Ausgabe 
21.7.1967
 
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WELTGESCHEHEN

im Monat Juni 1967

1. Juni:

Der 26-jährige Wiesbadener Klaus Lehnert gesteht, den siebenjährigen Timo Rinnelt ermordet zu haben. Die Bundesrepublik liefert an Israel 20000 Gasmasken.

2. Juni:

Das Internationale Rote Kreuz bestätigt, daß ein Dorf im Jemen mit Giftgas angegriffen worden ist. Mosche Dayan wird neuer israelischer Verteidigungsminister. Bei Demonstrationen anläßlich des Schah-Besuchs wird in Berlin ein Student von der Polizei erschossen.

4. Juni:

Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen erzielt die CDU Stimmengewinne, SPD und FDP müssen Ver­luste hinnehmen. Auch die NPD zieht in den Land­tag ein. Die britische Luftfahrt wird von zwei Ab­stürzen betroffen, die insgesamt 159 Tote fordern.

Der ägyptische Staatschef Nasser erklärt, er plane keine weitere Verschärfung der Krise.

5 Juni:

Im Nahen Osten tobt seit 7 Uhr MEZ der Krieg. Israel beginnt einen Präventivkrieg mit schweren-Luft- und Panzerkämpfen. Auf der Halbinsel Sinai entbrennt eine Artillerie- und Panzerschlacht. Algerien, Ku­wait, der Sudan und der Jemen erklären Israel den Krieg. Die Westmächte erklären sich für neutral. Israelische Truppen können an zahlreichen Stellen die Grenzen überschreiten. In der geteilten Stadt Jerusalem entwickeln sich Straßenkämpfe. Der Ministerrat der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wählt d.Belgier Jean Rey zum ersten Präsidenten der fusionierten Exekutiven vonEWG, Euratom und Montanunion.

6. Juni:

Nach der Eroberung der Luftüberlegenheit können die israelischen Truppen weitere Erfolge erzielen.Isra- elische Panzer stehen 100 km vor dem Suez-Kanal.

Der jordanische Teil Jerusalems und die Städte Gaza und El Arish werden von ihnen besetzt. Mehrere ara­bische Länder behaupten, Großbritannien und die USA hätten über Israel einen Luftschirm errichtet. Ägypten, Syrien und Algerien brechen ihre Beziehun­gen zu den USA ab. Der Irak, Kuwait und Algerien stoppen ihre Ölausfuhren nach den angelsächsischen Ländern.Der Suez-Kanal wird gesperrt.

Ein amerikanisches Forschungsschiff wird versehent­lich von israelischen Flugzeugen in Brand geschossen. In Berlin kommt es zu Unruhen der Studenten wegen ihres erschossenen Kommilitonen.

7. Juni:

Die Kämpfe im Nahen Osten werden ungeachtet eines Aufrufs des Weltsicherheitsrates zum Waffen­stillstand fortgesetzt. Israel meldet Erfolge an allen Fronten. Israelische Truppen stehen a. Suezkanal. Ägypten und der Irak weigern sich, einer Waffen­ruhe zuzustimmen. Jordanien ist bereit, da der West­teil 'des Landes bis zum Jordan von den Israelis er­obert ist.

8. Juni:

Ägypten stimmt abends einem Waffenstillstand zu.

Der größte Teil der Sinai-Halbinsel und auch die Straße von Tiran sind von den Israelis besetzt. Der Berliner Polizeipräsident läßt sich bis zum Abschluß der Untersuchungen über die Erschießung des Stu­denten Benno Ohnesorg beurlauben.

9. Juni:

Der ägyptische Präsident Gamel Abdel Nasser bietet auf Grund der militärischen Niederlage der Araber seinen Rücktritt an. Nach Demonstrationen der Be­völkerung nimmt er am Abend seinen Entschluß zu­rück.

Auf der Halbinsel Sinai und an der israelisch-sy­rischen Grenze wird weiterhin gekämpft.

10. Juni:

In Kopenhagen heiratet die dänische Kronzprinzessin Margrethe den aus Frankreich stammenden Grafen Henri de Laborde de Monpezat. Isreal steht unter politischem Druck der Ostblockstaaten. Die Sowjet­union, Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei brechen ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel ab.

11. Juni:

Im Nahen Osten herrscht nun Waffenruhe. Der Welt­sicherheitsrat kam und kommt zu mehreren Sonder­sitzungen zusammen. 900 Deutsche werden aus Ägypten evakuiert.

12. Juni:

Aus dem von Israel besetzten Teil Jordaniens fliehen rund 100 000 über den Jordan. Bei den Kriegshand­lungen kamen über 20 000 Menschen ums Leben.

Die Bundesregierung bietet den arabischen Staaten humanitäreHilfeanDieSowjetunion startet eine Venus-Sonde.

