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Stadt flßontabaut
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Für den amtlichen Teil verantwortlich: Der Bürgermeister
6. JAHRGANG (56)
FREITAG, DEN 21. FEBRUAR 1969
NUMMER 8
NACHRUF
Gott der Herr hat seine getreue Dienerin, die ehrwürdige
Schwester Leonoria
in der Welt Christine HA NS ES, heim gerufen.
Am 17. Februar 1969 verstarb sie in Dernbach im 71. Lebensjahr.
Mehr als 50 Jahre gehörte die Verstorbene als Schwester dem Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi an.
Die Bevölkerung der Stadt Montabaur trauert um eine Ordensfrau, die im Hospital zum Heiligen Geist 40 Jahre lang im Dienste christlicher Nächstenliebe tätig war. Die Betreuung alter und kranker Menschen war ihr Berufung und Aufgabe.
Der Herr kennt ihre guten Werke, in seiner Herrlichkeit ist Gottes treue Dienerin geborgen.
Rat und Verwaltung der Stadt Montabaur gez.: Mangels
Bürgermeister
Kath, Kirchengemeinde Montabaur gez.: Breidling Dekan
Für die Schwestern des Altersheimes Montabaur gez.: Schwester Aida Oberin
Das Exequienamt ist am Donnerstag, dem 20. Februar 1969, um 14.00 Uhr, in der Pfarrkirche St. PETER in Ketten in Montabaur ; anschließend daran die Beerdigung.
EIN STÜCK STADTGESCHICHTE
Die Fastnachtskampagne 1969 ist vorbei.
Der Prolog des Türmers bei den Sitzungen der " Heiterkeit " verdient jedoch festgehalten zu werden, da er ein Stück Stadtgeschichte nacherzählt, die ein lebendiges Bild von Montabaur wiedergibt, das wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten.
Prolog
des Türmers zu den Kappensitzungen 1969
Ihr habt in diesem Jahre wieder ein altes Bauwerk Euch entdeckt.
Jahrhun derte stand treu und bieder es hinten im Gebüsch versteckt.
Da schlief es zwischen hohen Bäumen, die ringsum nun man hat gefällt, und es erwacht aus alten Träumen, steht plötzlich mitten in der Welt.
Es kommen eifrig Fotomänner, hier aus der Stadt und auch vom Land.
Und doch hat mancher Heimatkenner des Turmes Namen nicht gekannt.
Das ist, scheint mir, doch eine Lücke, die sich heut abend schließen soll.
Der Eulenturm steht im Gebücke, ein altes Denkmal, jeder Zoll !
Man holt hervor ihn aus der Ecke, befreit von Staub ihn und Gesträuch ; der Eulenturm, der alte Recke, steht heute mitten unter Euch !
Jahrhunderte, ins Land gezogen, sahn mich als Türmer alle Zeit.
Zwar sind die Tage längst entflogen, doch seh ich noch mit Deutlichkeit,
was alles sich in jenen Tagen, verwehet von der Zeiten Sturm, hier in der Stadt hat zugetragen :
Ich bin der Veit vom Eulenturm.
Ich seh, es geht der Menschen Streben nur auf Gewinn und Vorteil aus, als würden alle ewig leben und keiner müßt aus seinem Haus.
Recht klein sind sie aus luft'gen Höhen in ihrem Treiben, ihrer Hast aus meinem Fenster anzusehen, und mancher seine Zeit verpraßt!
Ich grüß die stillen Morgenstunden, wenn strahlend hell am Himmelfeld der neue Tag sich eingefunden, der Leben schenkt der kleinen Welt,
daß unter mir, im Sauerthale, vom Schlaf erquickt, nach dunkler Nacht, im ersten Morgensonnenstrahle die kleine Stadt zum Tag erwacht.
Seh, wie im hohen Himmelsbogen, von unsichtbarer Hand gelenkt, der Sonnenwagen kommt gezogen bis daß er sich im Westen senkt ;
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