Evangelische Kirchengemeinde
Woche vom 31. 3. bis 6 0 4. 1968 Sonntag, den 31.3.
(Judika) Lutherkirche;
9.00 Uhr Gottesdienst 10 „30 Uhr Kindergottesdienst Pauluskirche;
9 „30 Uhr Kindergottesdienst
10.30 Uhr Gottesdienst
Montag, den 1.4. 20.00 Uhr Kirchenchor
Dienstag, den 2.4. 14.45 Uhr Konfirmandenunterricht
20.00 Uhr Kirchenvorstandssitzung Mittwoch, den 3.4. 18.30 Uhr Jugendkreis
20.00 Uhr Passionsandacht (Pauluskirche)
Donnerstag, den
4. 4. . 14.45 Uhr Konfijmandenunterricht
15.00 Uhr Diasporaunterricht in Horressen
18.30 Uhr Kindergottesdienstvorbereitung 20.00 Uhr Bibelstunde der Gemeinschaft
Freitag, den 5.4. 20.00 Uhr Gemeindeversammlung
AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN
Nachbesichtigung
Die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft in Kassel wird in der nächsten Zeit eine Nachbesichtigung vornehmen. Es wird daher allen landwirtschaftlichen Betriebs Unternehmern angeraten, noch bestehende Mängel umgehend zu beseitigen, da sonst die Verhängung von Ordnungsstrafen nicht zu vermeiden ist.
Montabaur ; den 26. März 1968
Stadtverwaltung Montabaur gez. B. Mangels, Bürgerin.
Mütterberatung
Am Dienstag, dem 2. April 1968 um 14.00 Uhr findet in Montabaur, Staatliches Gesundheitsamt, Mütterberatung statt.
Sprechtag der Kontrollbeamten
der Landesversicherungsanstalt Rheinland- Pfalz, Zweigstelle Andernach Der monatliche Sprechtag für Versicherte der Rentenversicherung der Arbeiter einschl. Handwerker fällt im April 1968 aus.
40-JÄHRIGES PRIESTERJUBILÄUM
Am kommenden Sonntag feiert Herr Dekan Geistl. Rat Stadtpfarrer Aloys Breidling sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Bürgermeister i.R. Robert Kraulich übersendet uns aus diesem Anlaß den nachfolgenden Bericht.
Am Passionssonntag feiert Herr Dekan Geistlicher Rat Stadtpfarrer Aloys Breidling sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Von diesen 40 Jahren hat er allein 26 in Montabaur gewirkt. Der Jubilar kann auf ein Wirken voller Mühen, aber auch voller Erfolge zurückblicken. Am 11. Oktober 1903 zu Limburg, geboren, wohin sein Vater .von Montabaur ausgewandert war, wurde er nach Beendigung seiner Studienzeit am 25. 3. 1928 im Itohen Dom zu Limburg zum Priester geweiht. Er begann seine erste Tätigkeit als Kaplan am 16. 4. 1928 in Bad Homburg. Von dort wurde er am 1. 9. 1932 nach Frankfurt a.M^Rödelheim versetzt. Ein Jahr später wurde er zur Fortsetzung seiner Studien an »derUniversität Münster beurlaubt. Sein nächstes Tätigkeitsfeld als Kaplan war dann ab 27. 11. 1934 in der Pfarrei Hillscheid. Sein Aufenthalt hier war aber nur kurz, da er am 24. 4. 1935 als Studienreferendar nach Wiesbaden versetzt wurde. Ab 1. 5. 1936 wurde er dann als Studienassessor am Gymnasium in Hadamar angestellt. Nach genau einem Jahr wurde er aber von den damaligen Machthabern vom Schuldienst suspendiert. Sein Bischof übertrug
ihm dann am 1, 5. 1937 als Pfarrer die Pfarrgemeinde Stein- bach. Seine entgültige Entlassung aus dem Schuldienst erfolgte am 7. 12. 1938 aus politischen Gründen. Am 1. 7. 1942 wurde er dann nach Montabaur versetzt. Hier trat er kein leichtes Amt an, denn sein Vorgänger, Geistlicher Rat Jäger, war durch die Gestapo aus der Stadt vertrieben worden und in der Verbannung gestorben. Mit Gottes Hilfe gelang es dem neuen Pfarrer die Fährnisse der NS. -Zeit zu überstehen. Nach dem Zusammenbruch setzte er seine Kraft zum Wiederaufbau seiner Pfarrgemeinde ein. Er baute eine neue Kapelle in Horressen und erweiterte die in Eigendorf. Beide Orten schloß er zu einer selbständigen Pfarrvikarie zusammen. Mit allen Kräften unterstützte er die Gründung des Pädagogiums zur Heranbildung von Volksschullehrerinnen.
