Ausgabe 
25.11.1966
 
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dienstordens haben, werden gebeten, sich bis spätestens 20. Dez. 1966, bei der Stadtverwaltung Montabaur, irn Zimmer Nr. 9/10 des Rathauses, zu melden.

Montabaur, den 18. Nov. 1966 Der Bürgermeister

der P f a d f in d e r in n e n sc h a f t St. Georg 1966 Wir laden die Bevölkerung von Montabaur und Umgebung ganz herzlich zu unserem diesjährigen Weihnachts-Basar am Sonntag, dem 27. Nov. 1966,

Verkauf im Gebück, bei schlechtem Wetter im Pfarrheim, ein.

Zum Verkauf kommen Bastei- und Handarbeiten, die von den Wichteln, Pfadfinderinnen und Rangern des Stammes Montabaur gearbeitet wurden, u. a. eine wertvolle, selbst­geknüpfte Brücke, ein handgenähtes, orientalisches Leder­sitzkissen, selbstgenähte,-gehäkelte und -gestrickte Kinder­sachen, Lederwaren, Wandbehänge, Furnierbilder, gepreßte Blumen-Bilder, selbstgedrehte Kerzen, Mobiles, praktische kleine Dinge für den Haushalt und vieles, vieles andere.

Auch Sie werden bestimmt etwas bei uns finden !

Als besondere Überraschung erwartet Sie in diesem Jahre eine große Tombola, mit - .50 Pf. (nicht 5,--DM) sind Sie dabei.

Der größte Teil d.Reinerlöses kommt, wie auch im vergange­nen Jahr, der

AKTION KOREA

Zugute.

Ein Schaufenster zum Ausstellen der Arbeiten wurde uns von der AMTS - Apotheke, Montabaur, Bahnhofstr., freund­licherweise zur Verfügung gestellt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch ! Gut Pfad !

Die PSG Montabaur

Landesbühne Rheinland-Pfalz

Am 2. Dez. 1966 in Montabaur gastiert die Landesbuhne Rheinland-Pfalz mit Moliefes

"Der eingebildete Kranke wieder einmal.

Gibt es nicht mehr Stücke von Moliere, als daß man auf ein vor 10 Jahren gespieltes Werk schon jetzt wieder zurückgrei­fen muß ? - Gewiß, wenn man jedes Jahr einen Moliere brächte, würde der Vorrat für weit länger als 10 Jahre reichen. Aber sieht man nicht nach einem Jahrzehnt lieber ein Meister­werk zum zweiten Mal als ein Gesellenstück zum ersten Mal ?

Und ein Meisterwerk, nicht nur der Komödienliteratur, son­dern auch der abendländischen Dramatik überhaupt, ist ja dieses letzte Werk Molieres unbestreitbar.

In Deutschland, das selbst nur wenige große Lustspiele her­vorbrachte, mag es nicht immer eine Empfehlung sein, zu sagen, eine ausgelassene, Lachsalven auslösende Komik be­herrsche das ganze Werk.

Es gibt viele, die solches gleich als unseriös abtung. Nun, auch Ihnen kann mit dieser Komödie gedient werden.

Je öfter man diese letzte erstaunliche Erfindung Moli&reschen Genius list, desto mehr wird man ergriffen von der tiefen Trauer, die Uber dem Werke liegt, mitten in der betäuben­den Ausgelassenheit.

Es überläuft einen eiskalt: dieses Krankenzimmer, diese auf­gehäuften Drogen und Medizinflaschen, diese Ärzte, welche ihr Objekt umschleichen wie Gespenster und Vampire, die auf ihre Beute lauern., diese habsüchtige und heuchlerische Frau, die schon die Taler der Erbschaft abzählt, diesen Hypochonder, dessen Syrotome so meisterhaft gültig ge­zeichnet sind, daß sie noch heute jeder wissenschaftlichen Erfahrung standhalten., -alles das hat etwas unbeschreib­lich Grausiges, etwas, was dem Vorgeschmack des Todes gleichkommt.

