Ausgabe 
10.11.1967
 
Einzelbild herunterladen

leitet ist. Sie ist die Stifterin und erste Generaloberin der verdienstvollen Ordensgenossenschaft der "Armen Dienst­mägde Jesu Christi". Zunächst waren die Hauskrankenpfle­ge und die Sorge für Waisenkinder die Hauptanliegen der Schwestern , bald aber auch übernahmen sie pflegerische Aufgaben in Krankenhäusern und Bildungsanstalten. Heute zählt die Genossenschaft in rund 200 Häusern etwa 3000 Schwestern, davon 2250 in Deutschland, 600 in den USA, 100 in Holland und 50 in England. Unter ihrem Protektor, dem Kurienkardinal Augustin Bea, wirken sie im Geiste ihrer Gründerin für große caritative und pädagogische Zie­le. Nicht ohne Grund nennt sich die Dernbacher Heimat­zeitung "Zwischen Türmen und Türmchen", denn Dernbach wäre undenkbar ohne die zahlreichen Gebäude der Genos­senschaft. Außer dem Herz-Jesu-Krankenhaus, das bald durch einen Neubau ersetzt werden soll, befinden sich hier noch folgende Einrichtungen der Schwestern: Eine Krankenpflege- und Krankenpflege Vorschule, das Mutter­haus Kloster Maria Hilf, ein Waisenhaus, eine Haushai- tungsschuie, das St. Josefs-Haus, ein Sanatorium für Schwes tern der Genossenschaft, das St. -Agnes-Haus und ein Kin­dergarten.

Das am Osthang der Montabaurer Höhe sich an den flachen Hängen einer Quelimulde ausbreitende Dorf bietet heute einen sauberen Eindruck. Besonders nach Süden und Westen sind größere Neubaugebiete. Außer handwerklichen Firmen ist die Industrie hier nur in den am Wirgeser Gemarkungs­rand liegenden "Dernbacher Tonbetrieben" vertreten, die insbesondere Klinker hersteilen, hartgebrannte Ziegel­steine als hochwertige Baustoffe für Sichtmauerwerk, die auch bei der neuen einzügigen Volksschule verwandt wur­den.

Der Dernbacher Waid der Montabaurer Höhe jenseits der Autobahn gehört zum Naturpark Nassau. So macht Dern­bach starke Anstrengungen, vom Fremdenverkehr zu pro­fitieren, obgleich die landschaftlichen Reize des Dorfes, von einigen schönen Punkten wie z.B* der Kapelle am Heilborn abgesehen, nicht über ein durchschnittliches Mittelmaß hinauskommen.

BUNDE S VE RKE HR S WAC HT

DE AKTUELLE MELDUNG:

BONN - Den hohen Schuldanteii der Fußgänger bei den tödlichen Unfällen im Straßenverkehr stellt die Bundes- verkehrswacht in einer statistischen Analyse heraus.

Danach stehen diese durch falsches Verhalten von Fußgän­gern verursachten Unfälle an zweiter Stelle der Jahresbi­lanz 1966. Ca. 4.000 Unfälle mit tödlichem Ausgang er­eigneten sich durch leichtfertiges Überschreiten der Fahr­bahn. Zu 223 tödlichen Unfällen kam es, weil Fußgänger die Bürgersteige nicht benutzten. In 264 Fällen kamen Fußgänger zu Tode, weil sie auf Landstraßen nicht auf der linken, sondern auf der rechten Straßenseite gingen. Schließlich: 998 Fußgänger verursachten tödliche Straßen- verkehrsunfäile unter Einfluß von Alkohol.

Mit dieser Information verbindet die Bundes verkehrswacht den eindringlichen Hinweis an die Fußgänger, die Schuld nicht immer beim Kraftfahrer zu suchen, sondern sich an die eigene Brust zu klopfen und das umso eher, als es zu Fuß naturgemäß viel leichter ist, sich dem Verkehrsge­schehen einzuordnen.

OFFENER BREF

der Bundesverkehrswacht an einen forschen Uriaubsfahrer

BONN - Sehr geehrter Herrl Vor wenigen Tagen hatten wir das zweifelhafte Vergnügen, Ihre Bekanntschaft zu machen. Sie selbst werden uns sicher gar nicht bemerkt haben, denn Sie waren sehr in Eile. Und gerade deswegen schreiben wir Ihnen, - wir sind nämlich in Sorge um Sie. Aber vielleicht erinnern Sie sich doch, wenn wir Ihnen sagen, daß es auf der BX zwischen Y und Z war, die sich so recht unübersichtlich dahinschlängeit. Wir mögen

der zehnte'oder-zwölfte Wagen in der Kplonne gewesen sein die von zwei schwerbeladenen Lastzügen angeführt wurde. Wissen Sie, die hellgraue Kutsche, Baujahr 1963... Übrigens, - schwer beladen bis zu einer mehr als kritischen . Höhe auf dem Dach Ihres Wagens waren Sie auch. Ganz au­genscheinlich fuhren Sie in Urlaub. Wir befürchten, daß Sie bei Ihren Vorbereitungen nicht daran gedacht haben, wie sehr sich bei jeder Überladung der Bremsweg verlängert.

Alle waren schon etwas ungeduldig; die anderen und wir auch Aber vorgewagt hat sich bei dem starken Gegenverkehr keiner Wer hatte auch schon Lust, wegen ein paar lumpiger Minuten Zeitgewinn sein Leben zu riskieren?

Und dann kamen Sie. Ehe wir das für uns Unbegreifliche be­greifen konnten, waren Sie schon vorbei. Sie waren bewun­dernswert, wie Sie in tollkühner Weise im spitzen Winkel zwischen unsere Kolonne und die Entgegenkommenden hin­einbrausten. Offen gesagt, so viel Lebensverachtung hätten wir bei einem erwachsenen Menschen nicht vermutet.

Annnhm®

06196

41004

Wichtiger Hinweis für unsere Inserenten

ANZEIGENSCHLUSS

für die nächste Ausgabe ist am kommenden

Dienstag 9.00 Uhr A

beim Verlag

SEIT 1872

reinigt gut bügelt gut und schnell

FILIALE:Montabaur, Bahnhofstr. 18 Zeitschriften HOFF, Kirchstr. 18 Stahlhofen, Eschelbach

- 187 -