der Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen Militärdienst. Deshalb entschloß man sich zur Einrichtung eines Progymna- siüms, wobei auch die Erinnerung an das alte Gymnasium mitwirkte.
Die neue Schule sollte nach den vom Gemeinderat entworfenen und vom Minister genehmigten Satzungen unter städtischem Patronat und Königlichem Kompatronat stehen, aus der Stadt- kasse unterhalten werden, jedoch vom Staat einen noch näher zu bestimmenden jährlichen Zuschuß beziehen. Die Wahl der Lehrer wurde einem Kuratorium übertragen, das aus drei ständigen Mitgliedern, nämlich dem Bürgermeister, dem katholischen Pfarrer und dem Rektor der Schule und 4 wechselnden, von der Gemeinde auf 4 Jahre gewählten Vertretern der Bürgerschaft bestand. Untergebracht wurde das Progymnasium in dem 1838 erbauten Schulhaus, aus dem die Volksschule weichen mußte.
Zum ersten Kuratorium gehörten Bürgermeister Waterloo, Pfarr- verwalter Stein, A. Bollentin, Jakob Flügel, W. F. Hisgen und J. B. Löhr. Diese wählten zum Rektor des Progymnasiums den bisherigen Lehrer am Progymnasium zu Bochum Dr. Robert Pähler. Weitere Lehrer an >der jungen Anstalt waren Heinrich Breuer, Anton Abt, Subregent des Bischöflichen Konvikts,
I. P. Schmitz, ev. Pfarrer Weckerling und Elementarlehrer W. Kunst, ferner von der alten Realschule Reallehrer Reichwein.
Der letzte Leiter der Realschule, Oberlehrer Bode trat in den Ruhestand. Im Oktober 1868 wurde das Progymnasium durch den Provinzialschulrat Dr. Rumpel aus Kassel als Königlichen Kommissari im Beisein des Kuratoriums, des Gemeinderates sowie der Lehrer und Schüler eröffnet.
Der jugendliche Rektor Dr. Pähler, er war erst 26 Jahre alt, hatte keine leichte Arbeit vor sich. Vom Progymnasium wurden gleich die Klassen Sexta bis Tertia eröffnet, zugleich waren aber die verbliebenen Realschüler in diesen Klassen unterzubringen oder sonstwie zu einem befriedigenden Abschluß ihrer Studien zu fördern. ^Diese Aufgabe gelarg verhältnismäßig schnell. Im Juli 1870 fand das Progymnasium die endgültige Anerkennung seitens des Staates. Sofort beschloß der Gemeinderat die Erweiterung der Anstalt zu einem Vollgymna sium, die Mehrkosten sollte die städtische Kasse übernehmen. Mit Genehmigung des Ministers wurde Ostern 1871 die Prima errichtet. Rektor Dr. Pähler wurde im Juli 1871 zum Gymnasialdirektor ernannt, und schon im August 1871 i wurde die Anstalt als Vollgymnasium anerkannt, obschon die Oberprima noch fehlte.
Dieser überraschend schnelle Aufstieg war zunächst eine Folge der tüchtigen Leistungen der Schule unter dem gelehrten und schneidigen Direktor sowie dem arbeitsfreudigen Lehrerkollegium. Daß auch die Schüler das Ihrige leisteten, dafür sorgte das von Anfang an mit der Anstalt verbundene Bischöfl. Konvikt, das einen beträchtlichen Teil der Schüler unter geistlicher Leitung beherbergte und zu guter Zucht und regelmäßiger Arbeit anhielt. - Der Regens des Konvikts ist seit 1872 ebenfalls ständiges Mitglied des Kuratoriums. - Das Vorbild der Konviktszöglinge wirkte seit jeher auch auf die anderen Schüler günstig ein. Es kam aber noch ein äußerer Umstand hinzu, geschickt herbeigeführt und ausgenutzt durch den Leiter Dr. Pähler: Am 17. Juli 1871 unternahm die ganze Schule eine Huldigungsfahrt nach Bad Ems zu Kaiser Wilhelm I., dem "greisen Siegeshelden", der sich davon aufs angenehmste berührt zeigte - war es doch eine willkommene Gelegenheit, sich die Herzen der neuen nassauischen Untertanen vom Westerwald zu erobern. Se. Majestät beschleunigte daraufhin die Anerkennung der Anstalt und verlieh ihr durch Kabinettsorder vom 11. Oktober 1871 den Namen "Kaiser Wilhelms Gymna-
Die Reservemannschaft setzte dagegen ihre Siegesserie fort und gewann das Heimspiel gegen S. V. Hundsangen mit 1:0, womit sie ihren Tabellenplatz in der Spitzengruppe gefestigt hat.
