Ausgabe 
6.1.1967
 
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<t. 1965.

Frisch. Meiers, rt Loth. Degen.

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Gerät an eine Diezer Volksschule ausgeliefert.

18 Bildtafelordner - Stückpreis etwa 190, --DM - wurden an Volks- und Realschulen ausgeliefert.

Jugendbüchereien und Lehrbüchereien einschließlich Bü­chereien der Bundeswehr wurden - eine größere Anzahl Verkehrslehrbücher zur Verfügung gestellt. (Littmann Röhr "Wir im Straßenverkehr Behörden- und Industrie­verlag Frankfurt/Main; Listenpreis DM 29, 70 in 70 Exem­plaren, 210 Exemplare "Verkehrskundliche Weiterbildung" herausgegeben von der Bundesverkehrswacht, Bonn; Stück­preis DM 3, 50;)

16. Ein Zuschuß von DM 3. 000, -- wurde dem Schulverband Marienberg zur Finanzierung eines Verkehrsschulgartens gewährt. Eine Anlage, die im verkleinerten Maßstab ein modernes Straßenbild, mit Ampeln, Beschilderung, Ein­ordnungshinweisen usw. bietet. Die Anlage wird von Kin­dern mit Tretautos, Rollern, Kinderfahrrädern befahren, j Überwachung und Unterricht erfolgen durch einen pensio- ! nierten Polizeibeamten. j

Auf Grund unserer finanziellen Beteiligung steht die Anla- ; ge auch anderen Schulen zur Verfügung. Anläßlich evtl. ! Schulausflüge kann von dieser Möglichkeit nach Absprachej mit dem Schulverband Marienberg Gebrauch gemacht j werden. j

ZUR GESCHICHTE

der evangelischen Pfarrgemeinde j

Von Dekan Eberling. !

Um das Jahr 1829 befanden sich in Montabaur etwa 150 evgl. j Einwohner. Keine Glocke rief sie an Sonn-und Feiertagen j zum Gotteshaus. Die ernsteren unter ihnen suchten ihre Er- i bauung Sonntags in einem frommen Buche, das ihnen natür - ! lieh den Gemeindegottes dienst nicht ersetzen konnte, die anderen gingen in ihrem Glaubensleben allmählich zurück.

An Feiertagen fuhren die vermögenden zum Abendmahl nach Eppenrod.

Traurig war es vor allem um die Jugend bestellt, die eines geregelten Religionsunterrichtes entbehrte, nur hin und wie­der ein paar Stunden bekamen und kirchliches Leben über­haupt nicht kennenlernte. Dieser Zustand war auf die Dauer dem ernster gerichteten Teil der Gemeinde unerträglich, und man wandte sich im Jahre 1828 an den Herzog von Nassau mit der Bitte, er möge helfen, hier in Montabaur evangeli­sches Gemeindeleben zu begründen. Man hatte keine Fehl­bitte getan. Der Herzog äußerte, als er das Gesuch gelesen hatte; "Das habe ich längst erwartet, überließ der nun­mehr anerkannten Gemeinde die Kapelle seines hiesigen | Schlosses und überwies ihr einen Betrag von 400 Gulden für ; die innere Einrichtung. Diese Kapelle, früher vom Bischof von Trier benutzt, galt als Heiligtums des Michael und wurde nur einmal im Jahr besucht. Dann bewegte sich eine Prozes­sion hinauf, und von der im Schloßhof errichteten Kanzel hielt der betreffende Geistliche eine Rede. Zu dem Geschenk des Herzogs kam der Ertrag einer Sammlung unter den Evan­gelischen in den Ämtern Meudt und Montabaur, und mit die­ser Summe war es möglich, die Kapelle für ihren neuen Zweck herzurichten.

