Ausgabe 
7.10.1966
 
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Stadt

Montabaur

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Alle In unserem Verlag erscheinenden Mitteilungen u. Ortsnachrichtenblätter tragen in der Gesamtheit den Haupttitel

PR1M0-NACHRICHTEN

3. JAHRGANG ( 6 )

FREITAG, DEN 7. OKTOBER 1966

NUMMER 41

AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN

Bekanntmachung^des Fundamtes

Beim Polizeiamt Montabaur wurden in der Zeit vom 1. 9.1966 bis 30.9.1966 folgende Gegenstände als Fundsache abgegeben: Gegenstand: gefunden am;

1 Damen-Tuch 1 Herren-Schal 1 Geldbörse mit Inhalt 1 Knaben-Fahrrad 1 Kinder-Mütze 1 Paar Damen-Handschuhe

August 1966 August 1966

11.9.1966

12.9.1966

21.9.1966 August 1966

Rechtmäßige Eigentümer können sich auf dem Fundamt in Montabaur, Bahnhofstr. 32, in den Dienststunden zwischen 8. 00 und 12. 00 Uhr melden.

In der gleichen Zeit wurde ein Königspudel als entlaufen ge­meldet. - gez. Rombach -

Bürgermeisterquiz

Was aus einem kleinen Spaß alles werden kann, hat das Bürgermeisterquiz mit der an sich simplen Frage nach der Höhe des Rathausturmes durch ein ungeahntes Presseecho und regionale Rundfunk- und Fernsehausstrahlungen mit nie er­warteter Publicity, wie es ja zeitgemäß so schön heißt, be­wiesen.

Just in diesem Jahr feiert das Rathaus in Montabaur seinen hundertjährigen Geburtstag. Eigentlich sollte es gar nicht so alt werden, da ein Teil der Stadtväter vor nicht allzu langer Zeit ernsthaft erwogen hat, den nach ihrer Meinung unzweck­mäßigen Verwaltungsbau zwar in seiner Fassade bestehen zu lassen, ansonsten aber moderne und lichte Büroräume zeit­gemäß und reformbeflissen an seine Stelle zu setzen.

Nun, das alte Rathaus erstrahlt bald von innen heraus in neuem Glanz und hat seine Geburtstagsüberraschung sich selbst be­schert.

Nachdem bald auch die äußere Erscheinung mit Turm und Türmchen, mit Fenstern und Giebeln, neu gefestigt auf treue Anhänger ebenso wie auf untreue Reformer noch manches Jahr herabschauen möge, kann es allen, denen es als städst, Symbol gilt, verkünden:

"Von der Fußsohle bis zum Scheitel messe ich 30,42 Meter".

An sich war die Frage nach der Höhe des Rathausturmes noch nicht einmal richtig gestellt. Erst der erläuternde Text in der Tagespresse machte die Leser darauf aufmerksam, daß in Höhe des Gebäudes insgesamt geschätzt werden sollte. Die Antwort einer Einsenderin, die die Höhe des Rathauses mit 3-4 m angibt, ist deshalb wohl auch nicht allzu sehr ver­wunderlich. Aber selbst wenn sie den eigentlichen Rathaus­turm, also den in Sandstein gehauenen Teil der Außenfassade gemeint haben sollte, hat sie sich trotzdem gewaltig verschätzt, An Stammtischen, Vereinen, in Kegelclubs und bei allen sonstigen Zusammenkünften in und außer Haus wurde die Frage eifrig diskutiert. Aber, wie es ja oft der Fall zu sein pflegt, werden der Worte gar viel gewechselt, ohne daß

die eigene Meinung auch schriftlich niedergelegt oder einge- sandt wird.

Es waren ganze 11 Personen, die sich der Mühe unterzogen haben, ihr Schätzungsvermögen auch schriftlich, so wie es gefordert war, der Stadtverwaltung mitzuteilen. Ein alter Montabaurer allerdings, der seit Jahren auswärts wohnt, hat es sich nicht nehmen lassen, dem alten Rathaus seiner Vater­stadt ein erinnerndes Gedenken zu widmen.

In diesem Zusammenhang sei gleichzeitig eine Frage an die Bevölkerung gerichtet, die für die Stadtverwaltung wertvoller ist, als die richtige Einschätzung der Höhe dieses Gebäudes.

Weder im städtischen Archiv noch an sonstigen infrage kommen­den Stellen ist eine Abbildung des Gebäudes aufzutreiben, das ehedem am gleichen Platz die Stadtverwaltung beherbergt hat. Niemand weiß also zu sagen, wie der Bau ausgesehen hat, der vor dem Rathaus auf dem jetzigen Marktplatz gestanden hat. Sollten Fragen nach der Höhe des Rathauses in Verbindung mit der Frage nach einer solchen Abbildung zu einem konkreten Ergebnis führen, so hätte das Quiz wirklich einen mehr als unerwarteten Erfolg gehabt.

Nun aber sollen die Einsender veröffentlicht werden, die mit Ihrer Schätzung der richtigen Höhe des Rathauses am nächsten lagen:

1. Preis Malermeister Michael Glöckner, Montabaur, Peters-

torstr. 18 geschätzte Höhe 30 m J

2. Preis Kaufmann Franz-Josef Löwenguth, Montabaur, Kirch-

straße geschätzte Höhe 29,75 m

3. Preis Schornsteinfegerlehrling Ulrich Daum, Montabaur,

Kirchstr. geschätzte Höhe 28, 50 m

Weitere Schätzungen, die unter der wirklichen Höhe lagen,

sind;

Fritz Mohr, Montabaur, Jahnstraße 44 geschätzte Höhe 26, 30 m Thomas Daum, Montabaur, Kirchstr. 39-geschätzte Höhe 26, 25 m Sofia Löwenguth, Montabaur, Kirchstr. geschätzte Höhe 26,--m Erwin Gerath, Montabaur, Jahnstr. 16 geschätzte Höhe 22, 50 m Frau Reusch, Kalbach, (Taunus) Bleistr. 4a

geschätzte Höhe 3 bis 4 m. Schätzungen, die höher lagen wurden abgegeben von;

Jacob Knögel, Mainz, Freiliggratstr. 5 geschätzte Höhe 35,--m Peter Schnitzler, Montabaur, Steinweg geschätzte Höhe 38, m Willi Marx, Montabaur, Eichendorffstr. 8

geschätzte Höhe 40, ~ m

Die ersten 3 Gewinner werden gebeten, am Dienstag, dem 4. Oktober, nachmittags um 17.00 Uhr, ihre Preise aus der Hand des Bürgermeisters entgegen zu nehmen.

Das kleine Gedicht aber, das Herr Jacob Knögel aus Mainz eingesandt hat, ist eigentlich der schönste Gewinn dieser kleinen Episode. Seine Verse mögen zugleich unser aller Glückwunsch zum hundertsten Geburtstag des Rathauses in Montabaur sein.

DER RATHAUSTURM

Notiz im "Bild" dem große x Blatt da fragt ne liebe kleine Stadt wie hoch Ihr Rathausturm wohl sei Warum denn diese Fragerei?

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