Ausgabe 
4.11.1966
 
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geschlossen wurde und die Staatsumwälzung eintrat. Dann mußte die Anstalt wieder auf 2 l/2 Wochen geschlossen werden und wegen des Durchzugs unserer aus dem Kriege heimkehrenden Feldgrauen. Mit Freude sahen wir auch die Lehrer der Anstalt und die Schüler, Leutnant wie Rekrut, zurückkehren. Für einige Zeit konnte der alte Unterrichts­betrieb im früheren Umfange wieder eingerichtet werden, so z.B. auch der Zeichenunterricht, der seit Neujahr 1917 geruht hatte. Daneben galt es, die zurückgekehrten Schü­ler in angekürzter Zeit zur Reifeprüfung zu bringen; einem Teile von Ihnen, im ganzen 22 Mann, 'konnte das Reifezeug­nis ohne Prüfung zuerkannt werden. Auch die Schulordnung wurde umgearbeitet und den Schülern größere Freiheit und ausgedehntere Selbstverwaltung zugestanden.

Doch die Zeit zu solchen Aufräumungsarbeiten und Neuein­richtungen war viel zu kurz und glich-nur einer Atempause. Das idyllische Städtchen Montabaur und seine Schulen wurden wie in früheren Jahrhunderten mit in den Strudel der Kriegs­ereignisse gerissen, weil es dem heiß umstrittenen Rheine allzu nahe liegt und in diesem Falle zum "besetzten Ge­biet" gehörte. Jetzt begann hier der Krieg erst recht un­mittelbar. Kaum waren die letzten deutschen Truppen durch- gezogen, so folgten die Quartiermacher der Amerikaner, ihnen nach in wenigen Tagen die ganze Flut der Lehmgel­ben. Vom 13. Dezember ab wurden immer mehr Räume . auch in der Schule beschlagnahmt. Der Saal diente als Kan­tine oder Tanzsaal, das Lehrerzimmer für Kriegsgerichte oder als Bücherei oder Zirkusbüro, einige Klassen als Mann­schaftsräume. Auf dem Hof war ein großer Autopark, später eine große Küchenbaracke, überall störte die lärmende und rücksichtslose Sodateska. Die Fahrschüler waren oft vom Bahnverkehr abgeschnitten. Neue Schüler von auswärts fanden sich nur spärlich ein.

Innere "Veränderungen im Schulleben traten gegenüber die­sem äußeren Druck wenig hervor. 1919 trat Prof. Eisei nach 19-jähriger Wirksamkeit in den Ruhestand, ferner der alte Pedell Herborn, der seit 1893 seines Dienstes gewaltet hatte. Wegen der Kriegsnot und Geldentwertung wurde das Schul­geld fortwährend erhöht. Die staatlichen Zuschüsse für das Gymnasium reichten kaum mehr aus. Im Oktober 1919 schied auch Geh. Oberregierungsrat Dr. Paehler, der ge­treue Schützer der Anstalt, aus dem Dienst. Von jetzt ab wurde das Gymnasium von Montabaur nicht mehr durch die Regierung bevorzugt, sondern trat zurück in gleiche Reihe mit höheren Schulen anderer leistungsschwacher Gemeinden. Damit geriet sein Bestand in Gefahr. Verschiedene Aus­wege, z.B. Uebergabe an den Jesuitenorden oder Verstaat­lichung, wurden vergebens versucht. Man erreichte zur Not vom Minister in Berlin die Zusicherung weitgehender Unter­stützung, des besetzten Gebietes wegen.

Fortsetzung folgt.

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Volkshochschule und Vogelschutzgruppe Montabaur

EINLADUNG

Die Volkshochschule in Verbindung mit der Vogelschutz­gruppe Montabaur lädt Sie zu einem Farbfilmvortrag "Aus Feld und Wald" mit Erläuterungen von Herrn H. Wolter herzlich ein.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 10.11.1966 um 20.00 Uhr in der Aula der Joseph-Kehrein-Schule statt. D er Eintritt ist frei.

gez. Leister. O.Stud. Rat gez. Volkening, O.Forstr

Leiter des VHS meister - I. Vorsitzender

DIE LEBENSUHR

(Ila Mötsch)

Gar unaufhaltsam tickt sie weiter, gibt bis zum Ende keine Ruh, sie scheint wie eine hohe Leiter, die Sprossen nehmen ständig zu.

Und schlägt sie zu den schönsten Stunden du möchtest, daß sie stille steht, und hast du Bitteres empfunden, daß dann der Taktschlag doppelt geht.

Doch unaufhaltsam tickt sie weiter, gibt bis zum Ende keine Ruh, und ständig steigst du diese Leiter, hinauf, der letzten Sprosse zu.

MORGENROT

Wie Rauch ist verflogen das Dunkel der Nacht, wie Nebel verzogen wenn Sonne lacht.

So holt dich das Leben aus manch tiefer Not um neu die zu geben ein Morgenrot.

Ila Mötsch

Empfehlen Sie auch Ihren Freunden und Be­kannten den Bezug des Amtsblattes der Stadt MONTABAUR.

Verantwortlich für Satz und Gestaltung des Textteiles der heutigen Ausgabe: Ursula Boussard