Ausgabe 
29.9.1967
 
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Hörergebühren

sind bei den Ankündigungen der einzelnen Veranstaltungen angegeben.

Die Teilnehmerzahl

muß bei den Sprach- und berufsbildenden Kursen mindestens 15 und bei den anderen Kursen mindestens 10 betragen;

Ort und Zeit

der Veranstaltungen sind im Programm angegeben.

Haftung

Die Volkshochschule haftet nicht für Schäden, Diebstähle und Unfälle, die im Zusammenhang mit dem Besuch der : VHS entstehen.

Berufsbildende Kurse

1. Maschinenschreiben für Anfänger - 10-Finger-Blindschrift Beginn am Donnerstag, dem 5. Oktober 1967, um 18.00 Uhr, in der Handelsschule.

Leitung; Herr Fachlehrer Marx Gebühren; 40,-- DM, 25 Abend (Kann in 2 Raten bezahlt werden.)

2. Kurzschrift für Anfänger

Es wird die verkürzte Verkehrsschrift gelehrt. Beginn am Dienstag, dem 3. Oktober 1967, um 18.00 Uhr, in der i Handelsschule.

Leitung; Herr Fachlehrer Marx

Gebühren; 40, DM (Kann in 2 Raten bezahlt werden).

30 Abende

Die Kurse in Maschinenschreiben und Kurzschrift sind um 5 bzw. um 8 Abende vermehrt worden. Dadurch wird eine gründliche Ausbildung garantiert. Die Kurse können mit einer Prüfung und einem Zeugnis abgeschlossen werden.

3. Buchführung

Einführung in die Groß- und Einzelhandelsbuchführung. Keine Vorkenntnisse nötig. Beginn am Freitag, dem 10. November 1967, um 20.00 Uhr, in der Volksschule. Leitung; Herr Stud. -Rat Thewalt Gebühren; 25, -- DM 15 Abende

I 4. Grundkurs für Deutsch

Beginn am Montag, dem 9. Oktober 1967, um 18.00 Uhr in der Volksschule.

Leitung; Herr O. -Stud. -Rat Dr. Wenzel Gebühren; 20,-- DM 15 Abende

5. Grundkurs für Rechnen

Beginn am Donnerstag, dem 12. Oktober 1967, um 18.00 Uhr, in der Volksschule.

Leitung; Herr Stud. -Dir. Leister Gebühren; 20, DM 15 Abende Diese Grundkurse sind auf Anregung der Industrie- und Handelskammer eingerichtet worden. Sie sind für Lehr­linge, aber auch für alle anderen gedacht, denen ge­wisse Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung und beim einfachen Rechnen die Sicherheit in der Berufsarbeit neh­men. Vergessenes aus der Schulzeit soll wieder aufge­frischt werden. Im Winter 1966/67 wurden diese Kurse zahlreich und mit Erfolg besucht.

6. Das Rechnen mit dem Rechenstab und mit Tabellen Beginn am Montag, dem 16. November 1967, um 20.00 Uhr, in der Volksschule.

Leitung; Herr O. -Stud. -Rat Schmitt Gebühren; 10,-- DM 10 Abende

Kurzer Abriß.

der Montabaurer Stadtgeschichte.

Die geschichtlichen Anfänge Montabaurs sind unbekannt.

Doch wird der Burgberg an der 2000 Jahre alten Straße Trier- Koblenz-Limburg-Gießen wohl schon zur Römerzeit seine Bedeutung gehabt haben. Vermutlich befand sich dort ein Heiligtum Wotans.

Im Jahre 260 durchbrachen die Franken den Limes und ver­trieben die Römer aus dem Westerwald. Damals war Montabaur eine fränkische Siedlung mit Namen Humbach. Dieser Name deutet auf die 2. Siedlungsperiode hin.

Das Frankenreich war in Gaue eingeteilt, an deren Spitze Gaugrafen standen. Montabaur gehörte mit dem jetzigen Unterwesterwaldkreis zum Engersgau, der wiederum in Zente unterteilt war. Mit einem Umkreis von etwa 15 km bildete Montabaur alias Humbach einen eigenen Zentbezirk. Be­reits um 600 wird dieses Gebiet christianisiert.

Die älteste noch erhaltene Urkunde aus Humbach belegt die Weihe einer Steinkirche im Jahre 959 und beschreibt den Bezirk der dazugehörigen Pfarrei. Zu dieser Zeit bestand auf dem Schloßberg eine Wehranlage*-.

