Ausgabe 
27.1.1967
 
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werden verspricht. Was Wunder, daß der Refrain nicht nur im Saal begeistert mitgesungen wurde! "Bleib'du bei dei­nem, deinem, deinem, ich bei meinem, meinem, meinem!" Das war der "Germ", wie er leibt und lebt'; aber er arbeitet nicht nur im Rampenlicht. Die Einstudierung des Funkentan­zes, dessen exakte Ausführung helle Begeisterung auslöste, geht ebenso auf sein "Konto", wie die choreographische Lei­tung bei einem urkomischen weiteren Tanz zwischen einem ungleichen Pärchen. Funkenmariechen Ursula Jung und die Pagen :Elke Lenz, Ellen Seel, Rita Radtke und Brigitte Krau­se, wie auch ihr "Meister" Josef Germann, -zeigten mit ihren gut einstudierten Tänzen, daß-auch Amateure auf diesem Gebiet Hervorragendes zu leisten vermögen. Ein besonderes Lob durch den Präsidenten war der wohlverdiente Lohn dafür. "Mir is et egal" ! sagte Roßbachs Gerd und beendete mit diesem resignierend erscheinenen Ausspruch jeweils eine Strophe seiner Rede. Er deutete auf manch wunden Punkt in der Politik, machte aber auch nicht halt vor kleineren Problemen auf lokaler Basis» Der Gerd traf mit dem Spott des Narren mitten ins Schwarze. - Hinter der in Narren- kreisen geläufigen Abkürzung Al-Ro-Sa verbirgt sich in Wirklichkeit das "Heiterkeits-Trio" mit seinen Sängern Altenhofen, Ross und Sanner. Sie kreuzten als singende Dippelbrüder auf und konnten sich solchermaßen "frei be­wegen" . Stimmlich und gesanglich gut aufeinander ab- gestimmt , kamen die drei Sänger mit ihren Vorträgen zu einem glänzenden Erfolg. - "Helau.helau der Narretei, die fetten Jahre sind vorbei" . , sagte Siegfried Homann zu

Beginn seiner temperamentvoll vorgetragenen Rede und - damit ihm die zukünftige Sparsamkeit "abgenommen" wer­de - erschien er tatsächlich im originellen Schottenrock.

Der Siegfried bestätigte mit seiner geistvoll pointierten Re­de, daß er ein Ut-Karnevalist von großer Klasse ist.

Exprinz Heini Pötz nahm die erst kürzlich erfolgte Geburt seines Stammhalters zum Anlaß, die Narrhailesen über die damit zusammenhängenden Vaterfreuden eingehend zu "unterrichten" . Das tat er denn auch mit dem ihm eigenen Temperament und in einem Kostüm, das seine Rede kräftig "unterstrich" . - Nachthemd, Schlafmütze und Nachtleuchte waren die närrischen Utensilien, mit denen sich F. J. Löwen- guth als Darmol-Mann in die Bütt begab. Er "verschaukelte" mit herrlichem Blödsinn die gesamte Narrhalle, blies auf diese Weise zum Generalangriff auf die Lachmuskeln und setzte mit seiner Rede das Tüpfelchen auf das i. - Die Mo­ritatensänger Josef Straub und Ernst Käuper "behandelten" naturgemäß lokale Sachen. Ihr Vortrag kam gut an, das "bescheinigten" den beiden die Narren im Saal, die lauthals den Refrain mitsangen, der in Mons Tabor einfach lautet.- "0 du schöne Fassenacht .

Einen Glückwunsch besonderer Art für den Prinzen hatte das Doppelquartett, zu dem sich Mitglieder des MGV "Mendels­sohn-Bartholdy" unter Leitung von Theo Wolf zusammengefun­den haben. Die herrlichen Stimmen der Sänger, von denen als Solisten Edgar Labonte und Präsident Uli Schlosser höchst­persönlich hervortraten, begeisterten Prinz und Narren, 'Heut ist der schönste Tag in meinem Leben", das Lied, mit dem einst Josef Schmidt weltberühmt wurde, erscholl stimmgewal­tig und forderte einen Beifallssturm heraus.

Zu Beginn des Abends war. der soeben im Rathaus gekürte Prinz "Wolfram I. von Recht und Gnaden unter tosenden Bei- falsskundgebungen seiner Untertanen in die Narrhalle einge­zogen. Wie aus seiner Prinzenrede zu entnehmen war, bre­chen für die Narren der Kreisstadt herrliche Zeiten an,

Das wurde auch in der von Hofmarschall Wilfried Schardt verlesenen, von Josef Velten-Stahlhofen künsterlerisch gestal­teten Proklamation, versprochen, Minister Jos. O, Schneider hatte die Ehre, dem närrischen Prinzen mit einer wohlge­setzten Rede ein Geschenk der "Heiterkeit" zu überreichen.

Das herrlich dekorierte Bühnenbild hatte Wilfried Christe entworfen, dem mit seinen Helfern Karlheinz Engel, Helm» Keil, Werner Hanns, Walter Kunoth und Jos. Meuer besonde­res Lob gespendet wurde.

