Ausgabe 
14.4.1967
 
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Da gestand mir meine Frau, daß er ihr nach der Operation gesagt habe, ich würde kein Jahr mehr zu leben haben. Damals wollte sie es nicht wahrhaben und verschwieg es mir. Ich kann es ihr nicht zum Vorwurf machen.

Es gibt vier Arten von Lungenkrebs. Jede Art scheint eine andere Wachstumsgeschwindigkeit zu haben.

Mein Doktor hat mir erklärt, er sagte auch, daß von zwan­zig Leuten, die Lungenkrebs haben, nur einer überlebt, die anderen neunzehn sterben.

Selbst wenn man alle Möglichkeiten der Heilbehandlung berücksichtigt, bleibt dieser Überlebensquote bei Lungen­krebs unverändert. Bdi diesem Krebs ist die Chance des Davonkommens im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen nicht 50;50,

Verständlicherweise legte mein Arzt einen wahrhaft mis­sionarischen Eifer an den Tag, seine Mitmenschen vom Rauchen abzubringen. Für ihn steht die Beziehung zwischen Zigarettenrauchen und Lungenkrebs außer Zweifel.

Die statistischen Beweise sind auch erdrückend. Man schätzt heute, daß jeder achte Mann, der zwanzig Jahre lang stark raucht (täglich zwanzig und mehr Zigaretten), an Lungen­krebs erkrankt.

Die schlimmen Folgen des Zigarettenkonsums beschränken sich jedoch nicht auf den Lungenkrebs. An Kranzgefaßleiden sterben doppelt, an Lungenemphysem zwö'lfmal soviel Rau­cher wie Nichtraucher, von Mundkrebs, Kehlkopfkrebs, Speisenröhrenkrebs und anderen Krebsarten zu schweigen. Manchmal müssen sich die Ärzte recht hilflos Vorkommen. Unaufhörlich warnen sie Menschen wie mich, aber keiner will diese Warnungen hören.

Und dann all die Zigarettenwerbung. "Phantastische Sum­men werden da hineingesteckt", meinte mein Arzt, "um den Menschen vorzugauckeln, Zigaretten könnten sie für manches andere entschädigen."

In Italien und England ist bereits jegliche Zigarettenwer­bung aus dem Fernsehprogramm verbannt worden.

Das scheint mir ein Schritt in der richtigen Richtung, denn man sollte, wie mein Arzt sagte, alles tun, damit die Ju­gendlichen gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen.

Ich weiß nicht, ob meine Leidensgeschichte irgend jemand vom Rauchen abhalten wird. Ich bezweifle es sogar, denn kein Mensch, dem ich in den Ohren geigen habe, hat das Rauchen au fg eg eben - kein ein ziger.

Man denkt immer: "So was passiert anderen, aber nicht mir". Aber wenn Sie Ihren Lungenkrebs haben - dann stehe Ihnen Gott bei.

Sie brauchen nur diesen Schatten auf dem Röntgenbild zu sehen. Es ist ein gewaltiger Schock. Man kann nichts da­gegen tun.

Mir gehts im Augenblick ganz gut. Wenn ich Schmerzen bekomme, geben mir die Schwestern eine Spritze.

Ich bin sehr kurzatmig. Nach spätestens fünf Schritten muß ich mich setzen. Der Krebs sitzt in der Leber, und ich weiß nicht, wo sonst noch. Ich habe nicht den Schatten einer Chance.

Für mich ist es zu spät.

Für Sie vielleicht noch nicht - - - - - - -

Volksbank Montabaur

MONTABAUR. Im Hause der Volksbank Montabaur wurde der längjährige Bevollmächtigte, Herr Ulrich Schlosser, Montabaur, mit Wirkung vom 1. April 1967 zum stellver­tretenden Vorstandsmitglied bestimmt.

Gleichzeitig wurde die bisherige Vorstandssekretärin, Frau Marlies B eil esse m, Neuhäuse'l, zur Bevollmächtigten be­fördert.

Mit freundlichem Gruß -

Volksbank zu Montabaur EGMBH

KENNEN SIE MONTABAUR

Ein - kleines - Heimat - Quiz - FRAGEN:

1. Wo befindet sich das Caritashaus?

2. Warum heißt das. Gebück so?

3. Was versteht man unter dem Ausdruck "eben Gotts '?

4. Wie lang ist die Alieestraße?

5. Weiches ist der höchste und welches der tiefste Punkt der Montabaurer Gemarkung und wo liegen diese?

MÄRZ IM RÜCKBLICK

Das katholische Pfarr- und Dekanats Zentrum St. Peter wurde eingeweiht. Es werden darin untergebracht der Kin­dergarten, das Jugendheim, die Pfarrbücherei, der Pfarr­saal, die Kreis-Caritasstelie, das katholische Bezirks-Jugend­amt und die italienische Mission.

Im 40 Betten unfassenden Altersheim auf der Aiberthöhe wur­de das Richtfest gefeiert.

Unterhalb des Friedhofes entsteht eine Brücke für die Über­führung der Landesstraße nach Holler über die inzwischen im Bau befindliche Umgehungsstraße. Die Straße bleibt daher auf fünf Monate gesperrt. Sie war bereits im Vorjahr wegen einer Deckerneuerung und Begradigung für mehrere Monate gesperrt gewesen.

Bis zum Wiederaufbau der Stützmauer Anfang Mai bleibt die Sauertaistraße gesperrt.

Hinter dem Pfarrzentrum und am Aufbaugymnasium werden zwei Straßen ausgebaut.

Ein Schiff der Bundesmarine erhielt den Namen "Westerwald". Die Stadt übernahm die Patenschaft.

Einmal im Viertel-Jahr will die Stadtverwaltung von nun an Sperrmüll abfahren lassen.

Die Stadt will 100 Mark Belohnung zur Ergreifung des Tätern ausgeben, der Wald flächen am Stationenberg in Brand setzte. Aus dem Spießweiher wurde die Leiche einer 22 jährigen Frau gefischt.

Über 180 Anmeldungen liegen für die Sexte des Staatlichen Gymnasiums vor.

Die Montabaurer Pfadfinder veranstalteten eine Lotterie zu Gunsten der Aktion 67 "Flinke Hände, flinke Füße schaffen für körperbehinderte Jugend. "

ZIVILSTANDS REGISTER

der Stadt Montabaur- April 1867 Geborene:

5, April - Jakob Lenz, Sohn von Johann Lenz, Landmann

10. April - Johann Wilhelm, Sohn von Wilhelm Franz Hisgen,

Lederfabrikant

11. April - Peter, Sohn von Peter Fries, Landmann 11. April - Franz, Sohn von Georg Philippi, Glaser

11. April - Anna Maria, Tochter von Johann Scheid,

Schuhmacher

12. April - Anna Josepha, Tochter von J.B. Dupp, Schuh­

macher

13. April - Peter Joseph, Sohn von Peter Josef Kaf, Taglöhner 20. April - Maria Anna, Tochter von Peter Eschenauer,

Land mann

Ges torbene:

6. April - Margaretha, Kind des W. Kespe, 4 Jahre alt 11. April - Anton, Kind des F. Kunst, 2 Jahre alt

18. April - Jakob, Kind des J. Lenz, 14 Tage alt

20. April - Sybilla, Ehefrau des N. Conradi, 52 Jahre alt

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