Ende des Jahres 1829 war man damit zu Ende, und zu Beginn des neuen Jahres traf der erste Geistliche der Gemeinde, Pfarrvikar Nink, hier ein. Die feierliche Einweihung der Ka­pelle und die Einführung des Pfarrers wurde auf den ersten März 1829 festgesetzt und von Geheimrat Gieße, als Vertre­ter der Kirchenbehörde, vollzogen. Es war seine letzte öf­fentliche Handlung, da der Greis bald darauf in den Ruhe­stand trat. Nach dem Gottesdienst wurde ein Tauflied gesun­gen, worauf zwei Kinder die heilige Taufe empfingen.

Im Laufe der Jahre nahm die Gemeinde an Seelenzahl zu, und die Kapelle konnte immer weniger die Besucherzahl, nämlich an Feiertagen, fassen. Ein Anbau war unmöglich. Weiter hatte man es schon lange schmerzlich empfunden, daß man die verstorbenen Gemeindeglieder ohne Geläute zu Grabe tragen mußte. Schließlich war die Kapelle zu ab­

gelegen und der Aufstieg, nament lieh für alte Leute, zu be­schwerlich. All diese Gründe wirkten zusammen, um die Sehn­sucht nach einem eigenen Gotteshaus in der Stadt immer stärker werden zu lassen.

Den ersten Schritt zu ihrer Verwirklichung tat Pfarrvikar Cuntz, der von 1856 - 1864 hier wirkte. Er suchte im Jahre 1859 bei der Herzoglichen Regierung um die Genehmigung des Baues . nach, die ihm auch sofort erteilt wurde und legte den Grund zu einem Baufonds. Sein Nachfolger, Pfarrvikar Weckerling ( 1864 - 1909), führte dann mit rastlosem, nie ermüdendem Eifer und im Kampf mit großen Schwierigkeiten das Werk weiter und glücklich zu Ende. Als der Herzog Adolf von Nas­sau hier, wie alljährlich, der Jagd oblag, trug er ihm an der Spitze des Kirchenvorstandes die Bitte vor, der Gemeinde ein der Domäne gehörendes Grundstück am Schloßberg geschenk­weise zu überlassen. Der Herzog sagte sofort zu, nahm den Platz selbst in Augenschein und forderte Weckerling auf, bald ein diesbezügliches Gesuch an sein Kabinett zu richten. Das Gesuch ging ab, aber eine Antwort darauf ist nie erfolgt, da im Jahre 1866 der Krieg ausbrach, der den Herzog sein Land kostete. 1867 weilte König Wilhelm von Preußen in Bad Ems zur Kur, und beim Empfang der Beamten, unter denen sich auch Weckerling befand, unterhielt er sich mit ihm über die Verhältnisse seiner Gemeinde in Montabaur und fragte insbe­sondere, ob sie ein eigenes Gotteshaus besäße. Als Wecker­ling das verneinte und hinzufügte, daß man schon seit Jahren an einem Baufonds sammele, versprach ihm der König, "daß der Fiskus zur gegebenen Zeit auch etwas tun werde." Seine Freude über dieses Entgegenkommen des Monarchen wurde stark getrübt, als auf sein Gesuch hin die Verhandlungen mit den Regierungsstellen begannen. Sie bestanden darauf, daß der Kosten wegen von der Errichtung eines Turmes abgese­hen werden müsse und machten allerlei andere Schwierigkei­ten, bis man endlich nach langen schriftlichen und mündli­chen Auseinandersetzungen 3000 Mark bewilligte, unter der Bedingung, daß die Regierung in Zukunft nicht mehr mit Un­terstützungsgesuchen behelligt werden dürfe. Man kann es Weckerling nachfühlen, wenn er schreibt; "So sauer wie die Erlangung dieses Zuschusses ist mir glücklicherweise die Be­schaffung der übrigen Gelder nicht geworden, sonst würde ich bei aller Freudigkeit u. Ausdauer doch entmutigt die Hand von dem begonnenen Werk zurückgezogen haben.

(Die Fortsetzung dieses Berichtes lesen Sie in der nächsten Ausgabe)

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vom 27.12.66 - 21.1.1967

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