A-Jugend; Eisbachtal II - Montabaur 0:5 C-Jugend; Eigendorf - Montabaur I 0:9 Ausblick auf das kommende Wochoncende;
A-, B-, und C-Jugend sind spielfrei.
Am kommenden Sonntag (16. Oktober) finden in Montabaur zwei interessante Paarungen statt. Bereits um 13. 00 Uhr spielt die Reservemannschaft des TUS gegen einen ihrer stärksten Rivalen, den S. V. Eschelbach. Der Ausgang dieser Begegnung ist durchaus offen, obwohl man der Mannschaft des TUS wegen des Platzvorteils eine leichte Chance zubilligen möchte. Auf jeden Fall wird es zu einer packenden Begegnung kommen, die wegen ihres Lokalcharakters sicherlich viele Zuschauer anlockt.
Um 15. 00 Uhr spielt dann die 1. Fußballmannschaft gegen Rot-Weiß Siershahn, also der Tabellenletzte gegen den Tabellenersten. Die Mannschaft des TUS wird alles daran setzen, um vor heimischem Publikum zu beweisen, daß sie sich mit dem derzeitigen Tabellenplatz nicht zufrieden gibt.
HERBST
Leis umkost der Wind und streichelt bunter Blätter letzte Pracht, wie er abschiednehmend schmeichtelt vor des Winters rauher Macht.
In dem ew’ gen Zeitenwechsel alles einst vergehen muss, auch der Liebe schönste Stunde kennt den letzten Abschiedsgruss.
Schenkte uns mit vollen Händen
einstmals Frühling zartes Glück,
kommt der Herbst in unser Leben
lässt er wissend uns zurück! Ila Mötsch
DER LAUF DER WELT
Das Schickcal legt auf jede Schwell, ob sie aus Stein, aus Marmor hell, ein Bündel Glück, ein Bündel Leid für Deinen Weg dir stets bereit.
Du zauderst leis, das Herz fragt bang:
"Was bringt ihr mir ein Leben lang?" -
Nimm still es hin, und frag nicht viel,
flu änderst kaum den Weg, das Ziel
und nicht den Lauf der Welt! Ila Mötsch
DAS KAISER-WILHELMS-GYMNASIUM
Die Entwicklungsgeschichte der Joseph-Kehrein-Schule in Montabaur haben wir vor einigen Wochen im Amtsblatt abgedruckt. In einer Zeit, in der die schulichen Verhältnisse in unserer Stadt eine rasche Weiterentwicklung nehmen, soll nun als Fortsetzungsfolge die Geschichte des Kaiser-Wilhelms - Gymnasium veröffentlicht werden.
A) Die Entstehungsjahre. 1868 - 1873 Von der preußischen Regierung wurde Montabaur wie andere Städte vor die Frage gestellt, in welche Schulart die nassau- ische Realschule umgewandelt werden solle: Gymnasium, Progymnasium, Realschule I. oder II. Ordnung oder höhere Bürgerschule. Bei der Wahl einer der beiden letztgenannten Schulen hätte man auf diejenigen einheimischen Schüler, welche bis zur Hochschulreife zu studieren beabsichtigen, sowie beinahe auf alle auswärtigen Schüler verzichten müssen. Die Stadt konnte aber allein schwerlich eine genügende Schülerzahl für eine verhältnismäßig kostspielige Anstalt aufbringen. Eine wichtige Rolle spielte außerdem die Frage
Das AMTLICHE BEKANNTMACHUNGSBLATT erscheint wöchentlich. Bezug: Nur an Abonnenten. Anzeigenpreisliste Nr. 2 vom 1. Okt. 1965.
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