Ausgabe 
7.7.1967
 
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JUNI IM RÜCKBLICK

Die evangelische Kirchengemeinde beging in einem Fest­gottesdienst die feierliche Grundsteinlegung ihres zweiten Gotteshauses an der Elgendorfer Straße. Die Kirche wird "Lutherkirche" heißen.

Die 72 Zentner schwere neue Christus-Glocke für die katho­lische Pfarrkirche wurde geweiht.

Das Kreisheimatmuseum in Montabaur ist wieder geöffnet. Das Textilhaus Hisgen bezog seinen großen Neubau am Konrad-Adenauer-Platz.

Auf dem Konrad-Adenauer-Platz werden 30 Parkuhren auf- gestellt.

Regierungspräsident Dr. Schmitt verabschiedete sich von den Bediensteten der Bezirksregierung inMontabaur.

Zum 15-jährigen Bestehen des Fanfarenzuges der Freiwilli­gen Feuerwehr wurde ein internationaler Wettstreit-für Fan­farenzüge und Spielmannszüge veranstaltet.

Im Landratsamt war eine Ausstellung "Naturschutz und Land­schaftspflege in Rheinland-Pfalz".

49 Oberprimanei bestanden am Staatlichen Gymnasium ihr Abitur.

Salesianerpater Gerhard Lenz feierte seine Heimatprimiz in Montabaur.

InMontabaur wurde eine Versehrten-Sportgruppe gebildet.

Der wassermeister der Stadt Montabaur, Mathias König, trat in den Ruhestand.

Kreisamtsrat Emil Witte erhielt die Goldene ÖTV-Nadel.

ZIVILST ANDRE GISTE R

der Stadt Montabaur vom Monat Juli 1867 GEBORENE

5. Juli Joseph, Sohn der Christina Lenaif

Wilhelm, Sohn der Juliane Schepping ( verspätet

angezeigt)

28. " August, Sohn v. M. Knögel, Tuchfabrikant 30. " Adam, Sohn v.Adam Lenz, Landmann

GESTORBENE

1. Juli Johann Bayer, ledig, 57Jahre alt (Zwerg)

2. Franz, Kind d.Joh. Busch, 6 Monate alt

3. Dorothea, Ehefrau d.J. Sode, 30 Jahre alt

3. Margaretha, Ehefrau d. N. Edel, 63 Jahre alt

4. Sebastian Hartenfels, ledig, 63 Jahre alt

8. Caspar Hartmann, 58 Jahre, ( entleibte sich )

20. Josepha,Kind d.J.Diehl, 2 Jahre alt

23. Anna, ledige Tochter d. Seminarlehrers Zirvas,

20 Jahre alt

24. Georg Loreth, Schuhmacher, 62 Jahre alt VERMÄHLTE

11. Juli Joseph Schmitz und Maria Anna Sauerborn 16. Samuel Löb und Katharina Lorch

VOR 100 JAHREN

Aufruf..

Am 25.Juni d.J. wurde unser Dorf und unsere Gemarkung von einem -furchtbaren Hagelschlag und Wolkenbruchähn­lichem Regen, der zugleich eine große Überschwemmung zur Folge hatte, heimgesucht.

Ein Teil des Dorfes, ein großer Teil unserer Gärten und Wie­sen, sowie der Teil des tiefer liegenden Feldes standen mehre­re Stunden unter Wasser. Der Schaden, den die Bewohner un­seres Dorfes an Gartengewächsen, Gras und Feldfrüchten ge­litten.haben, wird an 12-14 000 Gulden taxiert. Er ist für diese um so empfindlicher, da sie alle, nur einige wenige Handwerker u, Taglöhner ausgenommen, .sich vom Feld­bau ernähren.Die vorjährige Ernte hier war kaum eine mittel­mäßige, und wenn mancher unbemittelte Landmann die­ses Frühjahr harte Zeiten sah, so tröstete er sich mit der

kommenden Ernte; doch der 25. Juni hat ihm diesen Trost genommen und seine Sorgen vermehrt. Hier tut Hilfe not!

