Weithin liegen trotzdem auf den Straßen, die goldbraunen Früchte ungeniert,
Von den Autos, die später darüberrasen, werden sie geruch- und geräuschvoll atomisiert*
Drum Ihr Beiden schwingt nicht nur Peitsche und Hippe,
Weil das Eine und Andre zum Fuhrwerk gehört,
Beseitigt auch die Spuren mit der vergessenen Schippe,
Wenn Ihr den Abfall für uns transportiert*
So ziehen dann Mann und Roß den Wagen, noch immer die Straßen auf und ab,
Gleich einem Bild aus alten Tagen, mit "Hüh und Hott" im gleichen Trab*
Behindert wird dadurch zwar der Verkehr, weil ein Fuhrwerk ja nicht rasen kann,
Doch deshalb wünschen wir alle sehr "Gute Fahrt" dem Ho - Jo - Jo - Gespann*
ZWANZIG JAHRE WÄHRUNGSREFORM
Die zwanzigste Wiederkehr des Tages, der im Ausland vielfach als die Geburtsstunde des größten deutschen Wunders bezeichnet wurde, ist Anlaß und Verpflichtung zugleich, sich darauf zu besinnen, welche Bedeutung die Währungsreform für uns alle gehabt hat* Gerade heute erscheint es notwendiger denn je, daran zu erinnern, daß in den Jahren nach 1945, als die Waffen endlich schwiegen, Deutschland in völliger Hoffnungslosigkeit darniederlag* Durch die Kriegszerstörungen und Demontagemaßnahmen der Siegermächte befanden sich Industrie, Handel, Handwerk, Verkehr und die staatliche Verwaltung in einem chaotischen Zustand, Hunger, .Kälte, Arbeitslosigkeit, Schiebertum, schwarzer Markt und Korruption bestimmten die damalige Lage in Deutschland, die noch dadurch verschlimmert wurde, daß rd* 11 Mill* Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren und alles Hab und Gut verloren hatten, mit versorgt werden mußten*
Der 20* Juni 1948, der Tag der Währungsreform, brachte in dieser schier ausweglosen Situation die entscheidende Wende. Wir wissen, daß nicht ein Wunder an diesem Tag geboren wurde, daß es aber für uns alle wunderbar war, wieder die Möglichkeit zu haben, alle Kräfte für einen gesunden Aufbau einsetzen und frei entfalten zu können*
Diese Chance hat das deutsche Volk erkannt und genutzt*
Der historischen Wahrheit wegen und um unsere eigene Leistung nicht zu übferschätzen, sollten wir uns aber auch dankbar daran erinnern, daß unsere Wiederaufbauarbeit von außen tatkräftig unterstützt wurde. In erster Linie ist hier der Marshall-Plan zu nennen, der mit seinem Geldzufluß der europäischen und insbesondere-auch der deutschen Wirtschaft entscheidende Impulse gegeben hat. Ohne die Mittel aus dem Marshall-PJan wäre die als ein Wunder bezeichnete wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik und der Aufbau unserer neuen Währung - wenn überhaupt - so doch auf keinen Fall in dieser eindrucksvollen Weise gelungen*
Dies zu erkennen und zu bekennen ist gerade heute Pflicht, eines jeden von uns*
Ein weiteres hohes historisches Verdienst gebührt in diesem Zusammenhang der vorausschauenden Wirtschaftspolitik Prof. Erhards, der gegen zahlreiche massive Angriffe die deutsche Wirtschaft von den Fesseln der Zwangswirtschaft befreit und durch die Einführung der sozialen Marktwirtschaft die Voraussetzungen für freies, dynamisches und sozialbewußtes Wirtschaften geschaffen hat*
Die entscheidenden Leistungen für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg hat jedoch zweifellos das gesamte deutsche Volk vollbracht* Dies gilt insbesondere auch für die Arbeitnehmerschaft und den gewerblichen Mittelstand.
