Ausgabe 
28.10.1966
 
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11. Oktober 1966 in der Josef Kehrein-Schule eröffnete.

Der Vorsitzende des Vereins, Herr Dipl. Kaufmann Robert Kraulich, Bürgermeister a. D., begrüßte mit kurzen Worten die in erheblicher Zahl erschienenen Teilnehmer und Teil­nehmerinnen und wies auf die Bedeutung richtiger Ernäh­rung in gesunden und kranken Tagen hin. Ein besonderer Gruß galt dem anwesenden Leiter der Volkshochschule,

Herrn Oberstudienrat Leister. Sodann stellte er mit herz­lichen Worten der Begrüßung die Leiterin des Lehrgangs, Fräulein Hermine Micheler von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. in Frankfurt a. M., vor. Die Referentin gab zunächst an Hand von Dias eine Einführung in die Nähr­stoff- und Ernährungslehre. Sie gliederte den Vortragsabend wie folgt*

1. Grundlage der Ernährung,

2. Nahrung und Nährstoffe,

3. Zubereitung der Nahrungsmittel.

Nach diesen theoretischen Ausführungen folgte die Praxis. "Von morgens bis abends richtig ernährt", lautete das Pro­gramm, das wie folgt aussah:

1. Frühstück: Müssli mit Obst (Kaffee, Tee oder Milch),

Mischbrot, Vollkornbrot, Butter, Margarine, Honig, Quark pikant.

2. Frühstück; Buttermilch mit Sanddornbeerensaft, Knäcke­

brot.

3. Mittagessen; Waldorf-Salat, Bohnen-Tomaten-Eintopf,

Quarkwein- Creme

4. Nachmittags: Joghurt mit Früchten, Vollkornbrot

5. Abendessen: Bunter Sauer kr autsalat, Pellkartoffeln, But­

ter, Käse, Tee.

Nach der Kostprobe und der Kritik über die zubereiteten Speisen ging man gespannt auf den nächsten Tag nach Hau­se. Hatte der erste Abend der Ernährung des gesunden Men­schen gegolten, so waren die nächsten Abende dem Patien­ten am Familientisch gewidmet. Theoretisch wurden zu­nächst die Richtlinien für die Kost eines Magen, Gallen- und Leberkranken besprochen. Die Aufgabe für die Praxis lautete: Zubereitung eines Schonkost-Menüs. Dieses Menü setzte sich zusammen aus einer Fleischbrühe mit Leberklöß­chen, Hühnerfrikassee mit Reis und Kopfsalat. Als Nachtisch gab es; Versteckte Bananen. Die anschließende Kostprobe und Kritik ergab, daß man auch bei Diätkost ein schmack­haftes Essen zubereiten kann. Ein schwieriges Problem war wohl am 3. Abend zu lösen. Die Aufgabe hieß; Kost bei Übergewicht,

Fast jeder verleibt sich heute täglich mehr Kalorien ein als notwendig und ist erstaunt über seine Leibesfülle und die damit verbundenen üblen Folgen. Nach der theoretischen Er­örterung des Problems hieß für die Praxis die Aufgabe: Zu­bereitung eines kalorienarmen Menüs. Es setzte sich aus fol­genden Speisen zusammen:

Serbischer Salat, Schnitzel in Papier, Möhren natur, Nachspeise: Buttermilch oder Jogurthspeise. Das wohlgelun­

gene Menü zeigte, daß man auch, ohne im Fett zu schwim­men, gut und schmackhaft kochen kann. Am letzten Tag mußte auch am Nachmittag ein Vortrag gehalten werden.

Die Referentin macht eingehende Ausführungen über die Kost bei Herz- und Kreislauf er krankungen. Die Praxis war hier darauf abgestellt, die Flüssigkeiten zu beschränken und auch den Fettverbrauch zu beschränken. Großer Wert wurde auf gute und vielseitige Rohkosternährung gelegt.

Für den letzten Abend lautete die Aufgabe; Wie ist die Kost des Diabetikers zu gestalten? Eingehend verbreitete sich die Referentin über die Zuckerkrankheit, die besonders in der Nachkriegszeit stark angestiegen ist. Das in der Pra­xis zuzubereitende Menü setzte sich wie folgt zusammen: Fleischbrühe mit Gemüse, Fischfilet - Schichtbraten, Kar­toffelbrei und Blumenkohl. Als Nachspeise wurden Apfel­sinen in Gelee serviert.

Vier lehrreiche und interessante Abende waren zu Ende. Fräulein Micheler hatte es verstanden, den umfangreichen Stoff in einer leicht faßlichen und oft humorvollen Weise dem aufmerksam lauschenden Zuhörerkreis darzubieten.

Sie hatte viel Wissen und Können über die richtige Ernäh­rung in gesunden und kranken Tagen vermittelt. Zum Schluß dankte der Vorsitzende des Kneipp-Vereins der Referentin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß man sie in späterer Zeit noch einmal in Montabaur sehen würde. Eine Spreche­rin des nicht gerade kleinen Teilnehmerkreises drückte für alle den Dank in den Worten aus;

"Schade, daß es vorbei ist!"

An morgen denken- sparen!

Am 28. Oktober ist Weltspartag - bei uns in der Bundesrepu­blik wie auch im Ausland. Viele Menschen werden an die­sem Tag zu ihrer Bank gehen, um Geld auf ein Sparkonto einzuzahlen. Selbst die Aller jüngsten werden dann stolz mit ihrer Sparbüchse an die Bankschalter kommen. Jedoch nicht alle werden am 31. Oktober sparen, auch nicht an anderen Tagen. Manchen von ihnen ist es keineswegs zu verdenken, weil sie trotz Wirtschaftswunder und allgemeinem Wohlstand nur so viel Geld haben, daß es zum Leben gerade reicht.

Wie steht's aber mit den anderen, die gut verdienen und da­her in der Lage wären, etwas auf die hohe Kante zu legen? Vielleicht sollten sie sich zum Weltspartag einmal überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, auch ein Sparkonto zu haben. Zu­gegeben, wir werden durch eine umfassende staatliche Sozial­versicherung vor dem Allerschlimmsten bewahrt. Leider gibt es jedoch zahlreiche unvorhergesehene Ereignisse im Le­ben, bei denen man nicht auf staatliche Sicherungen zu­rückgreifen kann. Da wäre es schon beruhigend zu wissen, daß man an sein Sparkonto heran kann. Im Grunde genommen können es sich nur richtige Lebenskünstler leisten, keine fi­nanziellen Reserven zu haben. Wenn sie viel Geld haben, geben sie es in vollen Zügen aus und sind glücklich. Wenn sie wenig Geld haben, schränken sie sich entsprechend ei® und sind auch noch ganz zufrieden.

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