Die Kapelle " Die Finken" sorgte für den musikalischen Teil

und brachte den Narren im Saal das Schunkeln bei. Es regne­te Orden und Silberbecher für die Akteure. Lange nach Mit­ternacht befahl der Präsident den Ausmarsch seines närrischen Ministeriums, das sich nun auf die Sitzung am Schwerdonners­tag vorbereitet.

Kneippverein Montabaur

Wesen und Wirken der Kneippsehen Anwen­dungen".

Über dieses Thema sprach der im Rahmen der VHS Montabaur vom Kneipp-Verein Montabaur veranstalteten Vortragsreihe Herr Dr. med, Gotzes, Facharzt für innere Krankheiten und Chefarzt des Kneipp-Sanatoriums der Dominikanerinnen in Arenberg, am 16. d. M. Der Referent ging zunächst darauf ein, wie Pfarrer Kneipp zu der Erkenntnis der Heilkraft des Wassers gekommen ist. Er .kam als Spätberufener ins Priester- Seminar und erkrankte dort an Tuberkulose. Zwei behandeln­de Ärzte hatten ihn schon aufgegeben, da begann er selbst mit der Anwendung von Wasser, Der Versuch glückte und er wurde geheilt. Kneipp hatte ohne Zweifel die alten Schrif­ten über die Heilkraft des Wassers gelesen, denn schon im Altertum hatte Hyppokrates das Wasser als Heilmittel bezeich­net. Auch die Römer hatten großen Wert auf die Anwendung des Wassers gelegt, wie die Thermen in Trier und anderen Städten beweisen. Im Mittelalter kannte man die Badestu­ben, wenn auch diese später mehr der Unterhaltung dienten.

Der schlesische Arzt Johann Siegfried Hahn hatte schon ein Buch über die Anwendung von Wasser zu Heilzwecken ge - schrieben, das Kneipp wahrscheinlich nicht unbekannt war .

Als Kneipp dann später Pfarrer von Wörishofen geworden war, befaßte er sich eingehender mit der Anwendung von Wasser zu Heilzwecken, Es gelang ihm auch, das Interesse von zwei bekannten Ärzten, Dr» Haufe und Dr» Schweninger, wach zu rufen. Diese verbreiteten die Lehre von Kneipp unter der Ärzteschaft, und dadurch begann auch die wissenschaftliche Erforschung der Kneippsehen (Heilmethode. Sie verbreitete sich schnell in Deutschland, Österreich und der Schweiz,

Heute hat sie sich fast über die ganze Welt ausgedehnt. In seinem Testament hat Kneipp gebeten, daß man seine Lehre zum Wohle der Menschheit fortentwickeln und weiterverbrei­ten solle. So kann man Kneipp als einen Wohltäter der Mensch­heit bezeichnen, dessen Lehre bis zum heutigen Tag fortlebt, weiter erforscht und ausgebaut worden ist. Heute ist die Metho­de gegenüber dem Anfangsstadium bedeutend vervollkomm­net, denn es wird nicht nur kaltes, sondern auch warmes Was­ser angewandt. Außerdem werden Packungen und Wickel zur Anwendung gebracht. Je nach der Art der Erkrankung und der Körperkonstitution des Erkrankten werden die Art der Anwen- d ungen von dem behandelnden Arzt verordnet. Die Einrich­tungen für Kneipp»sehe Anwendungen fehlen heute fast in kei­nem Krankenhaus. Gerade in unserer Zeit ist die Kneipp-Kur ein Jungbrunnen für die leidende Menschheit»

Mit Hilfe einer Reihe sehr guter Dias zeigte dann der Referent, wie man mit einfachen Mitteln die Kneippsehen Anwendun­gen auch in der häuslichen Umgebung durchführen kann» Hier sah man im Bilde, wie man einen Unterschenkelguß, einen Oberschenkelguß und einen Hüftguß vornimmt, Ebenso würden die verschiedenen Arten der Armgüsse, des Brustgusses und des ganzen Gusses gezeigt» Dabei machte der Referent darauf auf­merksam, daß alle Güsse nur bei normaler Körperwärme ge­macht werden dürfen» Ebenso ist darauf zu achten, daß nach den Anwendungen der Körper sich wieder erwärmt, Zu diesem Zweck muß man sich entweder bewegen oder das Bett aufsu­chen. Auch die verschiedenen Arten der Wickel und Packungen wurden gezeigt und ihre Durchführungen eingehend beschrie­ben, Abschließend wurden dann noch die Anwendung der ver­schiedenen Heilkräuterbäder besprochen»

Auf die nach Abschluß des Vortrages vorgetragenen Fragen gab der Referent eingehende und ausführliche Antworten. Der Vor­sitzende, Bürgermeister a, D. R»Kraulich, schloß mit einem Dank an den Referenten für den interessanten und lehrreichen Vortrag.

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