Tatkräftig unterstützt wurden die Aufbauleistungen des ge
werblichen Mittelstandes vor allem von den Volksbanken* Ohne Rücksicht auf fehlendes Eigenkapital, ohne Beachtung der sog* "Goldenen Bankregel" und meistens unter Verzicht auf bankmäßige Sicherheiten haben die Volksbanken soweit es nur irgend möglich war, sofort nach der Währungsreform ihre Mitglieder mit kurz- und langfristigen Krediten versorgt, die die mittelständische Wirtschaft gerade in der damaligen Lage dringend benötigte* Durch diese unkonventionelle Geschäftspolitik haben die Volksbanken beim Wiederaufbau der mittelständischen Wirtschaft Erhebliches geleistet*
Durch ihre unorthodoxe und fortschrittliche Geschäfts politik haben die Volksbanken nach der Währungsreform eine imposante Entwicklung zu verzeichnen, die gleichzeitig die Leistungen und den Wiederaufstieg der gesamten Wirtschaft beispielhaft widerspiegelt* In der DM-Eröffnungsbilanz per ' 21* Juni 1948 hatten die rd* 700 Volksbanken und 5 Zentralkassen eine Gesamtbilanzsumme von knapp 0, 5 Mrd* DM, Die Gesamteinlagen betrugen rd* 0, 4 Mdr* DM und die gesamten Ausleihungen wurden mit 21 Mill* DM angegeben* Heute verfügen die Volksbanken und Zentralkassen über eine Gesamtbilanzsumme von über 25 Mrd* DM* Sie verwalten rd* 20 Mrd* DM Einlagen und haben der mittelständischen Wirtschaft über 16 Mrd. DM an Krediten zur Verfügung gestellt* Neben einer aktiven Kreditpolitik haben sich die Volksbanken insbesondere auch für die Vermögensbildung breiter Bevölkerungskreise und die Aufrechterhaltung der Geldwertstabilität eingesetzt*
Heute kann mit Befriedigung festgestellt werden, daß die deutsche Mark in aller Welt hohe Wertschätzung genießt und sich gerade in schwierigen Situationen, wie der vor kurzem entstandenen Gold- und internationalen Währungskrise, als eine der stabilsten Währungen der Welt erwiesen hat* Wir haben allen Grund, uns über diesen Aufstieg aus dem Nichts zu freuen und hierauf stolz, aber auch gegenüber den helfenden Nationen dankbar zu sein* Auch der Zukunft können wir mit Optimismus und Vertrauen ent- gegenblicken und an die weitere Arbeit gehen* Dabei dürfen jedoch mögliche Gefahren für unsere Währung, die in der gegenwärtigen Entwicklung liegen, nicht übersehen werden* Hier heißt es, von vornherein den Anfängen zu wehren* Denn ohne eine gesunde Währung gibt es weder eine gesunde Wirtschaft noch einen gesunden Staat* Und denjenigen, die nicht in der Lage sind, aus eigener Erfahrung die Leistungen der Vergangenheit zu würdigen, sollten wir deutlich machen, daß wir fest entschlossen sind, das mit großen Mühen Erreichte nicht leichtfertig verspielen zu lassen*
Eine gute Geldanlage
Wie uns die Volksbank Montabaur mittelt, brachte das erste Quartal 1968 den Volksbanken das bisher beste Verkaufsergebnis ihrer seit April 1964 eingeführten Sparbriefe* In diesem Zeitraum wurden Sparbriefe mit einem Nennwert von rund 31,2 Mio* DM verkauft, was einem Zuwachs ' von über 30 % entspricht* Davon entfallen 25 Mio DM auf den Volksbanksparbrief mit vorheriger Abzinsung und 6,2 Mio DM auf den seit Januar 1968 neu geschaffenen'Sparbrief mit halbjährlicher Zinszahlung.
Insgesamt wurden bis zum 31* März 1968 an den Schaltern der Volksbanken für rund 140 Mio DM Volksbanksparbriefe verkauft*
Den Schriftsatz der heutigen Ausgabe fertigte für Sie
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