Und wenn man bedenkt, daß Moliere dieses Stück schrieb und die Hauptrolle spielte, als er selbst noch kaum einen Schritt vom Grabe entfernt war, dann fühlt man die ganze unheimliche Tragik, welche in der übermütigen Posse ent­halten ist. Diese Heiterkeit über der Tragödie, diese Brücke

über einem Abgrund, ist sie nicht ein verbindendes Kennzei­chenaller genialen Kunst ? Ja, Moliere erreichte mit diesem Werk eine Tiefe, die seine-frühen Stücke, so schön auch sie sind, nicht aufweisen. Und da der Landesbühne in Sepp Holstein ein Regisseur zur Verfügung steht, der Komik in allen ihren Schattierungenbeherrscht, in Hans Egenlauf einen Schauspieler, der im Mustergatten seine komische Begabung, in Dürrenmatts "Abendstunde im Spätherbst" die Fähigkeit zur Magie, die in der Komik liegen kann, gezeigt hat und ein Ensemble, mit dem auch die anderen Rollen treffend besetzt werden können, darum spielt sie jetzt Moliöres " Der eingebildete Kranke "

Kartenvorverkauf: Stadt. Verkehrsamt, Rathaus, Zimmer 8

Das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium

Fortsetzung:

D. Jetziger Stand des Gymnasiums :

Der gegenwärtige Zustand des Kaiser-Wilhelro-Gyronasiums. also von Ostern 1930, soll nicht als Dauerzustand aufgefaßt werden. Viele Schäden der Kriegsjahre und der Besatzungs­zeit sind noch nicht wieder gut gemacht, viele Anforderungen der Neuzeit mußten unerledigt bleiben.

Das Gebäude ist noch immer der alte gedrückte Kasten, der 1838 als Volksschule gebaut wurde, mit dem 1896 angebauten Flügel. Er hält nicht einmal einen Vergleich mit dem neuen Volksschulgebäude aus. Im Innern herrscht größte Raumnot.

Das Physikzimmer gleicht einer photographischen Dunkel­kammer. Zeichensaal und Aula sind unzugänglich. An Raum für zweckmäßige Unterbringung der Sammlungen fehlt es durchaus. Auf die Dauer wird ein Neubau oder wenigstens der Aufbau eines zweiten Stockwerkes unabweisbar sein.

Fußböden und Wände, Bänke und Lehrgeräte bedürfen nach jahrelanger Abnutzung einer gründlichen Ausbesserung oder Erneuerung, Lichtleitung wird z. Zt. neu gelegt. Noch schlimmer steht es mit der Turnhalle, Infolge des an sich begrüßenswerten Aufschwungs im Turnwesen und der damit verbundenen Vermehrung der Zahl der Turnstunden ist sie stark überlastet, da außer dem Gymnasium auch Volksschule und Katharinenschule, ferner abends der Turnverein darin turnen, Die von der fremden Besatzung verbrannten, zer­schlagenen oder verschleppten Turngeräte sind erst zum Teil wieder ersetzt. Die Raumnot, die durch Anweisung der Vorkammern als Notwohnung in den letzten Jahren be­stand, soll jetzt wenigstens beseitigt werden. Das Bedürf­nishäuschen des Gymnasiums spottet jeder Verbesserung, wie denn überhaupt die kleine Häuserinsel zwischen Gymnasium und Seminargebäude bei einem großzügigen Bebauungsplan .niemals entstanden wäre.

Die Lehrerschaft hat seit dem Kriege stark gewechselt. War es im Kriege ein Vorteil, daß so viele Herren bei ihrem Alter nicht mehr zum Heeresdienst einberufen wurden, so mußten seit 1921 infolge des Gesetzes über die Altersgrenze eine Reihe altbewährter Professoren bald nacheinander in den Ruhestand treten: Prof. Dr. Marx, Prof. Becker, Prof.

Wurm und Prof, Maßfeller, nicht ohne auch später noch der Schule bei den vielfach eintretenden Schwierigkeiten auszuhelfen. Es traf sich nicht ungünstig, daß zu ihren Nachfolgern auch mehrere ehemalige Schüler unseres Gym­nasiums gewählt werden konnten, so daß bei den vielen Neuerungen die Verbindung mit der Vergangenheit aufrecht­erhalten blieb, Drei erledigte Stellen allerdings hat die Stadt vorläufig nicht mit festangestellten Studienräten besetzen wolk

Das AMTLICHE BEKANNTMACHUNGSBLATT erscheint wöchentlich. Bezug: Nur an Abonnenten. Anzeigenpreisliste Nr. 2 vom 1. Okt. 1965.

HERAUSGEBER: Hans Schmid. CHEFREDAKTION: Christa Frisch. Produktionsleitung: Marion Scheidhauer. An zeigen leitung: E. Meiers. Organisationsleitung: Günther Würth. Vertriebsleitung: Robert Loth. VERLAGSBÜRO ESCHBORN Organisationsleitung: Robert Degen.

DRUCK und VERLAG: PRIMO-VERLAG HANS SCHMID, 6689 Merchweiler/Saar, Pf, 20, Telefon 06825/5021, Telex 0444826. 6236 Eschborn/Taunus. Telefon 06196 / 41004, Telex 04 14396.