Ausgabe 
10.2.1967
 
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Die Holzpreise haben in diesem Jahr eine außergewöhnliche Höhe erreicht. Es wurden schon für einen Klafter Buchen- scheitholz durchschnittlich 68 Mark erlöst, ein Betrag, der auf dem Westerwald noch nie bezahlt wurde.

Bruder Paulinus Eichelberger und Bruder Hubertus Ritzen- thaler aus dem Kloster der Barmherzigen Brüder von Montabaur, seit Anfang des Krieges in einem Kriegs­lazarett in der Krankenpflege, haben das Badische Kreuz für freiwillige Kriegshilfe mit Eichenkranz erhalten.

VOR 100 JAHREN

UNSERE KREISE ENTSTEHEN _

In unserer Heimat denkt man an diesen Tagen an das hundertjährige Bestehen unserer Kreise. Am 20, September 1866 war das Herzogtum Nassau mit der Preußischen Monarchie vereinigt worden. Schon am 22. Februar 1867 wird der Regierungsbezirk Wiesbaden gebildet.

Dazu meldete die damalige "Provincial-Correspondenz:

Die Feststellung der Verwaltungs-Bezirke in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen, in dem vormaligen Herzogtum Nassau, in der vormaligen freien Stadt Frankfurt a. M. und in den bisher bayerischen und Großherzoglich hessischen Gebietsteilen erfolgt auf Grund Allerhöchster Anordnung Sr. Majestät des Königs.

Die Einführung der preußischen Verwaltungs-Einrichtungen findet in den bisherigen Verhältnissen dieser Gebiete keinerlei Schwierigkeiten; auch die von Sr.' Majestät bei der Besitzergreifung zugesagte Schonung berechtigter Eigentümlichkeiten ist mit jener Einführung durchaus ver­einbar. Es wird daher zunächst die Bildung von Regierungsbe­zirken und landrätischen Kreisen erfolgen.

Es sollen zwei Regierungsbezirke aus den in Rede stehenden Gebieten gebildet werden: ein Regierungsbezirk Cassel und ein Regierungsbezirk Wiesbaden.

Der Regierungsbezirk Wiesbaden wird umfassen:

1. das ehemalige Herzogtum Nassau;

2. die ehemalige freie Stadt Frankfurt und die nachstehend bezeichneten bisher hessen-därmstädtische Gebiets­teile;

3. das ehemals landgräflich hessen-homburgische Amt Homburg;

4. den Kreis Biedenkopf;

5. den nordwestlichen Teil des Kreises Gießen;

6. den Ortsbezirk Rödelheim;

7. den bisher hessischen Teil des Ortsbezirks Niederursel.

Die Kreis-Einteilung in den neu zu bildenden Regierungs­bezirken mußte von dem Gesichtspunkt ausgehen, daß an der Spitze der Kreisverwaltung auch in den neuen Landesteilen Landräte, im wesentlichen mit derselben Stellung, wie die in den alten Provinzen gestellt werden sollen, daß ferner auch die Grundlagen für die Bildung einer künftigen Kreisvertretung vorhanden seien.

Im ehemaligen Herzogtum Nassau, welches den Haupt­bestandteil des neuen Regierungsbezirke Wiesbaden bildet, sind bisher Verwaltungsbezirke, welche unsern altländischen Kreisen entsprechen, nicht vorhanden; das Herzogtum ist vielmehr in 28 Amtsbezirke geteilt, an deren Spitze je ein Amtmann steht.

Bei der jetzt vorgenommenen Kreiseinteilung ist davon ausgegangen -wurden, daß die neuen Kreise nur durch Zusammenlegung ganzer Amts-Bezirke herzustellen seien, da eine Zerreißung solcher Bezirke, etwa zum Zwecke der besseren Abrundung der Kreise, nach dem Überein­stimmenden Urteile aus dem Lande mannigfache Schwierigkeiten hervorrufen und manche Interessen verletzen würde, nachdem die Amtsbezirke seit sehr langer Zeit der Mittelpunkt der gesamten Verwaltung gewesen sind. Außerdem ist bei der ganzen Verwaltungseinrichtung in. y Nassau auch die Beibehaltung der Amtmänner als Zwischenbehörde unter den Landräten eine Notwendigkeit.