Gaugraf Hermann, von Alemannien, einer der Mächtigen um Konrad I. - hatte einige Jahre vorher die Einnahmen aus dem Zentbezirk dem Stift St. Florin in Koblenz mit der Ver­pflichtung vermacht, daß dieses für die Kirche und die da­durch entstehenden Unkosten zu sorgen hätte.

Um 1000 kommt der zwischen Lahn, Rhein, Gelbach und Sayn gelegene Forst Spurkenberg unter die Landeshoheit des Erzbistums Trier. Humbach war der Haupt-ort jenes Waldge­bietes. Zur Sicherung dieses Besitzes gegen die Nassauer Grafen ließ Erzbischof Dietrich von Wied das alte Kastell als Grenzburg ausbauen.

Vermutlich haben ihm Angehörige des Deutschritterordens aus Koblenz die Anregung gegeben, die Burg mit der Sied­lung nach der Ähnlichkeit des Burgberges mit dem Mons Ta­bor im Heiligen Land nach diesem umzubenennen. Allmäh­lich entwickelte sich aus "Mons Tabor" der heutige Stadt­name "Montabaur".

Die Burg war von nun an mit einer starken Burgmannschaft unter einem Burghauptmann belegt. Sie wurde Sitz eines kur - trierischen Amtes, dem die Verwaltung des dazugehörigen trierischen Besitzes unterstand. Das Amt umfaßte etwa die Dörfer der Montabaurer Senke und die im Einzugsbereich des Gelbachs liegenden Siedlungen.

Das Dorf Montabaur entwickelte sich dank seiner günstigen Lage an der bedeutenden Handelsstraße und des Schutzes durch eine starke Grenzburg bald zum Mittelpunkt für den unteren Westerwald. Im Jahre 1291 verlieh Kaiser Rudolf von Habsburg auf Antrag Erzbischofs Boemund von Trier Montabaur Stadt­rechte, Nun erhielt Montabaur eine Stadtmauer mit acht Türmen und dreizehn Toren. In der 1. Hälfte des 14. Jahr­hunderts wurde die heute noch stehende Pfarrkirche "St.

Peter in Ketten" in ihren wesentlichen Teilen erbaut.

Jetzt gelangt die Stadt zu großer Blüte. Unter dem Schutz des deutschen Kaisers genossen die Montabaurer Kaufleute Zollfreiheit zwischen Köln, Wetzlar, Frankfurt und Mainz.

Es entwickelten sich dreizehn Zünfte, deren bedeutendste die der Wollweber war. Ihr Tuch hatte Weltruf und wurde vor allem in Süddeutschland gehandelt.

Als Nachfolger der einstigen Burgmänner verwaltete ein Amt­mann das kurtrierische Amt Montabaur. Ihm unterstanden der Schutz der Burg, des Amts und der Leute sowie Schutz und Erhaltung des Gerichts. Der J<urtrierische Amtskeller, der Finanzbeamte, verwaltete die Güter des Bistums und zog die Einkünfte, meistens Naturalerzeugnisse ein.

Dem Erzstift und Kurfürstentum Trier unterstand auch die Ge­richtsbarkeit. Ein. Schultheiß hatte das Gericht zu hejgen und den Vorsitz bei den Verhandlungen. Gerichtsplatz war am Rathaus, der Galgen stand auf dem Himmelfeld.

Oft weilten in Montabaur die Trierer Landesherren, um sich von ihren Untertanen huldigen zu lassen, nach dem Rechten zu sehen, oder auch auf der''Montabaurer Höhe dem Waidwerk nachzugehen.

Zwei verheerende Brände, 1492 und 1534, sowie die Unruhen des Dreißigjährigen Krieges zerstörten, was Fleiß und Können der Bürger geschaffen hatten. Der Wohlstand war dahin, die Handwerker arbeiteten nur noch für die Bevölkerung der nähe­ren Umgebung. Es kam nicht mehr zu einer neuen Blüte. Montabaur wurde ein bedeutungsloses Landstädtehen.

Den Stürmen der Französischen Revolution schließlich war unser Kurstaat nicht mehr gewachsen. Der letzte Kurfürst Clemens Wenzeslaus mußte seine rechtsrheinischen Besitztü­mer 1802 den Fürsten zu Nassau überlassen.

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