Ausgabe 
15.7.1966
 
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jedoch Zweifel angebracht, ob man auf Raten Ferien machen soll. Grundsätzlich soll das, was man über einen längeren Zeitraum bezahlt, auch einen länger anhaltenden Wert haben. Es gehört nun einmal nach tausendfacher Erfahrung zu den Grundregeln der Geldaufnahme, keine längeren Zahlungsver­pflichtungen für einen Artikel einzugehen, als es seiner vor­aussichtlichen Lebensdauer entspricht. Ist er unbrauchbar ge­worden, braucht man Ersatz dafür. Falls zu diesem Zeitpunkt das verbrauchte Gerät noch nicht bezahlt ist, zahlt man nach einem Neukauf einige Zeit lang letztlich zweimal für den gleichen Zweck.

Ähnlich verhält es sich mit einem Urlaubskredit. Sobald die Reise beendet ist, ist das Geld weg. Aber die Raten und die Zinsen dafür sind vielleicht noch bis zum nächsten Urlaub zu entrichten. Dadurch kann das Einkommen in einer solchen Höhe beansprucht werden, daß für den nächsten Urlaub wie­derum nichts zurückgelegt werden kann. So wird er wieder "auf Stottern" genommen - eine Kette ohne Ende, und durch den Kreditzins eine teure. Zudem ist es ein ständiges Ärger­nis, wenn man für etwas längst Vergangenes zahlen muß.

Nun, hier und da mag das Geld nicht für einen weiten oder langen oder sogar für gar keinen Urlaub in diesem Jahr rei­chen. Dieses "Schicksal" ist mehr Menschen auferlegt, als man meint. Dennoch sollte bei der Urlaubsplanung die Ver­nunft mitreden, auch wenn die farbenfrohen Prospekte noch so sehr locken.

Vernunft, das heißt in diesem Fall, nur das vorhandene und auch nicht für andere Zwecke gebundene Geld für den Ur­laub zu nehmen. Dann wird er eben einmal kürzer,oder das Ziel wird in der näheren Umgebung gesucht.

Auch ein Urlaub daheim kann reizvoll werden durch Spazier­gänge und Wanderungen in die nächste Umgebung. Endlich ist die Zeit da für viele längst gehegte Vorhaben. So besich­tigt man Museen oder Ausstellungen, historische Stätten, einige Veranstaltungen oder erprobt die Sportgelegenheiten in der Nahzone. Vielleicht geht man sogar auf Kamerajagd auf unbekannte Motive und verblüfft anschließend seine Freun­de damit, was sie bisher daheim alles übersehen haben. Das kommt auf die Vorliebe des einzelnen an.

Was man damit erspart, bildet den Grundstock der Ersparnis für den nächsten Usrlaub. Wer dann sein Sparkonto monat­lich mit regelmäßigen kleineren Ersparnissen aufzufüllen ver­steht, wird den nächsten Urlaub bestimmt ohne Kredithilfe finanzieren können - und froher begehen. Auch das hat Wil­helm Busch schon gewußt,denn; "froh schlägt das Herz im Reisekittel, vorausgesetzt, man hat die Mittel".

BUNDESVERKEHRSWACHT Liegt es am Volks Charakter?

Im ersten Vierteljahr 1966 sind die Zahlen der Verletzten und Toten im Straßenverkehr erneut erschreckend angestiegen.

Es ist noch zu früh, schon über Gründe Stichhaltiges zu sa­gen. Sicher, das Wetter mag in diesem Winter mehr Fahrer auf die Straßen gelockt haben als im Winter 1964/65; sicher auch, - der Kfz-Bestand ist inzwischen um weitere 9 % ange­stiegen, und es gibt wieder 1 1/2 Millionen neue Führer­scheinbesitzer, sprich: unerfahrene Anfänger mehr auf un­seren Straßen als im letzten Jahr. Gewiss ist aber auch: Deutschlands Autofahrer fahren unaufmerksam, ungeschickt, riskant.

Liegts am Volkscharakter? Oder an induviduellen Charak­termängeln bei vielen Autofahrern? Oder gar an den Fuß­gängern, die an der Mehrzahl der Unfälle, bei denen Fuß­gänger beteiligt waren, die Schuld oder Mitschuld tragen? Immer wieder wird von moralischer Schuld gesprochea und immer wieder werden als Konsequenz dieser Schuld härtere Verkehrsstrafen gefordert. Aber gerade die jüngsten Erfah­rungen mit dem "Zweiten Gesetz zur Sicherung des Straßen­verkehrs" und seinen scharfen Strafandrohungen gegen Alko­holtäter haben klar erwiesen, daß derartig harte Maßnahmen nur ganz kurze Zeit abschreckend wirken. Man sollte endlich zugeben, daß man das Verkehrssicherheitsproblem auf die

Dauer nicht mit Gesetzen und Strafen lösen kann. Nicht des­halb, weil es den Deutschen an "Verkehrsmoral fehltV und sie daher dauernd die Verkehrsgesetze übertreten,geschehen die meisten Verkehrsunfälle, meint die BUNDESVERKEHRS - WACHT, sondern weil die meisten unserer rund 16 Millionen Führerscheinbesitzer den hohen Anforderungen des heutigen Verkehrs bisher einfach nicht gewachsen sind. Ihre bisherige Ausbildung und praktische Erfahrung ist weder ausreichende noch systematisch genug gewesen, um ihnen die Grundlagen der Verkehrskunde und des Verkehrssinnes beizubringen, die fast jedermann erwerben und bei sich selbst soweit ausbilden und trainieren kann, daß er nicht mehr "aus Dummheit zu sterben" oder andere verletzen oder töten muß.

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