Ausgabe 
29.11.1968
 
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An dasVorweihnachtspaket denken ge, wie sein Päckchen oder Paket den

Empfänger möglichst unbeanstandet er- Weihnachtliche VorbGreitungen fürdrüben reicht. Wichtig vor allem ist auch, daß

Weihnachtssendungen so früh wie mog­ln unseren Geschäften füllen sich Schaufenster und Regale mit den vielen schönen ü c h aufgegeben werden; denn erfah- Dingen, die nun einmal zum Weihnachtsfest gehören. Nürnberger Lebkuchen, rungsgemäß tritt Mitte Dezember ein Aachener Printen, Liegnitzer Bomben, schokoladeüberzogene Spitzkuchen und derart starker Paketstau ein, daß Ver- Dominosteine, Lübecker Marzipan, Datteln, Feigen, Nüsse und Südfrüchte wetteifern zögerungen unvermeidlich sind, mit anderen Köstlichkeiten um die Käufergunst. Einige Wochen vor dem Fest,

äußert sich mancher, geht derWeihnachtsrummel" schon los. F.L.

Mini-Autos fürTestfahrer

Eine praktische Beschäftigung für technisch interessierte Kinder

Die technischen Berufe stehen nach wie vor nach den neuesten Untersuchungen über Beri/fswünsche in aller Welt an erster Stelle. Mit der schnellen technischen Entwicklung der vergangenen 50 Jahre geht einher, daß Technik und Fortschritt in der Vorstellungswelt des Kindes und des Jugendlichen zum großen Abenteuer des 20. Jahrhunderts werden.

Daß das Weihnachtsfest seineSchatten so weit vorauswirft, hat aber auch seine guten Seiten. Früh genug werden wir daran erinnert, daß die Menschen im anderen Teil Deutschlands das Fest bei weitem nicht so üppig begehen können. Gewiß hat sich vieles gebessert. In den Staatsläden drüben werden manche Spe­zialitäten angeboten, die allen Ansprü­chen genügen, Dresdner Stollen zum Beispiel. Aber es fehlt die Vielfalt, und mögen diePlaner in Inhalt und Aufmachung auch aufgeholt haben, so sind doch den privaten Wünschen immer wieder Grenzen gesetzt: die Zonenwirt­schaft muß mit Einkäufen im Ausland weit haushälterischer sein als wir. Es fehlt an Geld für teure Gewürze, die nun einmal zum Weihnachtsgebäck un­erläßlich sind.

Mehr als bei uns greift deshalb die Haus­frau drüben auf Mutters oder Groß- mutters Rezepte für Weihnachtsgebäck zurück; wenn sie Verwandte oder Freun­deim Westen hat, kann sie sogar ganz aus dem Vollen wirtschaften und ihre Familie verwöhnen. Aber für sie ist wichtig, daß sie rechtzeitig bekommt, was sie für die Weihnachtsbäckerei braucht. Wer auch sonst wenig von Küchengeheimnissen eine Ahnung hat, weiß zumindest, daß Lebkuchen nach dem Backen eine Zeitlang liegen müs­sen. Nicht nur Pfefferkuchengewürz und Treibmittel aller Art (unser Backpulver ist drüben immer wieder begehrt !)sind erwünscht, sondern auch Mandeln, Zi­tronat, Vanillegewürz, Vanillezucker, Rosinen, Kakao, Milchpulver, Trocken­obst, Puddingpulver, Nüsse und ähnliche Zutaten. Im übrigen sollte im Vorweih­nachtspaket auf keinen Fall die Viertel­kilopackung Kaffee fehlen, die fast auf jedem Wunschzettel von drüben an er­ster Stelle steht.

Im September ist eine Neufassung der Hinweise für Geschenksendungen nach Mitteldeutschland und nach Ostberlin herausgegeben worden, die bei jedem Postamt kostenlos erhältlich ist. Die

Hinweise geben dem Absender von Ge­schenksendungen nach drüben Ratschlä-

Neben den verständlichen Wünschen, Astronaut, Raketenspezialist oder Test­pilot zu werden, bestimmt das Auto Phantasie und Wunschhorizont der her- anwachsenden Jugend. Für den Erwach­senen mag das Auto Fortbewegungs­mittel, Gebrauchsgegenstand oder Sta­tussymbol sein, es kann einhobby oder ein Mittel, sich Steuervorteile zu verschaffen sein, für Kinder ist es oft der Mittelpunkt alles Wünschenswerten. Nichts kein Fotoapparat, kein Radio oder Tonbandgerät, keine elektrische Eisenbahn sind so zentral in der kind­lichen Wunschwelt verankert, wie das Auto.

Vermutlich, so meinen Wissenschaftler, würde das Flugzeug Berufswunsch Pilot oder Testpilot dem Auto den Rang ablaufen, wäre nicht das Auto realisierbarer. Die Hersteller eines neuen

Spielzeugtyps wollen kindliche Wunsch­träume heute erfüllen. Sie brachten eine Modellserie auf den Markt, die den kindlichen Wunsch, Automechaniker und Testfahrer zu werden, weitgehend er­möglicht. Man kann jedes der Modelle, die maßstabsgerechte Nachbildungen be­kannter Personen, Sport und Renn­wagen sind, durch Auslösen eines Ver­schlusses in zahlreiche Teile zerlegen und wieder zusammensetzen. Man kann, wie bei einer richtigen Testfahrt, die Autos in immer kürzerer Zeit demon­tieren, mit Ersatzteilen versehen und wieder fahrfertig machen.

So wird der kleine Testfahrer selbst getestet, wie es mit seiner Phantasie, seiner Geduld, seiner Fingerfertigkeit und seiner Fähigkeit, Konstruktionsteile zusammenzudenken, bestellt ist.

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Im Basler Zoo wurde ,,Syntolan, ein vollsynthetischer Teppichboden, von Löwen getestet. Nur um frische Luft zu schnappen, tauschten die vier Löwen ihre feudale Wohnung täglich während acht Stunden mit dem Gehege. Die übrige Zeit tummelten sie sich auf dem komfortablen Boden, ohne Spuren zu hinterlassen.