Er übernahm sofort eine Stelle an der Schule und die Landesregierung rehabilitierte ihn durch Ernennung zum Studienrat a.D. Am 15. 3. 1948wurde er durch den damaligen Bischof Dierichs zum Stadtpfarrer ernannt.. In den nächsten Jahren erfolgte die Restaurierung der Gnadenkapelle in Wirzenborn und der Kapelle in Bladernheim, während in Eschelbach und Reckenthal neue Kapellen entstanden. Große Arbeiten wurdet auch in der Pfarrkirche selbst durchgeführt. Nach der neuen Ausmalung wurde eine neue Orgel aufgestellt und auch ein neuer Altar im Chorraum eingebaut. Dazu kam neues Gestühl und neue Beleuchtung. Alles was alt und verbraucht war wurde erneuert oder ergänzt. Das Glockengeläute wurde wieder zu seiner alten Fülle auf 4 Glocken hergestellt. So konnte man dann im Jahre 1959 das 1000jährige Bestehen der Kirche "St. Peter in Ketten’ 1 in einem iwürdig hergestellten Gotteshause begehen. Der einmalig erhabenen Feier wohnten auch der Ministerpräsident Peter Altermeier und der Hochw. Bischof Wilh. Kempf bei.
Daneben war der Jubilar aber auch für das allgemeine Wohl tätig. Als dem Entbindungsheim Haus Maria Elisabeth im Jahre 1952 die Auflösung drohte, sprang er sofort ein und rettete das Heim durch die Gründung der Stiftung der Pfarrgemeinde. Den kath. Pfadfindern schuf er ein neues Heim und den veralteten Kindergarten ersetzte er durch den Bau eines neuen Hauses. Sein letztes großes Projekt war der Bau des Pfarrzentrums, in dem er auch noch einen zweiten Kindergarten unterbrachte. Unvollendet ist noch der Umbau des ehemaligen Pfarrheimes zu einer Alten-Tages-Stätte. Bei all dieser vielen Arbeit wurde aber die seelsorgerische Tätigkeit nicht vergessen. Außer den üblichen Gottesdiensten wurden mehrere gut besuchte Missionen durchgeführt. Die Arbeiten in den Männer- u.Frauenarbeitskreisen i.Kolping u. die sonstigen religionswissenschaftlichen Vorträge 'trugen zur Fortbildung der Gläubigen bei. Nicht zu vergessen sind auch die Brautleutetage, die weit über die Pfarrgemeinde großen Anklang fanden. Die Pfarrkinder dankten für diese Arbeit durch die freudigen und großen Spenden für Adveniat und Misereor.‘Wenn man bedenkt, daß bei der Fülle der Arbeit der Jubilar bis heute auch noch als Lehrer an der Volksschule und an dem Aufbaugymnasium tätig ist, dann wird man verstehen, warum oft tief in der Nacht in seinem Zimmer noch das Licht brennt. Sein besonderes Augenmerk galt auch stets der Aus- und Fortbildung der ihm anvertrauten Kt'pläne. Wie erfolgreich sein Wirken auch hier war, zeigt sich daran, daß eine Anzahl dieser Herren heute an bevorzugten Stellen i.. Bistum tätig sind . Alle Einwohner von Montabaur werden an seinem Jubiläumstag in Dankbarkeit und Hochachtung ihres Stadtpfarrers gedenken, denn er kennt keinen Unterschied zwischen seinem Mitbrügern. Für ihn sind alle Christen. Daher hat er auch stets ein freundschaftliches Verhältnis zu seinen Amtsbrüdern der evangelischen Gemeinde. Den Festgottesdienst am Passionssonntag wird der Kirchenchor St. Cäcilia feierlich gestalten und der Stadtpfarrer von Wiesbaden, Christian Jung, der einmal Kaplan des Jubilars war, wird die Festpredigt halten. Am Nachmittag wird die Pfarrgemeinde sich zu einer Feierstunde im Pfarrzentrum versammeln und die Vereine werden ihre Glückwünsche darbringen. Möge der gütige Gott den Hirten der Herde noch viele Jahre erhalten. Das ist der innige Wunsch seiner Pfarrkinder.
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