ALLGEMEINE NACHRICHTEN
300 Jahre ehemaliges Franziskanerkloster Montabaur
von Heinrich Fries
Fortsetzung
Sehr viel taten die Franziskaner für die Seelsorge auf dem Lande. Dafür verbuchte die kurfürstliche Kellerei in Montabaur jährlich 12 Reichstaler 28 albus und 1 Malter Korn (1796) Sie hielten nicht nur die Freitagsmessen am Heilborn zu Dernbach und ln der Kreuzkapelle zu Montabaur sowie lange Jahre den Gottesdienst in der Gnadenkapelle zu Wirzenborn und auf dem Hofgut Langenwiesen, sondern wir finden sie während ihrer Tätigkeit hier in Montabaur in fast allen Orten der Ämter Montabaur und Meudt. Ihr Wirkungskreis erstreckte sich von Groß-Maischeid im Westen bis Langendernbach im Osten, von Marienrachdorf im Norden bis Arzbach im Süden. Meist wurden diese weiten- Wegstrecken zu Fuß zurückge- legt. "Wenß heßlich, wüst, unsauber, renig und sehn ei g wetter wehre, solle den Herren Patri ein pferdt jedesmalß geschickt werden", steht in einem Vertrag mit dem Dorfe Meudt.
und einen zweiten für die Poetik und Rhetorik stellen, denen die Stadt ein Gehalt von jährlich 100 Reichstalern zahlen sollte. Diese hatte sich aber übernommen und der zusam- mengebrachte Schulfonds reichte bei weitem nicht aus, das zugesagte Gehalt zu zahlen. Mehrmals wurden die getroffenen Absprachen geändert; zuletzt zahlte die Stadt nur 80 Reichstaler jährlich, und diese gingen nur schleppend ein, bis gegen Ende des Jahres 1775 die Franziskaner ihren Dienst niederlegten.
Auch die Übernahme der Studentenschule gab neuen Anlaß zu Streitigkeiten mit der Pfarrgeistlichkeitj Die Studenten hatten sich bei den Prozessionen um ihre Professoren geschart und so die alte Ordnung durchbrochen. Als der Stadtpfarrer sich beschwerdeführend an das Offizialat wandte, verfügte dieses am 22. März 1748, daß die Tyron- nen (Anfänger) und Studenten "wie vorhin allzeit gewöhn- lieh geweßen, nemblich immediate (unmittelbar) vor daselbigem clero saeculari " (vor den Weltgeistlichen)" zu gehen ihätten« |
DIE KRIMINALPOLIZEI RAT Kurzer Rausch - lange Reue!
Die Franziskaner betreuten auch die im Turm einsitzenden Gefangenen, sprachen ihnen Trost zu und begleiteten sie auf dem Weg zum "Alten Galgen". Am 1. Januar.1753 bittet der Guardian den Kurfürst um ein Almosen, weil zwei seiner Patres fünf Tage und Näöhte 3 "in Montabaur verhaft gewesene und zum Strang verurteilte sehr ungebärdige Zigeuner assistieren mußten".
Anfangs war der Konvent noch klein; um 1700 waren es dann 8-10 Patres und 4-5 Brüder und von der Mitte des 18. Jahrhunderts ab betrug die Zahl über 20, Damals gehörten r. zum Konvent auch 2 Professoren, die in den drei oberen Schulen (Klassen) der Lateinschule in Montabaur unterrichteten. Seit dem Dreißigjährigen Krieg bestand die Lateinschule nur noch aus einer "Schule”, wir würden heute sagen Klasse.
Im Jahre 1687 bemühte sich der Stadtrat, die Schulen wieder auf den alten Stand zu bringen. Um Kosten zu sparen, beschloß er am 3. September, den Pater Provinzial, der gerade in Montabaur anwesend war, zu bitten, beim Kapitel in Limburg "für die Erste, zweite biß dritte schuhl" in Montabaur anzuhalten. Erst auf dem nächsten Kapitel 1688 gab der Generalkommissar des Franziskanerordens seine Zustimmung zur Errichtung der zweiten Schule (Klasse), falls der Kurfürst keine Einwände erheben würde.
Dieser war aber gegen eine Änderung des althergebrachten Zustandes, erteilte zwar am 12. Oktober 1688 die Genehmigung zur Errichtung einer zweiten Schule (Klasse), bestimmte aber gleichzeitig, daß an dieser Klasse nur ein weltlicher Lehrer unterrichten dürfe. Zu dessen Unterhalt bewilligte er ein Gehalt von 100 Reichstaler, das je zur Hälfte aus dem Hospital und der Almos gezahlt werden sollte. Weiter hatte der Stadtrat 168 7 den Franziskanern versprochen, ein neues Schulgebäude zu errichten. Zur Realisierung dieses Versprechens war er 1688 nicht bereit. Er wollte eine neue Schule nur dann noch errichten, wenn diese "prosperiere". Mit diesen beiden Entscheidungen war der Orden an weiteren Verhandlungen nicht mehr interessiert.
Erst am 3. November 1745 gestattete der Kurfürst dem Konvent die Übernahme der dritten, vierten, fünften Studentenschule (Syntaxis, Poetica und Rhetorica) gegen das jährliche Gehalt von 100 Reichstalern mit der angefügten Bedingung, daß "mit dergleichen schon längstens eingerichteten ersten und zweiten Schulen" nichts geändert werde. Am 11. Juni 1746 kam dann zwischen Stadt und Kloster ein Vertrag zustande, wonach die Franziskaner einen Lehrer für die Syntax
Kriminalpolizeiliches Vorbeugungsprogramm Februar 1969
Alkoholmißbrauch, Tablettensucht, Rauschgifte:
Geißeln unserer Gesellschaft..
Besonders junge Menschen sind gefährdet!
Am Anfang stehen Erlebnishunger und Genußsucht, am Ende Strafanstalt,
Entziehungsheim und Nervenklinik!
Die Akten der Polizei belegen es:
SÜCHTIGE
gleiten nicht nur selbst in die Kriminalität, häufig sind sie auch Opfer von Verbrechern!
DESHALB:
Kein ALKOHOLMISSBRAUCH!
TABLETTEN nur auf Verordnung des Arztes!
Hände weg vom RAUSCHGIFT!
Die Beratungsstellen der Kriminalpolizei gegen kostenlos Auskunft.
L and es krim in al amt Ria ein 1 an d - Pf al z Koblenz
URTEILE
die Kraftfahrer kennen sollten
Seitlicher Sicherheitsabstand zum Radfahrer
Für das einen Radfahrer überholende Fahrzeug ist ein seitlicher Abstand von weniger als 50 cm bei weitem zu knapp. Das gilt nicht nur für Kraftfahrzeuge, sondern auch für Stras sen bahnen.
(BGH, VI ZR 195/66)
Der Führerscheinanwärter muß zum Nachweis seiner Fahrtüchtigkeit mitwirken
Sind der Verwaltungsbehörde Tatsachen bekannt, die Bedenken gegen die Eignung eines Führerscheinanwärters begründen, und weigert sich dieser ohne stichhaltigen Grund, ein Gutachten eines medizinisch-psychologischen Sachverständigen beizubringen, so kann die Verwaltungsbehörde von

