Ausgabe 
17.1.1969
 
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Dreikönigslieder

Am Dreikönigsabend zogen vielerorts wieder die Stern­singer durch die Straßen.

Drei Jungen stellten die Weisen aus dem Morgenlande dar. Ihre königliche Kleidung war leicht beschafft. Vaters Hemd diente als Königsmantel. Gold- und Silberpapier machten die Verbrämung. Auf dem Kopfe saß die Krone als Zei­chen königlicher Würde, aus Papier zusammengeklebt.

Einer trug auf langer Stange eine Sternentransparenä, ein anderer mit schwarz bemalten Gesicht war der König aus dem Morgenland. Der Dritte aber trug als Opferschale eine Blechbüchse, mit der er fortgesetzt rappelte.

Von Haus zu Haais gingen sie und sangen das Dreikönigs­lied:

Es kommen drei Weisen aus Morgenland, wir kommen daher von Gott gesandt.

Wir kamen vor des Herodes Haus,

Herodes schaute zum Fenster heraus.

"Ihr weisen Herrn, wo wollt ihr hin?"

"Nach Bethlehem steht unser Sinn.

Nach Bethlehem, der Davids-Stadt, wo unser Heiland geboren ward."

Es war aber auch ein Schwarzer dabei, der war der dritte wohl in der Reih.

Der Schwarze, der war gar wohl bekannt,

Das war der König aus Mohrenland.

Der Schwarze rappelte mit seiner Büchse. Man gab den verdienten Lohn, auch Eier, Speck, Wurst oder dergleichen nützliche Dinge waren willkommen. Aus t)anl< sang man dann zum Abschied:

Ihr habt uns eine Bescherung gegeben, drum sollt ihr das Jahr in Frieden verleben.

Ihr und eure Kinder dazu,

dazu im Stalle Ochs, Esel und Kuh.

Wir schieiben es auf, auf ein goldenes Blatt, der Stern muß jetzt aber weiter fort.

Urtseujbliche Noame

Merr Wäller wässe, doat eloh merr sajch net braucht ze schoame, horr merr em Urt en Noame.

"Spitznamen" säht de Stärrer schrooh.

Koam naulich on em schiene Doag en Maa, de braucht bajm Lese en Brill un es gewese nauschieriger met järer Froag.

Aach en dem Backes fräht he hau su dat un doat vum Lewe.

Groad doat vom Noamegewe, dat woar dem Brille-guckes nau.

"Jo, alle Leuj", säht lietzt doat Kätt,

"hunn Noame su em Iertche!

Bluß driwwe Säujhierts Diertche, däj Säuhierts hunn kaan Noame net!"

(Ludwig Nies in "Wäller Ovendglöcke laure",

Verlag Heil, Bad Ems)

ÜBER 100 Miliar den DM

stehen in den Sparkassenbüchern der bundes- deutschen Bevölkerung.

75 Sparkassenbücher auf 100 Einwohner / Gegenwert von 2 Mill. Wohnungen.

Die Spareinlagen bei den Sparkassen haben Ende vergangeir- nen Jahres die Schwell von 100 Mrd. DM überschritten.

An diesem Sparaufkommen war die Nassauische Sparkasse allein mit annähernd 1,4 Mrd. DM beteiligt. Durch die Zinsgutschriften am Jahresende stand in den 45 Millionen Sparkassenbüchern innerhalb der Bundesrepublik ein Gut­haben von rund 102 Mrd. D M. Davon gehören 90 S privaten Sparern, während der Rest Rücklagen von öffent­lichen Stellen und von Wirtschaftsunternehmen sind.

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, was 100 Mrd. DM Spareinlagen bedeuten, stelle man sich die Zahl der in den letzten drei Jahren gebauten Wohnung oder dreimal die Anzahl der Wohnungen Hamburgs vor; Rund 2 Millionen Neubauwohnungen entsprechen dem Gegenwert der Spareinlagen bei den Sparkassen, wenn alle Wohnungen voll aus Sparguthaben finanziert würden.

Oder ein anderer Vergleichs Der Spareinlagenbestand bei den Sparkassen macht ein knappes Drittel des jährlichen Volkseinkommens der Bundesrepublik aus.

Wie. stark der Anstieg der privaten Sparkapitalbildung war, zeigt ein Vergleich mit dem Stand nach der Währungs­reform. Am Ende der "Abhebungswelle" als Ergebnis der Währungsform gab es Ende 1948 knapp 16 Millionen pri­vate Sparkassenbücher mit einem Guthaben von nur 1,6 Mrd. DM. In den folgenden 15 Jahren wuchsen idie privateh Sparguthaben' um' rund '50. Mrd.., Iwähtend die nächsten 50 Mrd. DM in den letzten 'fünf Jahren zusam - menkamen. Diese für die Kapitalbildung in der Bundes­republik so erfreuliche Entwicklung ist vor allem das Ergebnis der gestiegenen Masseneinkommen. Dadurch wurde in breiten Bevölkerungsschichten die nötige Spar­fähigkeit geschaffen und verbessert, was sich dann als Spareinlagenzuwachs vor allem bei denjenigen Spar­instituten niederschlug, die sich schon immer intensiv um den klein Mann als Kunden bemüht hatten.

Allerdings darf ein zweiter Faktor nicht übersehen werden, der häufig in den Hintergrund tritt; Die permanente Zu­nahme der Zinsen. Aus den vielen kleinen und großen Zin gut Schriften des Jahresablaufs werden Milliardenbeträge, die von Jahr zu Jahr einen größeren Anteil an den Spar­guthaben erlange n. So schrieben die Sparkassen von

1949 bis Ende 1968 ihren Sparern rund 24,5 Mrd. DM Zinsen gut, das entspricht also im Durchschnitt fast einem Viertel des Spareinlagenzuwachses dieser Zeit.

Auch hierin zeigt sich wieder, wie sich die kontinuier­liche, am Kapitalmarkt orientierte Zinspolitik der Spar­kassen günstig für die Kapitalbildung der Sparer auswirkt. Das ist, neben den Einzahlungen, auch ein Grund für die Zunahme des Durchschnittsbetrages je Sparkassenbuch.

Er ist heute etwa zwölfmal so hoch wie 1950, während es "nur" dreimal soviel Sparkassenbücher gibt. Allein die Sparer der Nassauischen Sparkasse erhielten zum Jahres ende 1968 die stattliche Summe von 52 Millionen DM an Zinsen gutgeschriebeji.

Wenn heute die Hälfte aller Sparkassenbücher Guthaben unter 300 DM und zwei Drittel aller Sparkassenbücher unter 1 000, DM aufweisen, so ist das ein wichtiges Indiz für die Kundenstruktur; Denn Dreiviertel aller Spar­kassenbücher gehören Arbeitnehmern und Rentnern. Das "kleine Sparen" herrscht vor. Aber sparpolitisch ist die Dynamik beachtlich; 1950 machten die Konten mit weniger als 300 DM noch 88 °je und bis unter 1000 DM insgesamt 96 % aller Sparkonten aus. Während es 1950 durchschnittlich 29 Sparkassenbücher je 100 Einwohner in der Bundesrepublick gab, sind es heute rund 75 Bücher je 100 Einwohner. Auf jeden Privat .hau shalt entfallen heute durchschnittlich 2,2 Sparkassenbücher, wogegen

1950 nicht einmal auf jeden Haushalt ein Sparkassenbuch kam.

Verantwortliche für die Gestaltung Frau A. Fichtner

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