Unterlagen zu erbringen,

Montabaur, den 17, Februar 1969

Stadtverwaltung Montabaur gez,; Mangels Bürgermeister

Empfehlen Sie auch Ihren Freunden und Bekannten den Bezug des Amts­blattes der Stadt Montabaur,

ALLGEMEINE NACHRICHTEN

300 Jahre

ehemaliges Franziskanerkloster in Montabaur

von Heinrich Fries,

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dTe~XljfTös _ ung des Klosters und das

SCHICKSAL DER INSASSEN,

Das Jahr 1813 brachte für die Patres und Brüder des Franzis-, kanerklosters zu Montabaur (18) die Abschiedsstunde von einer lieb gewordenen Arbeitsstätte, Am 18, Februar überbrach­te der Amtmann von Sachs den Aufhebungsbefehl und legte Beschlag auf das gesamte Vermögen des Klosters, Dieser Aufhebungsbefehl stützte sich auf eine Resolution des Her­zoglichen Hohen Staats-Ministerium vom Jahre 1812 die Aufhebung des im Herzogtum Nassau bestehenden Mendicanten- Klöster betreffend, Der gemeinsame Haushalt wurde vorerst noch bestehen gelassen, da über das Schicksal der Kloster - insassen noch keine Verfügung ergangen, diese auch noch zur Klärung der Vermögenslage und zur Aufstellung des In- ventariums noch nötig waren. Das gesamte Barvermögen stellte sich auf 44 Gulden 1 1/4 Kreuzer, An Kostbarkeiten fand sich nichts. Die Einrichtung war mehr als ärmlich.

In seinem Bericht an das Staatsministerium vom 28,2,1813 schreibt Amtmann von Sachs, im hiesigen Kloster habe " wahre Armuth geherrscht. Die Kirche würde auf 2 579 Gulden, das Kloster mit den Wirtschaftsgebäuden auf 3 169 und der Garten auf 661 Gulden geschätzt.

Die Bibliothek umfaßte ca, 1 200 Bände, von denen 160 der Landesbibliothek in Wiesbaden überwiesen, während die übrigen pfundweise verkauft wurden. Die Mobilien versteigert man am 22,, 23, und 24, März 1813,

Taxator war der Judenvorsteher Mayer Löb, Der Erlös deckte nicht einmal die Unkosten, Die Mobilien, die die Patres und Brüder in Privatgebäuden hatten, w urden diesen über­geben, Der Konvent zählte nur noch 8 Patres und 5 Brüder,

Am 26, Februar wurde der gemeinsame Haushalt aufge­löst und die meisten Insassen entlassen.

Die Orte, in denen die Franziskaner von Montabaur bis zu­letzt aushalfen, waren :

Schönberg, Salz, Berod, Nentershausen, Nomborn, Holler, Meudt, Hahn, Wirges, Leuterod, Siershahn, Helferskirchen, Weidenhahn und Ransbach,

P a t r e s_

P, Wolfgang Ble ud, in der Welt Adam Bleud, seit 1809 ProvinXiarderTiassau verbliebenen Franziskanerklöster,

Er wurde geboren am 10, September 1751 in Niederbrechen, kam 1794 nach Montabaur und bekleidet im dortigen Kloster verschiedene Ämter,

Im Jahre 1815 ist er Religionslehrer am Gymnasium zu Mon­tabaur, Welcher Beschäftigung er nach Aufhebung dieser An­stalt im Jahre 1817 nachging, ist nicht bekannt.

Er starb am 12, März 1831 im 80, Lebensjahr zu Montabaur,

P, Florinus _Egenolf, in der Welt Christian Egenolf, war letzter""Guardian des Klosters,

Geboren am 7, März 1749 in Niedererbach, trat er 1768 in den Orden ein, war 1814 Pfarrverwalter in Irlich, kam dann 1815 als Frühmesser nach Kurtscheid und starb dort am 25, Juni 1825,

P, Bartholo mäu s Flügel, in der Weilt'Antonius Flügel, zu­letzt der Sekretär des Klosters ( so bezeichnet in den Akten der nass, Regierung), geboren am 26, 12, 1738 in Camberg, trat 1762 in den Orden ein, Jubilarius des Ordens lebte zu-