WELTGESCHEHEN
im Monat MÄRZ 1968
Freitag, 1. März
Bundespräsident Lübke erklärt „in eigener Sache“ über Rundfunk und Fernsehen, der Vorwurf, er habe beim Bau von KZ-Baracken mitgewirkt, sei eine Verleumdung.
Samstag, 2. März
Der tschechoslowakische General Jan Sejna flieht mit wichtigen militärischen Dokumenten in die USA.
Sonntag, 3 März
Für eine fühlbare Aufbesserung der Massenkaufkraft zur Sicherung des Konjunkturaufschwunges spricht sich Bundeswirtschaftsminister Schiller zur Eröffnung der Frankfurter Frühjahrsmesse aus.
Dienstag, 5. März
Die Hauptbetrüger im Millionen—Finanzskandal, Friedrich Wilhelm Ermisch und Brigitte Glinga, werden in Mexiko verhaftet.
Mittwoch, 6. März
In der Tschechoslowakai wird vermutet, daß Staatspräsident Antonin Novotny sein Amt verlieren wird. Der Chefideologe Jiri Hendrych wird abgesetzt.
Ein Flugzeugunglück auf Guadeloupe fordert 63 Todesopfer.
Donnerstag, 7. März
Der Warschauer Pakt wird wahrscheinlich seine Verteidigungsstrategie ändern müssen, da der geflohene General Sejna entsprechende Dokumente in die USA mitgenommen hat.
Freitag, 8 März
Rumänien verweigert die Unterschrift unter ein gemeinsames Dokument der Mitgliedsstaaten des Warschauer Paktes zum Atomsperrvertrag.
Samstag, 9. März
In Warschau kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Studenten und der Polizei.
Montag, 11. März
In seinem Bericht über „Die Lage der Nation“ schlägt Bundeskanzler Kiesinger vor dem Bundestag dem Ulbrichtregime Gespräche übereinen gegenseitigen Gewaltverzicht vor. ln Warschau werden die ersten Studenten, die demonstriert haben, zu Gefängnis verurteilt.
Dienstag, 12. März
Die Warschauer Universität wird vorübergehend geschlossen.
Im Kongo wird ein Dorf mit 260 Einwohnern durch einen Erdrutsch verschüttet.
Mittwoch, 13. März
Wilde Spekulationen treiben die Umsätze an den Goldmärkten auf Rekordhöhe Alan rechnet mit einem Goldembargo der Vereinigten Staaten.
Donnerstag, 14. März
Im Bundestag debattiert man über den Bericht über die Lage der Nation.
Bundeskanzler Kiesinger wirft dem DDR-Staats- chef vor, die Vorschläge der Bundesregierung zu verschweigen und zu verfälschen.
Freitag, 15. März
Die panikartigen Goldspekulationen der letzten Tage, die sich zu einer großen Finanzkrise auszuweiten drohten, haben zur vorübergehenden Schließung der Goldmärkte geführt.
Der tschechoslowakische Innenminister Josef Ku- drna und Generalstaatsanwalt Jan Bartuska werden entlassen.
Der britische Außenminister Brown tritt zurück.
Samstag, 16. März
Der 42jährige Senator Robert Kennedy will amerikanischer Präsident werden.
Sonntag, 17. März
In Nürnberg beginnt der Parteitag der SPD. Vor der Meistersingerhalle kommt es zu schweren Demonstrationen.
Die Staaten des internationalen Goldpools werden kein Gold mehr für die Goldmärkte zur Verfügung stellen. Damit tritt neben dem notenbank-offiziellen ein freier Goldmarkt, in dem sich der Gold- Preis nach Angebot und Nachfrage richtet.
In vielen Teilen der Bundesrepublik kommt es zu Bauemdemonstrationen.
Montag, 18. März
Außenminister Willy Brandt erklärt auf dem SPD-Parteitag, daß sich aus den Realitäten eine „Anerkennung bzw. Respektierung der Oder- Neiße—Grenze bis zur friedensvertraglichen Regelung“ ergebe.
Dienstag, 19. März
Eine tschechoslowakische Regiemngsdelegation trifft zu politischen Gesprächen in Moskau ein.
Mittwoch, 20. März
Eine Mutter mit vier Kindern verbrennt in einer Wohnbaracke in Deggendorf.
5. JAF
Donnerstag, 21. März
Israelische Verbände überschreiten die jordansiche Grenze, um dort Terroristenverbände auszuheben Willy Brandt wird erneut zum SPD-Vorsitzenden gewählt.
Freitag, 22. März
Der tschechoslowakische Staatspräsident Antonio Novotny tritt zurück.
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Sonntag,
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Samstag, 23. März
Bundesinnenminister Lücke will zurücktreten, weil die SPD entgegen ihrer Zusage die Wahlrechtsreform hinausschieben will.
In Dresden treffen sich die Partei— und Regierungschefs der Sowjetunion, Polens, der CSSR und der DDR zu politischen Gesprächen.
Sonntag, 24. März
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Sonntag
Ein irisches Passagierflugzeug versinkt mit 61 Passagieren im Meer.
In Trier kommen bei einem Brand sechs Menschen ums Leben.
Dienstag, 26. März
Bundesinnenminister Lücke wird im Amt bleiben, falls zwischen den Koalitionspartnern eine Einigung in der Wahlrechtsfrage erzielt wird.
Mittwoch, 27. März
Autofahren mit einem Blutalkoholgehalt von 0,8 Promille un mehr soll in Zukunft strafbar..
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sein.
In Prag entrüstet man sich über die Kritik des SED-Chefideologen Hager.
Der erste Sowjet—Kosmonaut, Juri Gagarin, kommt bei einem Flugzeugunglück ums Leben.
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Donnerstag, 28. März
Bundesinnenminister Lücke tritt nun doch zurück, Das Einschulungsalter soll auf Kinder ausgedehnt werden, die bis zum 31. Dezember das 6. Lebensjahr vollenden.
Freitag, 29. März
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Eine im gesamten etwa 100 km langen Jordantal entbrannte Schlacht zwischen israelischen und jordanischen Truppen verschärft erneut die Nahostkrise.
In der katholischen Kathedrale der nigerianischen Stadt Onitsha sollen nach Artillerie-Beschuß 250 Menschen verbrannt sein.
Samstag, 30. März
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Kath< "St. 1
In Prag wird bekannt, daß der stellvertretende Präsident des Obersten Tschechoslowakischen Gerichtshofes, Dr. Jozef Brestansky, richerhängt • 1 n d e hat.
Der parlamentarische Staatssekretär des Bundes- Sonntag innenministeriums, Emst Benda, soll neuer Bundesinnenminister werden.
Sonntag, 31. März
Johnson teilt die fast völlige Einstellung der Bomben— und Schiffsartillerieangriffe auf Nordvietnam und seinen Verzicht auf eine neue Präsidentschaftskandidatur mit.