13. Juni:

Bundeskanzler Kiesinger beantwortet den Brief an den Ministerpräsidenten der DDR Stoph. Darin bittet er um Vertrauen und Verständnis. Die Sowjetunion wünscht wegen des Nahost-Krieges eine Sondersit­zung der UNO-Vollversammlung.

14. Juni:

Der Bundestag verabschiedet in dritter Lesung den Bundeshaushalt 1967 in Höhe von 77,01 Milliarden Mark. Finanzminister Strauß kündigtf. 1968 drastische Steuererhöungen an. Bundeskanzler Kiesinger bittet um Unterstützung zur Sanierung der Finanzen. Eine Nato-Außenministerkonferenz in Luxemburg bringt keine Einigung in die uneinige Haltung der Mitglieder.

15. Juni:

Die 'Regierung in Ostberlin besteht auf direkten Re- gierungsbesprecuungen. Der Brief des Bundeskanzlers wird als ein "Dokument des kalten Krieges bezeich­net.

In Vietnam finden heftige Kämpfe statt. Die beidsei­tigen Verluste sind hoch.

16. Juni:

Israel entläßt 11 000 ägyptische Gefangene. In Athen werden 800 politische Häftlinge entlassen.

17. Juni:

In zahlreichen Veranstaltungen gedenkt d. Bevölkerung d. BRD d. Volksaufstandes v. 17. Juni 1953. Die .Volksrepublik China zündet ihre erste Wasserstoff­bombe. Israel meldet territoriale Ansprüche gegen­über seinen arabischen Nachbarn an. Die Großmächte sind dagegen.

18. Juni:

Bundesaußenminister Brandt kündigt weitere diplo­matische Beziehungen zu Ostblockländern an. König Hussein ruft die arabischen Staatschefs zu einer Gipfelkonferenz auf.

19. Juni:

Zur UNO-Vollversammlung in New York treffen sich die Regierungschefs vieler Länder, darunter Minister­präsident Kossygin aus der UdSSR. Kossygin verlangt die Verurteilung Israels als Aggressor und richtet heftige Angriffe gegen die Weltmächte. Vorher hatte Präsident Johnson Israel und die Araber zu einer fried­lichen Einigung aufgerufen. Der ägyptische Staats­präsident Nasser bildet die Regierung um u.ernennt sich selbst z. Ministerpräsidenten u.zum General­sekretär der einzigen Partei. In Düsseldorf haben Gangster einen Tunnel zum Tresor einer Bank ge­graben und erbeuten 400 000 DM,

20. Juni:

In der UNO-Vollversammlung werden die Debatten fortgesetzt. Der amerikanische Außenminister Dean Rusk und sein sowjetischer Kollege konferieren mit­einander. Der Sowjet. Staatspräsident Podgorny trifft überraschend zu Besprechungen in Ägypten ein. In der südarabischen' Förderation Aden kommt es zu blutigen Unruhen.

21. Juni:

Frankreich und Großbritannien wenden sich gegen israelische Gebietsansprüche. De Gaulle verurteilt das amerikanische Eingreifen in Vietnam.

22. Juni:

In Hannover beginnt der 13. Ev. Kirchentag." Ohne "einen durchgreifenden Abbau von Steuervergünsti­gungen" und ohne Steuererhöhungen" in mäßigem Umfang" können nach Angabe v. Finanzminister Strauß im kommenden Jahr die Aufgaben der Bundes­regierung nicht erfüllt werden.

23. Juni:

Der amerikanische Präsident Johnson trifft sich zu einem eingehenden Gespräch mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin in der Kleinstadt Glassboro in der Mitte zwischen Washington u.

New York. Kiesinger droht mit seinem Rücktritt, falls das Parlament anders als die Regierung in wich­tigen Fragen entscheiden sollte.

25. Juni:

Präsident Johnson und Ministerpräsident Kossyein treffen sich zu einem zweiten Gespräch, das ledig­lich in Fragen des geplanten Atomwaffensperrver­trages eine Annäherung erbringt. Bei einem Zugun­glück bei Unna werden 25 Menschen verletzt.

26. Juni:

Bei einem Zugunglück in Hamburg werden 34 Per­sonen verletzt. Die Bundestagsfraktionen diskutieren über die mittelfristige Finanzplanung.

27. Juni:

Bundeskanzler Kiesinger weist eindringl. auf die schwierige finanzpolitische Lage des Bundes' u. auf die Notwendigkeit von Opfern d. gesamten Bevöl­kerung hin.

28. Juni:

Die arabischen Staaten boykottieren teilweise die USA, Großbritannien und die Bundesrepublik wegen ihrer Nahosthaltung. Der Bundestag verabschiedet das neue Parteiengesetz.

29. Juni:

Der Bundestag behandelt in 1. Lesung die neue Not­standsverfassung. Die amerik. Filmschauspielerin Jayne Mansfield verunglückt tödlich,

30. Juni:

Die unterirdischen Anlagen des römischen Haupt­bahnhofes brennen aus. Israel schickt die von der Bundesrepublik gelieferten Gasmasken zurück.