Zu dem Ende hat sich das Unterzeichnete Komitee gebildet. Dasselbe richtet an alle, denen unsere Not zu Herzen geht, die menschenfreundliche Bitte, unsere hartbedräiigten Ortsbe­wohner durch milde Beiträge zu unterstützen. Indem wir im voraus den freundlichem Gebern unsern herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir diese, die Gaben selbst an die ver- ehrliche Redaktion dieses Blattes oder auch an die Mitglieder , des.Komitees. zu schicken .

Heiligenroth, den 18.Juli 1867

Das Komitee: Lenkel, Pfarrer, Homrich, Bürgermeister, Kil- binger,Lehrer, Gerlach .Gemeinderechner

EIN NEUES HEIMATBUCH

Etwas verspätet zum 100jährigen Bestehen unseres Kreises er.- .. schien nun im Verlag Strüder, Neuwied, zum Preise von 17,80 DM -der Text- und Bildband "Der Unterwesterwald im Naturpark Nassau mit dem Kannenbäckerland" . Der Band füllt eine schmerzliche Lückezum Teil aus, da über den Unterwesterwaldkreis bisher weder ein Bildband noch.irgend­ein Heimatbuch erschienen ist.

In seiner Gestaltung gleicht das neue Buch dembereits vor zehn Jahren erschienenen Bildband " Der schöne Westerwald". Auf 40 Textseiten folgen 60 Bildseiten und 72 Seiten mit An­zeigen. der heimischen Wirtschaft.

Dem Vorwort unseres Landrats schließt sich der von August Welker verfaßte Textteil an. Mit nur einer halben Textseite kommt die Landschaftsbeschreibung dabei entschieden zu kurz. Auf den nächsten 26 Seiten schließt sich eine gründ­liche Betrachtung der Heimatgeschichte an. Sie bildet eine übersichtliche Ergänzung zur 1956 im Heimat-Adreßbuch veröffentlichten Kreisgeschichte Gensickes. Nach einer Be­schreibung der wirtschaftlichen Entwicklung bis zur Gegen­wart findet sich ein Kapitel über die Bau--und Kunstdenkmä­ler des Kreises. Es ist recht dürftig, denn anscheinend kennt der Verfasser außer inMontabaur nur ganze sechs Bau- und Kunstdenkmäler im gesamten Kreisgebiet. Auf eine etwas ausführlichere Darstellung der geschichtlichen Entwicklung Montabaurs folgt dann ein sehr anschauliches Kapitel "Volks­kundliches" , das einen guten Überblick über Wesen, Bräuche und Mundart des Westerwaldes gibt.

Von den 66 Schwarzweißfotos weisen mehrere idoch starke Qualitätsmängel auf. Man nimmt zwar in Kauf, daß 6 Auf­nahmen dem alten Westerwaldband rentnommen sind, doch stört es, wenn man eine ganze Anzahl ziemlich veralteter Aufnahmen findet. So ist das Bild unseres Kreisheimatmu­seums gewiß 15 Jahre alt. Die Anordnung der Bilder erscheint zuweilen etwas willkürlich. Warum etwa hat man zwischen zwei am gleichen Spazierweg bei Gackenbach aufgenommene Fotos ein Malbergbild eingeschoben? Zudem zeigt das eine L - Bild:,' das seltsamerweise auch einmal in einem Mcntabaurer Stadtprospekt Aufnahme fand, nicht einen Blick ins Gelbachtal, sondern ins SeelbachtaL, einem Nebental des Lingsingertales bei Hübingen.

Im Anhang " Die '.heimische Wirtschaft.-Bedeutende Unter­nehmen im Unterwesterwaldkreis" haben wohl fast alle bedeutenden Betriebe annonciert. Er läßt sich mit Interesse durchblättern.

Alles in allem nimmt man die Mängel;gerne in Kauf und freut sich darüber, daß - abgesehen von Adreßbüchern - nach hundert Jahren endlich ein allererstes Buch über unsen Kreis­gebiet ^erschienen ist.

KENNEN SIE MONTABAUR ?

Ein kleines Heimat-Quiz

Fragen:

1. Welche Stadt des Westerwaldes liegt von Montabaur aus gesehen in nördlicher Richtung?

2. Wann feiern die Katholiken Montabaurs ihren "Verlobten Tag" ?

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