Ausgabe 
28.4.1967
 
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Landesbühne Rheinland-Pfalz

Mit "In der Sache J Robert Oppenheimer" von Heinar Kipphardt setzt die Landesbühne am 5.5. 1967 in Monta­baur ihre Reihe von zeitkritischen Stücken fort, die Werke wie "Einer sagt nein" und "Nachtzug" vorstellte.

Wie bei den "Zwölf Geschworenen" wird das Problem in Form einer spannenden Gerichtsverhandlung abgehandelt, einer Verhandlung, die wirklich stattgefunden hat.

Der Atomphysiker hat sich tief erschrocken über die An­wendung der von ihm selbst gebauten Atombombe gegen den Bau der Wasserstoffbombe gewandt und wird nun der Illoyalität beschuldigt. Loyalität gegenüber dem Land - Loyalität gegenüber der Menschheit ist die eine Frage die­ses Stückes.

Faszinierend verfolgt man die glänzenden Formulierungen, die bestechend klaren Antworten, mit denen einer der größten Wissenschaftler unserer Zeit die Anschuldigungen pariert:

"Wenn Mathematiker ausrechnen müssen, ob ein bestimm­ter Test nicht vielleicht die Atmosphäre in Brand setzt, wer­den die nationalen Souveränitäten ein wenig lächerlich."

Ein überlegener Geist setzt sich gegen kleinkarierte ideolo­gische Denkweise zur Wehr,

Anwalt; Wir sprechen von den unbequemen Maßnahmen, die wir treffen müssen, unsere Freiheit zu schützen, Doktor. - Oppenheimer; "Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen,'bis nichts mehr von ihr übrig ist."

"In der Sache J. Robert Oppenheimer" ist ein unschätz­bares Dokument. Gleichzeitig ein spannendes Theater­stück, daß wie ein klassisches Drama einen Menschen im Konflikt zwischen seinem Gewissen und dem Anspruch ei­ner Gesellschaft zeigt.

Ein notwendiges Stück.

Die Inszenierung hat - wie in den vorangegangenen zeit­kritischen Stücken - Intendant Conrad Dahlke übernom­men, der auch die Rolle des Verteidigers spielt.

Den Oppenheimer wird Hermann Burck verkörpern. Kartenvorverkauf: Städt. Verkehrsamt, Rathaus, Zim. 8.

Jägerstammtisch Montabaur

Jagdliches Schießen des J ä g er s t am m t is ch es Montabaur.

Die Schonzeit neigt sich ihrem Ende zu und der gewissen­hafte Jäger muß daran denken, sich selbst und seine Waf­fen für die bald beginnende Jagd zu überprüfen. Zu diesem Zweck hatte der Jägerstammtisch Montabaur seine Mit­glieder zu einem jagdlichen Schießen auf dem Schieß­stand in Ransbach eingeladen. Der größte Teil der Jagd- kameraden war auch dieser Einladung am Samstag, dem 22. April 1967, gefolgt. Unter der Leitung des Vorsitzen­den, Bürgermeister i. R. Kraulich und mit kameradschaft­licher Unterstützung von Oberförster Schüler wurde das Schießen durchgeführt. Geschossen wurde auf den stehen­den Bock, auf den sitzenden Fuchs und auf den stehenden Überläufer. Die Entfernung betrug bei allen Übungen 100 Meter. Die erste Übung wurde stehend angestrichen, die zweite liegend freihändig und die dritte stehend freihändig geschossen.

Besonders die letzte Übung wurde manchem Schützen zum Verhängnis. Mit 76 Ringen erreichte Jagdkamerad Günther Rossbach die höchste Ringzahl und damit auch den Wan­derpreis des Stammtisches, Er war in diesem Jahr von dem Jagdkameraden Josef Heuchemer verteidigt worden, der ihn im vergangenen Jahr mit der gleichen Ringzahl errun­gen hatte. Interessant ist die Feststellung, daß der Durch­schnitt der geschossenen Ringzahl mit 44 Ringen gleich hoch ist wie im vorigen Jahr. Ein Kleinkaliberschießen wird noch im Laufe der nächsten Zeit durchgeführt werden. Der Wanderpreis wird dem Sieger beim nächsten Stamm­tischabend feierlich überreicht werden.

Schadet dem Schüler das Zigarettenrauchen' ?

