Ausgabe 
27.10.1967
 
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Leichtathleten.

Großartiger Saisonabschiuß der Leichtath­leten Manfred Kaiser 10,8 - Gerd Stende- b a c h 11,3.

Zum Abschluß einer überaus erfolgreichen Wettkampfsai­son trumpften die Leichtathleten der LG Westerwald und als Gäste ihre Freunde von der LG Hachenburg noch einmal mit großartigen Leistungen auf.

Bei gutem Leichtathletikwetter hatten sich am Sonntagnach­mittag zahlreiche Aktive sowie die bewährten Kampfrichter der LG Westerwald eingefunden. Es war die letzte Gelegen­heit, vielleicht doch noch die hoohgesteckten Ziele zu er­reichen oder zu übertreffen, um neue Kraft und neuen Schwung für weitere Mühe und manche Entsagung zu fin­den und sich damit weiter der Leichtathletik zu verschrei­ben.

So gab es denn auch spahnende und mitreisende Wettkämpfe mit vielen Bestleistungen.

Den ersten Höhepunkt gab es gleich zu Beginn über 100 m der Männer. Peter Schmit (LG Westerwald), durch die Er­folge der letzten Zeit mit Selbstvertrauen ausgestattet, lief gegen Manfred Kaiser (LG Hachenburg) , dem Zweiten der diesjährigen Rheiniandmeisterschaften über 400 m, ein spannendes Rennen. Jahresbestzeiten in 10.8 Sek. für Man­fred Kaiser bzw. 11,1 Sek. für Peter Schmitt belohnten beide für ihren großen Einsatz.

Eint., weiterer Höhepunkt wurde der Dreisprung. Peter Mauer aus Hachenburg, der letztjährige Jugendmeister des Rheiniandes, hatte bisher in seinem ersten Wettkampf­jahr in der Männerklasse die großen Leistungen vermissen lassen. An diesem Tag aber konnte er mit großartigen 13, 62 m überzeugen. Hinter ihm lieferten sich die drei Vereinskameraden von der LG Westerwald Herbert Voll,

Heinz Teves und Michael Mengen einen mitreißenden Kampf. Nur 8 cm lagen ihre Leistungen am Ende ausein­ander.

Die Techniker der LG Westerwald hatten sich viel vor­genommen. Sie wollten die schwachen Leistungen beim DMM-Durchgang vor 14 Tagen schnell wieder vergessen machen. So war es kein Wunder, daß sie sich mit guten Ergebnissen im Kugelstoßen und Diskuswerfen voll reha­bilitieren konnten. Beidemal konnte sich Jürgen Heibei knapp gegen Edgar Busch durchsetzen.

Bei den Springwettbewerben konzentrierte sich das' Interesse diesmal auf den Hochsprung. Mit guten 1, 71 m bewies Rudi Woiton, erneut, daß er bei weitem der stärkste Hoch­springer der LG ist.

In der Frauenklasse war leider nur eine Teilnehmerin am Start. Nach langer Wettkampfpause kehrte die noch immer amtierende Rheinlandrekordlerin im Fünfkampf der Frauen,

Iris Woiton-Kubowsky, zur Leichtathletik zurück. Mit 9, 70 m im Kugelstoßen und 1,47 m im Hochsprung fiel der Neubeginn sehr zufriedenstellend aus.

Wie gewohnt stellten sich die Mädchen der LG Wester­wald in großartiger Form vor. Sie sind ja die erfolgreichsten Altersgruppe der Leichtathletik-Gemeinschaft Westerwald, und konnten als einzigster Mannschaftsteil beim Kreisver- gieichskampf am Vortage überzeugen.

Kein Wunder also, daß der Saisonabschiuß ebenso großartig ausfiel. Karin Priesnitz erzielte über 100 m 12,6 Sek., Weitsprung 5,26 m. Renate Thiel erreichte 13,5 Sek. und 4, 61 m im Weitsprung.

Hiltrud Gissinger und Brigitte Urrigshardt, unsere beiden guten 800 m-Läuferinnen konnten auch über 100 m mit 13,8 Sek. überzeugen.

