Ausgabe 
31.3.1967
 
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Schmidt

Anton

6.4.1892

Steinweg 8

Schröder

Johann

12.4.1888

Kantstr. 4

Selker

Gertrud

.3,4,1888

Burgstr. 14

Steinlein

Johann

18.4.1892

Wölfchesbitzstr. 11

Weimer

Josef

18.4.1882

Eschelbacherstr. 4

Wolf

Johanna

28.4.1885

Kirchstr. 12

Arbeitskreis zur Abwehr der Suchtgefahren e s V,

Der Arbeitskreis zur Abwehr der Suchtgefahren e.V. in Neuß hat uns einige Blätter zur Verhütungsmaßnahme zugesandt, die wir in Fortsetzungen veröffentlichen werden,

"Ich wüns chte v m eine' Mut ti würde nicht mehr rauchen1

Zwar ist Franka noch zu klein, um einen derartigen Gedan­ken bewußt denken zu können, aber Schwester Clara, die ihr Patenkindchen einmal wieder besuchte, fand die Luft zum Schneiden, in der die Kleine atmen mußte, Ihr Bruder und ihre Schwägerin waren beide starke Raucher, Der Aschen­becher war voller Kippen, Die Fenster waren geschlossen wegen der herrschenden Winterkälte, Das Kind sah blaß und müde aus und hustete,Sie ist wieder einmal erkältet. Ich weiß garnicht warum sie so anfällig ist, meinte die Schwä­gerin, Schwester Clara hob die Kleineauf ihren Schoß und sah ihr in den Hals,Das ist keine Erkältung, Das Kind hustet, weil seine Bronchien durch den Tabakrauch gereizt werden,

"Nun sage bloß, die paar Zigaretten, die wir rauchen, würden dem Kinde schaden! Schwester Clara, die Kinderschwester am Städtischen Krankenhaus war, griff über den Tisch, Sie nahm denMittag vom 19,10,1966 zur Hand,Hier, lies einmal, was auf der letzten Seite steht, sie schob ihrem Bruder die Zeitung hin. Der las halblaut; Zigarettenraucher verseuchen ihre Umgebung mit mehr Nikotin und Holzteer als sich selbst. Das fand der Professor für Hygiene an der Universität Perugia (Italien), Alessandro Serpilli, in einer Untersuchung heraus, die er mit Unterstützung der italiep- nischen Regierung unternahm,

"Hm", brummte der Bruder,das kommt mir aber reichlich übertrieben vor.

Wenn du draußen im Freien rauchst, leidest du weniger Scha­den, als wenn ein! Nichtraucher in einem Büroraum arbeitet, wo fünf Kollegen und Kolleginnen rauchen,

"Liebe Clara, wir sind schließlich erwachsen und wissen was wir tun, die Schwägerin stieß eine Rauchsäule von sich, die dem Kind geradewegs in das Gesichtchen schlug. Es bekam einen solchen Hustenanfall, daß es krebsrot wurde, Schwester Clara mußte sich sehr beherrschen, um ihre Schwägerin nicht anzufahren. Der Bruder stand hastig auf und sagte;

"Das Kind muß ins Bett, es ist schon zu spät,Vielleicht können wir uns dann doch einmal ernsthaft unterhalten, sagte Schwester Clara, Ihr Bruder wollte schon abweisend antworten, da sah er, wie seine Frau der Kleinen einen Kuß geben wollte und das Kind vor ihrem Atem zurückwich,Ba, ba, sagte es und tat die Händchen vor das Gesicht,Gut, sagte er und setzte sich wieder.

