geschlossen wurde und die Staatsumwälzung eintrat. Dann mußte die Anstalt wieder auf 2 l/2 Wochen geschlossen werden und wegen des Durchzugs unserer aus dem Kriege heimkehrenden Feldgrauen. Mit Freude sahen wir auch die Lehrer der Anstalt und die Schüler, Leutnant wie Rekrut, zurückkehren. Für einige Zeit konnte der alte Unterrichtsbetrieb im früheren Umfange wieder eingerichtet werden, so z.B. auch der Zeichenunterricht, der seit Neujahr 1917 geruht hatte. Daneben galt es, die zurückgekehrten Schüler in angekürzter Zeit zur Reifeprüfung zu bringen; einem Teile von Ihnen, im ganzen 22 Mann, 'konnte das Reifezeugnis ohne Prüfung zuerkannt werden. Auch die Schulordnung wurde umgearbeitet und den Schülern größere Freiheit und ausgedehntere Selbstverwaltung zugestanden.
Doch die Zeit zu solchen Aufräumungsarbeiten und Neueinrichtungen war viel zu kurz und glich-nur einer Atempause. Das idyllische Städtchen Montabaur und seine Schulen wurden wie in früheren Jahrhunderten mit in den Strudel der Kriegsereignisse gerissen, weil es dem heiß umstrittenen Rheine allzu nahe liegt und in diesem Falle zum "besetzten Gebiet" gehörte. Jetzt begann hier der Krieg erst recht unmittelbar. Kaum waren die letzten deutschen Truppen durch- gezogen, so folgten die Quartiermacher der Amerikaner, ihnen nach in wenigen Tagen die ganze Flut der Lehmgelben. Vom 13. Dezember ab wurden immer mehr Räume . auch in der Schule beschlagnahmt. Der Saal diente als Kantine oder Tanzsaal, das Lehrerzimmer für Kriegsgerichte oder als Bücherei oder Zirkusbüro, einige Klassen als Mannschaftsräume. Auf dem Hof war ein großer Autopark, später eine große Küchenbaracke, überall störte die lärmende und rücksichtslose Sodateska. Die Fahrschüler waren oft vom Bahnverkehr abgeschnitten. Neue Schüler von auswärts fanden sich nur spärlich ein.
Innere "Veränderungen im Schulleben traten gegenüber diesem äußeren Druck wenig hervor. 1919 trat Prof. Eisei nach 19-jähriger Wirksamkeit in den Ruhestand, ferner der alte Pedell Herborn, der seit 1893 seines Dienstes gewaltet hatte. Wegen der Kriegsnot und Geldentwertung wurde das Schulgeld fortwährend erhöht. Die staatlichen Zuschüsse für das Gymnasium reichten kaum mehr aus. Im Oktober 1919 schied auch Geh. Oberregierungsrat Dr. Paehler, der getreue Schützer der Anstalt, aus dem Dienst. Von jetzt ab wurde das Gymnasium von Montabaur nicht mehr durch die Regierung bevorzugt, sondern trat zurück in gleiche Reihe mit höheren Schulen anderer leistungsschwacher Gemeinden. Damit geriet sein Bestand in Gefahr. Verschiedene Auswege, z.B. Uebergabe an den Jesuitenorden oder Verstaatlichung, wurden vergebens versucht. Man erreichte zur Not vom Minister in Berlin die Zusicherung weitgehender Unterstützung, des besetzten Gebietes wegen.
Fortsetzung folgt.
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Volkshochschule und Vogelschutzgruppe Montabaur
EINLADUNG
Die Volkshochschule in Verbindung mit der Vogelschutzgruppe Montabaur lädt Sie zu einem Farbfilmvortrag "Aus Feld und Wald" mit Erläuterungen von Herrn H. Wolter herzlich ein.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 10.11.1966 um 20.00 Uhr in der Aula der Joseph-Kehrein-Schule statt. D er Eintritt ist frei.
gez. Leister. O.Stud. Rat gez. Volkening, O.Forstr
Leiter des VHS meister - I. Vorsitzender
DIE LEBENSUHR
(Ila Mötsch)
Gar unaufhaltsam tickt sie weiter, gibt bis zum Ende keine Ruh, sie scheint wie eine hohe Leiter, die Sprossen nehmen ständig zu.
Und schlägt sie zu den schönsten Stunden du möchtest, daß sie stille steht, und hast du Bitteres empfunden, daß dann der Taktschlag doppelt geht.
Doch unaufhaltsam tickt sie weiter, gibt bis zum Ende keine Ruh, und ständig steigst du diese Leiter, hinauf, der letzten Sprosse zu.
MORGENROT
Wie Rauch ist verflogen das Dunkel der Nacht, wie Nebel verzogen wenn Sonne lacht.
So holt dich das Leben aus manch tiefer Not um neu die zu geben ein Morgenrot.
Ila Mötsch
Empfehlen Sie auch Ihren Freunden und Bekannten den Bezug des Amtsblattes der Stadt MONTABAUR.
Verantwortlich für Satz und Gestaltung des Textteiles der heutigen Ausgabe: Ursula Boussard

