Ausgabe 
15.12.1967
 
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In vielen Berufen ist durch den Erwerb des Abschlußzeug­nisses einer Realschule die Möglichkeit zum beruflichen und damit sozialen Aufstieg gegeben. Das gilt für die große Zahl der Angestelltenberufe in Verwaltung, Handel, Wirtschaft, Verkehr und im sozialen Bereich ebenso wie für viele Techniker und für die Beamten der mittleren und gehobenen Laufbahnen.

Der vorgesehene Lehrgang wird die Teilnehmer in zwei Jahren auf die Prüfung zur'Erlangungdes Abschlußzeugnisses einer Realschule vorbereiten. Für die Kursteilnehmer, die mit Ende des Vorbereitungskurses in ein Kolleg (KoblenzQ eintreten wollen und die von der Gesamtkonferenz für geeignet gehalten werden, entfällt eine Aufnahmeprüfung für das KöTleg. Das Kolleg führt in 3 Jahren zur allgemeinen Hoch­schulreife, die zum Studium an jeder Hochschule berechtigt.

Der Unterricht am Abendlehrgang umfaßt an 5 Abenden in der Woche je 4 Unterrichtsstunden. Er beginnt um 18 Uhr und endet um 21.15 Uhr. Verbindliche Unterrichtsfächer sind Deutsch, Geschichte, Politische Gemeinschaftskunde, Erd­kunde, Englisch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Bildende Kunst.

Voraussetzung für die Aufnahme in den Abendrealschullehr­gang ist der Volksschulabschluß oder der Abgang aus einer Klasse der weiterführenden Schulen, der dem Volksschulab­schluß entspricht.

Die Teilnahmegebühr beträgt für 2 Semester (- 1 Jahr) 100, -- DM. Der Betrag kann in 2 Raten zu Beginn jeden Halbjahres bezahlt werden. Den Teilnehmern, die den Kurs mit Erfolg absolvieren, wird die Teilnehmergebühr am Ende des Kurses zurückgezahlt.

Das Kreis-Volksbildungswerk bittet alle Interessenten, sich bei dem Geschäftsführer des Kreis-Volksbildungswerkes,

Herra-Kreisoberinspeküor Beibel im Landratsamt, Schulab­teilung, in Montabaur, Bahnhofstraße 51. 1. Stock, zu melden, der auch weitere Auskünfte erteilt (Telefon 02602/761, Apparat 14).

POSTDIENST

beim Postamt Montabaur vor Weihnachten"

An den verkaufsoffenen Samstagen (9., 16. und 23.12.1967) sind beim Postamt Montabaur der Schalter 1 und der Paket­schalter zusätzlich von 13.00 - 14. 00 Uhr geöffnet.

Der Schalter 2 ist ab sofort bis 22.12.1967 einschließlich bereits ab 14. 00 Uhr geöffnet.

KENNEN SIE MONTABAUR

Ein kleines Heimat-Quiz \

Fragen:

1. Wieviele deutsche Siedlungen tragen den ursprünglichen Namen Montabaurs, Humbach?

2. Wie hießen vor 50 Jahren die Angehörigen der Montabaurer Stadtverwaltung?

3. Wie heißt eine der kürzesten Montabaurer Straßen?

DÖRFER DER MONTABAURER SENKE

1. Horressen

Die 1050 Einwohner zählende Gemeinde liegt am Osthang des Waldes der Montabaurer Höhe. Man kann sie beinahe als eine waldseits gelegene Wohnsiedlung der Stadt Montabaur ansehen, wo der überwiegende Teil der Bevölkerung tätig ist. Erst 1816 wurde die Horressener Gemarkung (Horressen = Horhausen = Siedlung am Sumpf) von Montabaur abgetrennt. Es gibt einige kleinere Gewerbsbetriebe, von denen insbesondere ein Landmaschinen-Fachbetrieb zu nennen ist.

Mit der nördlichen Nachbargemeinde Eigendorf bildet Horressen eine katholische Pfarrei und einen Schulverband.

2. Eigendorf

Das zwischen Horressen und Dernbach meiner Quellmulde gelegene Eigendorf zählt 850 Einwohner. Auch hier wohnen überwiegend Handwerker und Angestellte des Kannenbäcker­landes und Montabaurs. Wie in Horressen gibt es hier keine

Vollbauern mehr. Bis zum 1. Weltkrieg war Eigendorf ein bekanntes Hopfenanbaugebiet. Außer einem holzverarbeitend* Betrieb, der vorwiegend Kisten für Keramik und Mineralwasser herstellt, ist keine nennenswerte Industrie ansässig.