Dr.Dr. med. Max Henke, Ärztin Berlin-Charlottenburg, Reichsstraße 81,

Ja, - ja, ja, ja!

Warum??

Die Schleimhäute der Bronchien werden durch das Herüber- streichen des Zigarettenrauches geätzt. Die Ätzung ruft Schä­digungen der Schleimhäute hervor. In der rissigen, winzig klein durchlöcherten Schleimhaut finden Grippeerreger und Erkältungskrankheitskeime ihre gesuchten Brutstätten. In ihnen können sie sich schon in einigen wenigen Stunden ver­mehren und vermillionfachen. Über Nacht bricht dann die Grippe oder die Lungenentzündung aus. Der nichtrauchende Schüler dagegen behält seine glatte Schleimhaut, die die Bronchien überzieht. Er ist deshalb viel widerstandsfähiger. Der verschluckte Zigarettenrauch greift die Magenschleim.- haut an. Die angegriffene, zerklüftete Magenschleimhaut löst Magenkatarrhe, Appetitlosigkeit, Durchfälle aus. Kein Wunder, daß zigarettenrauchende Schüler zu Magener­krankungen neigen.

Die Teerstoffe, die sich an den Bronchien und Magenschleim­häuten schädlich auswirken, kommen durch den Urin zur Ausscheidung. Vorher aber berühren sie die Schleimhaut der Harnblase und lösen auf ihr Entzündungserscheinungen aus, Der zigarettenrauchende Schüler braucht sich nicht zu wundern, wenn er über plötzliches Stechen in der Harnblase und über Schmerzen in ihr oft zu klagen hat,

Eine noch größere Gefahr durch das Nikotin liegt in der Schä­digung der Kreislaufgefäße, Es ist eine weise Einrichtung der Natur, daß sich die Kreislaufgefäße in einem geordne­ten abgestimmten Rhythmus zusammenziehen und öffnen.

Die Harmonie in diesem Rhythmus ist die Voraussetzung für den geordneten Kreislauf, Nikotin aber bringt Unordnung und Disharmonie in ihn, Unordnung im Kreislauf bremst die Sauerstoffzufuhr, Den zigarettenrauchenden Schüler über­fällt Blässe und Schwäche. Es stellen sich infolge der Dishar­monie des Kreislaufs Herzattacken, Kopfschmerzen, Waden­schmerzen ein. Bei Mädchen treten Mensesstörungen auf. Schließlich kann jeder zigarettenrauchende Schüler vom Frühkrebs befallen werden. Es gibt keinen Arzt auf der Erde, der einem Menschen mit Bestimmtheit Voraussagen kann, ob er als Zigarettenraucher von dieser bösen Kranl<heit bewahrt bleibt.

Jeder Schüler, jede Schülerin, soll sich darüber klar sein, daß das Nikotin ein schleichendes Gift ist, Bei einem dauert es ein Jahr, bei dem nächsten zwei Jahre, bei dem über­nächsten drei Jahre, bis es zu sichtbaren Gesundheitsstörungen kommt.

Jeder Körper gerät in eine Abhängigkeit zum Nikotin. Hier hilft nur noch eine Entwöhnungskur durch ärztliche Hand.

Sie allein kann noch alles retten.

Was der schweizer Giftforscher Dr, Franz Borbely über das Rauchen kürzlich in der Züricher Universität sagte.

Etwa 70 bis 80 % aller Männer und 20 % der Frauen rauchen (ein ähnliches Verhältnis liegt in der deutschen Bundesrepu­blik vor). Im Tabakrauch sind etwa 100 verschiedene giftige Stoffe enthalten;

1. Das Nikotin und seine Verbindungen

2. Kohlenoxyd und Blausäure als giftige Gase

3. Reizwirksame Gase und Dämpfe

4. Spuren von Arsen, Chrom und Nickel

Wesentlich für den RAUCHERGENUSS ist vor allem- das Nikotin. Es tritt eine Gewöhnung an das Nikotin, eine Ni­kotinsucht auf. Das beweist die Tatsache, daß Kautabak als Ersatz für das Rauchen verwendet werden kann. Normaler­weise wird eine Zigarette in 10 Minuten in etwa 10 Zügen geraucht, Raucht man diese Zigaretten in fünf Minuten, so wird der eingenommene Gehalt an Nikotin verzehnfacht. Die Schleimhäute der Mundhöhle nehmen etwa 10 die