Ausgabe 
3.1.1969
 
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10.00 Uhr Eiektrounfälie und Unfälle im Haushalt -

Filmvortrag der BG der keram. und Glas­industrie

11.00 Uhr Mechanismus und Verlauf der Geburt Glas

12.00 Uhr Aus der Frühzeit der örtl. Betäubung in der Zahnheilkunde

Leben in Gefahr

13.00 Uhr AYURVEDA- Medizin aus der Hand der i Götter

' Zu Quaicas und Passifloren

15. 00 Uhr Ein Leben in Deiner Hand Zwischen Donau und Drau

16.00 Uhr Dermatomykosen (Piizerkrankungen) Ein Platz im Leben

17.00 Uhr Diabetes-Diät im Alltag

Rembrandt - Maier des Menschen

Sonntag

12.1.69 Diagnostik und Therapie rheumatischer Herz-

10,00 Uhr fehler

Der Tod gibt eine Party Zoo

11,00 Uhr Sicherheit bei Narkosen mit Haiothan Glas

14.00 Uhr AYURVEDA - Medizin aus der Hand der Götter

Zu Quaicas und Passifloren

15,00 Uhr Ein Leben in Deiner Hand

Mechanismus und Verlauf der Geburt

16.00 Uhr Diabetes-Diät im Alltag Ein Platz im Leben

300 Jahre ehemaliges Franziskanerkloster Montabaur

(Fortsetzung)

Die Anfänge der Niederlassung:

Die Anfänge der Ordensniederlassung fallen in die letzten ' Jahre des Dreißigjährigen Krieges. Der Westerwald war I

wiederholt von zuchtlosen Söidnerscharen heimgesucht wor- i den, die Mord, Raub und Gewalt über eine verängstigte und rechtlose Bevölkerung gebracht hatten. Nur der blieb am Leben, der mit der gleichen Münze heimzfthite. Ma- | rodeure und entlaufende Landsknechte beherrschten in den ( letzten Kriegsjahren die Straßen, von denen wahrscheinlich ( 1644 auch der kurtrierische Kellner Johannes Weydenbach (4) I erschossen wurde. In dieser Zeit des Verfalls aller sittlichen I Normen, der Friedlosigkeit und der brutalen Gewalt began- | nen die Franziskaner mit ihrer Missionsarbeit auf dem i

Westerwald.

i

Am Feste der Enthauptung des hl. Johannes, am 29. Aagust ( 1641, kamen die ersten Franziskaner zur Klostergründung von | Limburg nach Montabaur. Nach der Predigt in der Hospital- |

kapelie trugen sie dem Stradtrat ihren Wunsch vor und er- i

hieltet! die mündliche Zustimmung. Bereits am 3. Septem- 1 ber, bei Anwesenheit des Provinzials Pater Lambertus Weyer, j übergab man den Franziskanern zu ihremweiteren Aufenthalt ein kleines, dem Hospital zugehöriges Haus (5) und die Hos- pitalkapeile zur Abhaltung des Gottesdienstes. Noch aber 1 fehlte zur Niederlassung die Einwilligung des Erzbischofs und I

des Domkapitels (6). Da der Erzbischof und Kurfürst Philipp Christoph von Sötern vom Kaiser in Wien gefangengehalten wurde, wandte sich der Stadtrat von Montabaur in einem Schreiben vom 6. September 1641 zunächst an das Domka­pitel und bat, die Niederlassung zweier Franziskaner in Monta baur zu gestatten, wo "ein cappelgen und hauß, so dem hos - pttal zugehörigh", zur Verfügung ständen. In der Begrüßung heißt es, daß "die Kinderlehr lange Zeit underiassen, dadurch die liebe Jugendt verseumbt und verwildt, darzu auch diese außgeiassene Krieghszeiten und dabei verübtes bößes gott­loses Leben große ursach gibt". Das Schreiben vermittelt ein trauriges Zeitgemälde und schildert uns die große see­lische und geistliche Not, in der sich der Mensch zu Ausgang des Dreißigjährigen Krieges befand, da "schier alle pastoreien (im Amt Montabaur) armutz halber vaciren und die undertha- nen ohne Gottesdienst und geistlichen trost" sterben mußten. Das Domkapitel gab unter dem 12. September 1641 zu dem Vorhaben des Stadtrates seine Zustimmung mit dem Bedeu­ten, "daß solches ohne nachtheilige consequentz unndt bieß auff bessere Zeiten beschehe". Mit dieser unklaren Formulie­rung war nicht viel gewonnen.

Etwas mehr als ein Jahr sollte es noch dauern, bis Weih­bischof Otto Gereon von Senheim , Titularbischof von Azo- tum, auf die Bitten von Rat und Gemeinde der Stadt Monta­baur zur Hebung des Gottesdienstes daselbst und in der Um­gebung zunächst zwei Franziskaner strenger Oberservanz die Niederlassung in Montabaur gestattete.

Die Zeit war für ein solches Vorhaben denkbar schlecht.

Stadt und Bürger waren verschuldet und konnten nicht helfen. Die Franziskaner waren ganz auf sich selbst ge­stellt und mußten die Kosten für die Niederlassung selbst aufbringen. Doch wurden sre von allen Klöstern der Pro­vinz unterstützt. 1654 mußte jedes Kloster der Provinz auf Weisung des Provinzials zur Deckung der Schulden von Montabaur 12 Reichsthaier zahlen. Das Kloster in Limburg verkaufte 1660 einen wertvollen Kelch und gab den Erlös nach Montabaur. Ständige Förderer waren auch die Erz­bischöfe von Trier, die Herren von Brambach und die Familie Jean Mariot (7), die um Montabaur mehrere Hütten und Ei­senwerke betrieb. Ein besonderer Wohltäter war Reichard Cantzeler "besteiter Capitain Lieutenant über die gegen den Erbfeindt (die Türken) neu aufgerichtete Churfürstl. Trierische Compagney zu pferdt", der testamentarisch 1664 in seiner Wohnung in Montabaur auf dem Markt den Franziskanern 100 Reichstaler vermachte. Ein anderer Wohltäter, der Oberst­leutnant Matthias Nagel (8) hinterließ dem Konvent 80 Reichsthaier. Dieser lag während des Krieges mit seinen Soldaten in Montabaur. Stadt und Bann schuldeten ihm aus dieser Zeit 250 Reichsthaier, die erst 1660 zurückgezahit wurden.

Anmerkung:

(4) Des Epitaph über dem rechten Eingang zum Chor hält dieses Geschehen fest. Dort sehen wir einen Reiter (Kellner), auf den aus einem Waldstück mehrere Fiinteniäufe gerich­tet sind. Nach dem Nachruf, den ihm seine Ehefrauen wid­met, dürfte er dem dritten Orden des hi. Franziskus ange­hört haben.

(5) Über diese Vorgänge bringt der damalige Stadtpfarrer Johannes Kauß im Bd. I der Kirchenbücher (.Taufregister der Pf. M. 1599-1696) nachstehende Notiz: In diesem Jahre kamen aus eigenem Antrieb die ehrwürdigen Franziskaner Patres am Feste der Enthauptung von Johannes dem Täufer. Ihnen wurde das kleine Haus der Kirche, das neben dem Hospital liegt, als Wohnung eingeräumt, sie wurden zuge- iassen mit Einwilligung des Trierer Dom kapitels. Hier wird als Eigentümer des Hauses die Kirche genannt. Das muß aber nicht im Widerspruch zu obiger Auslassung gelesen werden; denn die Verwaltung des Hospitals lag in den Hän­den von Stadrat, Kirche und Landesregierung.