Über 100 m der männl. Jugend A kam es zur Wiederholung tdes spannenden Duells vom Vortage in Marienstatt. Diesmal allerdings konnte Gerd Stendebach den Spieß umdrehen. Mit 'Brustbreite siegte er in persönlicher Bestzeit von 11,3 Sek. vor Henner SchrrFidt (LG Hachenburg). Armin Lay (LG Wester­wald), Mitglied der Jugendstaffei über 3 x 1000 m, die in diesem Jahr Rheinland meister werden konnte, versuchte sich erstmals im Speerwerfen. Die Leistung von 41, 67 m, die er

dabei erzielte, hätten ihm einen der vorderen Plätze bei den Meisterschaften eingebracht. Hier dürfte für die Leichtath - ietik ein großes und vielseitiges Talent heranwachsen. Über­raschend verbessert zeigte sich auch der B-Jugendiiche Ai- brecht Wagner mit 12,3 Sek. über 100 m, 5,70 m im Weit­sprung und mit 1,48 m im Hochsprung wurde er gleich drei facher Sieger.

Dazu kamen noch die vielen guten Leistungen der Schüler und Schülerinnen, die ja beim Landesschülerfest in Koblenz den 1. Platz belegten. Herausragend dabei: Rita Spitzhorn mit neuem Rheinland re kord im Kugelstoßen und Knrt Atzinger als großes Hochsprungtalent. Nach den Wett- kämpfen versammelte sich die große Schar der Wettkämpfer und Kampfrichter mit den Vereinsvertretern zu einem, ge­mütlichen Beisammensein. Vorsitzender Albert Kram stell­te mit Genugtuung fest, daß bereits nach 2 Jahren die L G Westerwald zu einer echten Gemeinschaft zusammenge­wachsen ist. Noch einmal wurden die großen Ereignisse des Jahres 1967 in Erinnerung gerufen. Die Uraufführung eines Filmes vom Besuch des Deutschen Mannschafts­meister Polizei SV Essen fand dabei begeisterte Aufnahme. Aber schon wurden die Weichen gestellt für ein neues Wettkampfjahr 1968. Schon bald beginnt erneut die Vor­bereitung und das Training, um im nächsten Jahr noch schneller zu sein, noch höher zuspr ingen , noch weiter zu werfen, kurz noch besser zu werden.

IM DÄMMERSTÜBCHEN

Novembertag. Der Sonne letzter Strahl Ersterbend küßte die verträumten Fluren,

Darin der Herbst schon grub in falben Spuren Mit rauhen Händen ein Vernichtungsmai.

Allmählich wuchs die Dämmerung empor Und trieb aus meiner Kammer engem Raum Den matten Schein, den fern vom Himmeissaum Des Abendrot warf über Haus und Moor.

- Und meiner Sehnsucht Tauben flogen aus ,

Ins ferne Land und nach vergangenen Tagen

Aus tausend Grüßen einen Blumenstrauß

Und manch verschwiegnen Herzenswunsch zu tragen.

Da ging die Tür an meiner stillen Klause Und frohe Geister huschten schnell herein.

Sie setzten sich., als wären sie zu Hause,

Wo nur ein Plätzchen lud zum Sitzen ein.

Dann gabs ein Flüstern, ein Erzählen, Raunen - Ich mußte über manches Wörtiein staunen Das so vertraut und so bekannt mir klang,

Als ginge ich entschwundner Zeit entlang.

Da mich das Glück aus Augen angeschaut So klar, wie Sommertags der Himmel blaut.

Da frug ich meiner Gäste frohe Schar:

"Wer seid ihr, liebe, herzige Gesellen?

Sah ich euch nicht schon vor manch fernem Jahr?

Das heimzog auf des Zeitenmeeres Weilen?"

Und jubelnd riefen sie auf meine Frage:

"Wir alle hier sind deiner Jugend Tage!"

Karl Siebert, Montabaur

KURZ BERICHTET

Überstunden Vergütung

Lehrern höherer Schulen, die freiwillig über die Pflicht- Stundenzahl hinaus unterrichten, soll, auf 2 oder 3 Jahre begrenzt, eine besondere Gehaltszulage gewährt werden. Dieser Schritt wird zur Zeit im Rheinland-Pfälzischen Kultusministerium erwogen. Wie Kultusminister Dr. Bern­hard Vogel vor dem Landesparia ment mitteilte, hoffe man, durch diesen Schritt den Lehrermangel zu mildern. Allein in Rheintand -Pfalz fehlen zur Zeit 500 Gymnasiallehre