3. Eschelbach

Das 600 Einwohner zählende Eschelbach liegt unmittelbar an der Aubachtalbrücke der Autobahn an der Landesstraße Montabaur-Wirges. Geschichtlich sind eine Eisenhütte (Hüttenmühle) und eine inzwischen abgerissene Hirsenmühle erwähnenswert. Während die Autobahn die südliche Bebauungs­grenze bildet, rücken die Gebäude Montabaurs immer dichter an die Eschelbacher Gemarkungsgrenze heran. So könnte die Gemeinde ähnlich wie Horressen als ein Vorort Montabaurs angesehen werden. Sie pfarrt auch dorthin, besitzt aber schon 1786 eine Kapelle des hl. Blasius, dem auch die neue, 1951 erbaute Filialkirche der Pfarrei Montabaur geweiht wurde.

4. Staudt

Die 700 Einwohner zählende Gemeinde Staudt liegt zwar landschaftsmäßig noch am Rande der Montabaurer Senke, gehört äber ihrer Struktur nach bereits zum Kannenbäcker­land. Neben zwei Tongruben ist hier die Firma "Westerwälder Elektro Osmose" ansässig, die mit rund 100 Beschäftigten in der Hauptsache Steinzeugröhren, Stallartikel, Steinzeugtöpfe und Steinzeugfüllkörper herstellt. Die Mehrzahl der Erwerbstätigen arbeitet im Kannenbäckerland, ein Teil aber auch im be­nachbarten Montabaur. Geschichtlich ist das Dorf eng mit Montabaur verknüpft. 1944 zerstörte ein Bombenangriff 18 Gebäude .

5. Heiligenroth

Die östliche Nachbargemeinde Montabaurs hat in den letzten 50 Jahren ihre Einwohnerzahl auf 1050 verdoppelt. Das Dorf liegt in einer Mulde am Westhang des Ahrbachtales.

Urkundlich wird das Dorf 1211 erstmals erwähnt. Damals lag in der Gemarkung das Dorf Winegoldeshagen, später Windes­hain genannt. Windeshain war der Hauptort einer Vogtei über Bauern, die sich besonderer Freiheiten erfreuten. Heiligenroth gehörte stets zum Banne Montabaur und ist mit dessen Geschichte eng verknüpft. An Stelle einer damals schon bestehenden Kirche wurde 1782 der alte Teilt der heutigen Kirche erbaut. Aus dieser Zeit stammen auch die drei Barockaltäre und die Kanzel.

Die Bevölkerung arbeitet überwiegend in Montabaur und im Goldhausen-Ruppacher Tonbezirk. Bekannt ist Heiligenroth durch seine beiden Autobahnraststätten, die 30 Personen Arbeit bietet. Die Autobahn umgeht das Dorf in nördlichem Bogen. So liegt Heiligenroth auch noch im Nagurpark Nassau und hat bei vier Gasthöfen und Pensionen einen beacht­lichen Fremdenverkehr.

Heiligenroth besaß schon immer einige kleinere Gewerbebe­triebe, wie etwa ein Tief- und Straßenbauuntemehmen.

1966 hat die Gemeinde an der B 255 ein rund 10 ha großes Industriegelände erschlossen. Neben mehreren bisher in Montabaur ansässigen Kraftfahrzeugfirmen hat sich hier das Kunststoffwerk Klöckner-Pentsplast angesiedelt.

Was Montabaurer Kaufleute vor 100 Jahren alles anpriesen..

Entouscas, Laberdan und Gichtwatte Geschäftsanzeigen waren wohl seit jeher eines guten Erfolges sicher. Jedenfalls haben die Montabaurer .Kaufleute bereits vor hundert Jahren den Wert eines Zeitungsinserates ge­schätzt. Das beweisen die zahlreichen Anzeigen im "Wochen­blatt für die Herzoglichen Ämter Montabaur, Selters und Wallmerod" aus dem Jahre 1867. Einige der inserierenden Firmen bestehen heute noch, manche andere werden wohl den Älteren noch bekannt sein. Zudem geben die Anzeigen einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse von vor 100 Jahren. Recht häufig inserierte die Firma "Gebrüder Bollentin, Manu­faktur-, Kurz-, Weiß-, Woll- und Kolonialwaren - Handlung, Großer Markt 1". Da heißt es: "Durch besondere Begünstigung wurde uns die Gelegenheit, direkte Beziehung von Thibet aus

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