Es war deshalb das Einfachste, die ganzen Ämter mit * unveränderten Grenzen zu Kreisen zu vereinigen. Die

Kreise konnten daher größer angelegt werden als in Kur­hessen, weil die Amtmänner die Landräte in der Kreisverwaltui wesentlich unterstützen werden. Das frühere Herzogtum Nassau zerfällt danach unter Zulegung von Homburg in 10 Kreisen, zu denen die Stadt Frankfurt als 11. und Biedenkopf als 12. hinzutritt.

Der Regierungsbezirk Wiesbaden enthält demnach folgende zwölf Kreise:

1. Dillkreis, aus den Ämtern Dille nbuig und Herborn ge­bildet. Kreisstadt Dillenburg.

2. Oberwesterwaldkreis, aus den Ämtern Hachenburg, Marienberg, Rennerod; Kreisstadt Marienberg.

3. Unterwesterwaldkreis, aus den Ämtern Selters, Monta­baur, Wallmerod; Kreisstadt Montabaur.

4. Oberlahnkreis, aus den Ämtern Weilburg, Hadamar,

Runkel; Kreisstadt Weilburg.

5. Unterlahnkreis, aus den Ämtern Limburg, Diez, Nassau und Nastätten; Kreisstadt Diez.

6. Rheingaukreis, aus den Ämtern Braubach, St. Goars­hausen, Rüdesheim, Eltville; Kreisstadt Rüdesheim.

7. Stadtkreis Wiesbaden.

8. Landkreis Wiesbaden (Mainkreis), gebildet aus den Ämtern Wiesbaden, Hochheim, Höchst und dem ehemals Großherzoglich hessischen Ortsbezirk Rödelheim;

Kreisstadt Wiesbaden.

9. Untertaunuskreis, aus den Ämtern Langenschwalbach,

Wehen und Idstein; Kreisstadt Langenschwalbach.

10. Obertaunuskreis, aus den Ämtern Usingen, Königstein und dem vormals landgräflich hessischen Amte Homburg; Kreisstadt Homburg.

11. Stadtkreis Frankfurt a. M. , bestehend aus dem bis­herigen Stadt- und Landgebiet, unter Zulegung von Niederursel.

12. Hinterland-Kreis, aus dem Kreise Biedenkopf und dem nordwestlichen Teile des Kreises Gießen.

Kreisstadt Biedenkopf.

VERBANDS-und VEREINSMITTEILUNGEN

Landesbühne Rheinland - Pfalz

Am 17. 2. 67 in Montabaur im Festsaal der Jos. -Kehrein- Schule gibt die Landesbühne "Hokuspokus" von Curt Goetz. Dieses Lustspiel erlebte schon bei seiner Uraufführung triumphalen Erfolg, 28 Vorhänge, ein paar Tage später in Bremen 64 Vorhänge.

"Erzählen Sie, wie schreibt man so ein Stück", bat ein Theaterdirektor den Autor, und Curt Goetz erzählte:

"Ich kaufte mir zuerst einmal gelbes Papier und legte es auf den Schreibtisch vor mich hin. Das sah schon nicht ganz so beängstigend leer aus wie ein weißes Blatt. Nun fragte ich mich: Was wäre ein schönes Bild beim Auf­gehen des Vorhanges? Zwei Herren am Kaminfeuer .... bei Nacht. Gut. Was muß einer sagen, damit alles gleich zuhört? Darüber ging ich viele Tage mit mir spazieren.

"Ich werde heute nacht ermordet!"

Das ist so verrückt, daß jeder im Publikum zuhören muß, und das ist so absurd, daß es mich als Autor interessiert, zu finden, was der andere darauf antworten könnte. Ich glaube, das ist überhaupt ein Geheimnis des Schriftstellers:

Er will sich selbst unterhalten. Sobald ich mich selber langweile beim Schreiben, muß es den anderen auch langweilen beim Zuhören, und wenn ich mich beim Schreiben unterhalte, dann unterhält sich auch das Publikum. Nun hatte ich also die zwei Herren auf der Bühne sitzen, von denen der eine sagt: "Ich werde heute nacht ermor'det werden. " Wenn; das ein Herr der hohen Gerichtsbarkeit sagt, ist das schon dichter und spannender. Und wenn das ein Richter sagt, noch dazu in der Nacht vor einem Mord­prozeß, dem er zu präsidieren hat, dann ist das "ge­dichtet" und aufs höchste spannend. Und ich, als Autor, bin damit auch schon "eingespannt. " Ich habe mich in

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