WELTGESCHEHEN
im Monat Juli 1968
Montag, 1. Juli
1 Die USA und die Sowjetunion einigen sich darauf, über eine Beendigung des atomaren Wettrüstens zu verhandeln.
In dem von einer Hungersnot heimgesuchten Staat Biafra sollen täglich 200 Kinder verhungern.
Ein amerikanisches Düsentransportflugzeug wird zur Landung auf der sowjetischen Kurifenirisel Iturup gezwungen.
Dienstag, 2. Juli
Ein 45jähriger deutscher Major wird in Rio de Janeiro erschossen.
Mittwoch, 3. Juli
Die Westmächte protestieren bei der Sowjetunion gegen die Behinderung des Verkehrs nach Berlin.
Donnerstag, 4. Juli
Die vierte Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen wird mit einem Gottesdienst im Dom der schwedischen Universitätsstadt Uppsala eröffnet.
Freitag, 5. Juli
Bundeskanzler Kiesinger erneuert sein Angebot an die osteuropäischen Länder, die gegenseitigen Beziehungen zu verbessern. Er fordert auch neue Initiativen in der Europapolitik und die Einberufung der EWG—Gipfelkonfe
renz.
Samstag, 6. Juli
Die Sowjetunion, Polen und die DDR äußern verstärkt ihre Unzufriedenheit und Besorgnis über die Entwicklung in der Tschechoslowakei.
Dienstag, 9. Juli
ln Rheinland—Pfalz werden zum 1. Oktober die Regierungsbezirke Rheinhessen und Montabaur aufgelöst.
Mittwoch, 10. Juli
Neuer französischer Regierungschef wird der langjährige Außenminister Couve de Murville.
Donnerstag, 11. Juli
Ein schwerer Wirbelsturm richtet in der Stadt Pforzheim und umliegenden Gegenden große Schäden an. Rund 1000 Wohnungen werden zerstört oder beschädigt.
Freitag, 12. Juli
Ein Explosionsunglück im elektrochemischen Kombinat Bitterfeld fordert 24 Todesopfer und 83 Verletzte.
Samstag, 13. Juli
Das Massensterben in Biafra nimmt immer schrecklichere Ausmaße an, weil die Hilfsmaßnahmen kaum zum Ziele kommen können.
Sonntag, 14. Juli
ln Warschau treten die Führungsspitzen der Warschauer—Pakt—Staaten zusammen, um über die Entwicklung in der Tschechoslowakei zu beraten. Die Tschechoslowakei und Rumänien nehmen nicht daran teil.
Mittwoch, 17. Juli
Auf Erinnerungslücken beruft sich der 27 Jahre alte Arztsohn Klaus Lehnert im Wiesbadener Schwurgerichtsprozess um die aufsehenerregende Entführung und Ermordung des siebenjährigen Timo Rinnelt vor vier Jahren.
Der irakische Präsident Aref und die Regierung werden von der Armee gestürzt.
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Donnerstag, 18. Juli
Die tschechoslowakische KP—Führung weist den Vorwurf der „Konterrevolution" zurück und läßt keinen Zweifel daran, daß sie den mit der Demokratisierung eingeleiteten neuen Kurs fortsetzen will.
Sonntag, 21. Juli
Sowjetische Truppeneinheiten befinden sich noch immer zu Manövern in der Tschechoslowakei.
Das im deutsch—tschechoslowakischen Grenz— raum geplante Bundeswehrmanöver „Schwarzer Löwe" wird in die Schwäbische Alb verlegt.
Montag, 22. Juli
Derpolitische und moralische Druck Moskau] die Reformer in der CSSR läßt nicht nach! Spitzengremien der kommunistischen Pal der Sowjetunion und der Tsehechoslov] werden sich auf tschechoslowakischem Bl treffen.
Dienstag, 23. Juli
Die Sowjetunion beginnt in an die CSSR d zenden Gebieten mit einem Manöver. Die 3 baut einen Grenzzaun zur Tschechoslowakei
Mittwoch, 24. Juli
Rassenunruhen in den USA fordern 10 Tote|
Donnerstag, 25. Juli
Die Westmächte verbieten einen in Westix geplanten Weltkongreß der lettischen jugend.
Sonntag, 28. Juli
Nobelpreisträger Prof. Dr. Otto Hahn, der E decker der künstlichen Atomkernspaltung $ mit 88 Jahren in Göttingen.
Montag, 29. Juli
Mit der Enzyklika „Humae vitae" bekräff Papst Paul VI. die traditionelle Haltung i katholischen Kirche zur Geburtenkontrolle,! nach ist nur, wenn ernsthafte Gründe dafürw liegen, die Ausnutzung der natürlichen Zykl der Frau möglich. Die Enzyklika findet in o Öffentlichkeit nur vereinzelt Zustimmung.
Dienstag, 30. Juli
Die DDR ist nicht bereit, ihre Presseerzeugnis in die Bundesrepublik zu liefern.
Mittwoch, 31. Juli
ln der ostslowakischen Kleinstadt Cierna I ginnt eine sowjetisch—tschechoslowakisch Gipfelkonferenz über den DemokratiesierunJ prozeß in der CSSR.
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Der Vulkan Arenal im Nordwesten Costa Ricj bricht aus und fordert zahlreiche Mensdiü] leben.
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von
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Kl
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In Mexico—City brechen schwere Studentenu| ruhen aus.
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