Ausgabe 
15.7.1966
 
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UNSERE "ALTEN" ERZÄHLEN

Der Brunnen/

Es war um das Jahr 1900, als der Arzt in unserem Dörfchen bei 2 erkrankten Fabrikarbeitern Typhus, eine gefürchtete ansteckende Krankheit, feststellte. Da beide Familien ihren Wasserbedarf am gleichen Dorfbrunnen gedeckt hatten, in dessen unmittelbarer Nähe eine Mistgrube war und wo Jauche ab und zu in der Rinne stand, glaubte man, die Ursache der Krankheit sei das Wasser. Eine Probe wurde zur Untersuchung fortgeschickt. Einige Tage später kam der Befund zurück und der Brunnen wurde mit einer dicken Kette und einem großen Schloß gesperrt.

Nun war guter Rat teuer. Woher sollten die Anwohner nun ihr Trinkwasser holen? Der nächste Brunnen war zu weit entfernt. Zwar hatte der Dorfwirt im Hof eine Pumpe, aber die vielen Wasserverbraucher mußten durch seinen Hausflur gehen und es war nicht zuvermeiden, daß Wasser verschüttet wurde, besonders wenn man Kinder schickte.

Da tagte der Gemeinderat. Zuerst wurde über eine Wasserlei­tung diskutiert. Doch da wehrten sich die Bauern, die zum Teil einen Ziehbrunnen im Hof hatten, und nicht einsahen, daß man dann das Wasser bezahlen müsse, wo man es doch umsonst haben konnte und es so viel Wasser gab! Schließlich einigte man sich, den gesperrten Brunnen tiefer zu bohren in der Annahme, daß bei einem tieferen Wasserstand keine Jauche mehr einsickern könne.

Also wurden die Brunnebohrer bestellt.

Das war eine Attraktion im Dorf, als die Bohrmaschine kam und die großen Rohre in den Brunnen versenkt wurden. Die Bohrmaschine lief schon einige Tage, da stieß man plötzlich auf eine neue Quelle. Die Freude war groß. Doch als man das Wasser kostete, stellte sich heraus, daß es stark salzhaltig war, 33 °]o Salzgehalt. Da wurde der Brunnen wieder abge­schlossen und man war so weit wie vorher.

Doch nachdem nun die Bohrmaschine schon einmal im Dorf war, beschloß der Gemeinderat, im Oberdorf einen Brunnen zu bohren. Auch da war es mit den Wasserverhältnissen schlecht bestellt. Es gab da nur einen Laufbrunnen, aus dem das Was­ser durch ein dickes Rohr direkt aus der Quelle floß, in einen großen Trog, der auch als Viehtränke benutzt wurde. Für die Leute, die einen weiteren Weg hatten, war es außerordentlich mühsam, das Wasser in Eimern nach Hause zu tragen. Mei­stens übernahmen die Männer diese Arbeit. Auf den Schultern trugen sie ein Joch, an dem rechts und links eine Kette mit einem Haken hing, in den man die Eimer einhängte. An Waschtagen fuhren die Frauen auf Wägelchen in großen Bütten ihr Wasser nach Hause. Ein neuer Brunnen im Oberdorf war also gewiß kein Luxus. Die Bohrmaschine kam wieder in Tä­tigkeit. Nach einigen Tagen rutschte plötzlich das Rohr einige Meter tief ab und eine große Fontäne sprudelte heraus. Jeder im Dorf ging zur Bohrstelle um das Wunder zu bestaunen. Bald hatte es sich auch in den benachbarten Dörfern herumgespro­chen, und die Leute kamen in Scharen um es zu sehen. Drei Tage dauerte die Herrlichkeit. Dann war es plötzlich aus mit dem Springbrunnen. Wie durchsickerte, hatten die Bauern nachts Steine in das Rohr geworfen, weil sie befürchteten, das Wasser könne ihren Wiesen und Gärten, die in der Nähe lagen, Schaden bringen. Es war nämlich stark eisenhaltig. Die Rinne und Steine, über die das Wasser floß, waren rostrot.

Aus war der Traum der Fortschrittlichen im Dorf, die schon an einen Badeort gedacht hatten, mit einer salz- und eisen­haltigen Quelle! Die Leute, die in der Nähe der Quelle wohnten, wollten schon ihre Häuser der Kurverwaltung ver­kaufen, denn das Kurhaus müßte ja in der Nähe der Quelle stehen. Andere sprachen davon, ihre Häuser aufzustocken, um Zimmer für Kurgäste zu schaffen. Aus der Traum!

Die Brunnenbohrer zogen ab, nahmen ihre Rohre mit, und die Anwohner ebneten die Bohrstelle wieder ein. Der Gemein­de blieben nur die Bohrkosten, und den Dorfbewohnern das Wasserschleppen wie eh und jeh.

Inzwischen hatte sich der erste Schreck über die Typhuser­krankung gelegt. Die Kranken selbst waren wieder gesund,

und man ersuchte den Gemeinderat, den gesperrten Brun­nen wieder freizugeben. Das Wasser wollte man nur zum Waschen und Putzen verwenden und das Trinkwasser weiter beim Wirt holen. Das leuchtete ein, und der Brunnen wurde wieder freigegeben.

Nach einiger Zeit verschwand auch die Mistgrube. Der Bauer hatte sich altershalber zur Ruhe gesetzt und sein Vieh verkauft. Da freute sich das Unterdorf, daß der geliebte Brunnen wieder voll und ganz benutzt werden konnte. Bis die Wasserleitung gelegt wurde, dauerte es noch Jahrzehnte. (. K.)

Das moderne Kreuzwort-Rätsel

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Kreuzwort-Rätsel

Gefährlich ists, den Drei zu wecken

Waagerecht: 1. Edelstein, 4. Gefäß, 7. Vogel, 8. Festsaal, 9. Zeitmesser, 13. starrer, sich drehender Körper, Spielzeug, 17. flüssiges Fett, 20. bayerischer Fluß, 21. asiatischer Staat, 22. Ausstreuen von Samen, 23. Ansiedlung.

Senkrecht: 1. Nordafrikanische Hafenstadt, 2. griechischer Halb­gott, 3. poetischer Name eines Raubtieres, 4. Hohlform in Gebirgs- kämmen, 5. Stadt an der Donau, 6. Schwimmvogel, 10. deutscher Dichter des 19. Jahrhunderts, 11. deutsches Herzbad, 12. Gewässer, 14. Getreide­art, 15. Kulturpflanze zur Fasergewinnung, 16. Mädchenname, 17. Laqe, 18. Teil des Auges, 19. Schankbetrieb.

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PH '81 PO 71 °s| 91 Judh SL 's|DW 'H 'aas 71 'q j O TL 'auiapi OL sud0 9 UJin 'S ,J D)( y 'nag g 'uoj z 'ud-iq l = 4 q a a J 4 u a g

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