Als die Schwägerin wieder in das Zimmer trat, sagte sie;

"Ich gebe ja zu, in der letzten Zeit haben wir etwas mehr geraucht, Alfred sollte ja überhaupt nicht rauchen wegen seines Magengeschwürs, Nervös trommelte der Bruder mit den Fingern auf der Tischplatte,Es handelt sich jetzt nicht um mich, sondern um das Kind, sagte er gereizt,

Pflanzen sterben in rauchgeschwängerter, sauerstoffarmer Luft, sagte Schwester Clara,Nichts braucht ein Kind mehr als frische Luft, Gewiß habt ihr im Schlafzimmer die Fen­ster zu. Der blaue Dunst zieht unter die Türe durch,-In-die­semblauen Dunst" aber sind Stoffe , die sogar erwachsene Menschen krank machen. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Lungenkrebskranken (1965 gab es 20 000 Lungenkrebs­tote in der Bundesrepublik) und es ist einfach wissenschaftlich

erwiesen, daß das Rauchen die Hauptschuld daran trägt. Pro­fessor Licknit hatte unter seinen erkrankten Nichtrauchern viele, die ihm klagten, daß sie sehr unter dem starken Rau­chen ihrer Kollegen in geschlossenen Räumen zu leiden hat­ten, Und nun denkt doch einmal nach, was erwachsene Men­schen krank macht, das sollte ein kleines zartes Kind nicht schädigen? Franka müßte eine gutdurchblutete frische Haut haben. Du sagst, sie sei anfällig. Sie sei oft mißvergnügt.

Ein Kind, das sich nicht wohl fühlt, kann nicht vergnügt sein. Es weiß nicht, was ihm fehlt, aber wir müssen es wis­sen. Hast du dich nicht viel wohler gefühlt, als du das Rau­chen damals einstelltest, als du fühltest, daß ein Kindchen geboren werden sollte? Du hattest doch damals vorgehabt, das Raucheh nicht inehr anzufangen." Die Schwägerin blick­te verstohlen zu ihrem Mann hinüber. Der wurde rot. Er war es gewesen, der seiner Frau die erste Zigarette wieder ange- boten hatte. Nun richtete er sich mit einem entschlossenen Ruck im Stuhl auf. "Clara, ich gebe dir mein Wort, ich stelle das Rauchen ein, das bin ich mir, aber vor allem mei­nem kleinen Schätzchen schuldig. Das Kind soll nicht einmal sein Köpfchen von mir abwenden, weil es sich vor meinem Atem ekelt."

Nun bekam die Schwägerin einen roten Kopf. Also hatte er die kleine Szene mit dem Kind und ihr beachtet. "Ich glau­be, Clara, du hast recht", sagte sie. Man lebt so gedanken­los in den Tag hinein. Vor allem werde ich für viel frische Luft sorgen, vielleicht kann Franka dann auch wieder tüchtig essen".

Als Schwester Clara nach ihrem Urlaub ihr Patenkindchen wieder besuchte, lachte es ihr entgegen. Seine Bäckchen waren rosig und wenn es hätte richtig, sprechen können, dann hätte es gesagt;"Ich bin so froh, meine Mutti raucht nicht mehr!"

Irma Petzold-Heinz

DIE KRIMINALPOLIZEI RÄT

VERMISST WIRD ...

Kriminalpollizeiliches Vorbeugungsprogramm April 1967

Tausende Kinder und Jugendliche reißen Jahr für Jahr von zu Hause aus.

Abenteuerlust, fehlende Nestwärme, Angst vor Strafe treiben sie auf die Straßen und Autobahnen.

Sie kennen die Gefahren nicht, die ihnen drohen, empfinden nicht das Abgleiten in die Kriminalität!

Nur allzuleicht geraten sie in Verbrecherhände und erleiden Schaden an Leib und Seele.

DESHALB; Kümmert Euch um Eure Kinder, bevor es heißt;Vermißt wird ...!

Die Jugend braucht unser ganzes Verständnis, unsere Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit!

Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz Koblenz

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IN EIGENER SACHE

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am 1. April 1967 beginnt das neue Bezugsvierteljahr. Wir "haben unseren Austrägern bereits Bezugsgeld-Quittungen übersandt. Halten Sie daher bitte den Betrag von DM 2, -- bereit, wenn unser Austräger in den nächsten Tagen bei - Ihnen vorspricht, um diesen Betrag auch bei Ihnen zu kas­sieren. Sie haben damit das Mitteilungsblatt für weitere drei Monate bezahlt. Für Ihre Treue danken wir Ihnen bestens.

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Hans Schmid Redaktion und Verlag

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