Ausgabe 
3.6.1966
 
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15. Mai Louise Katharina, T.v.Peter Ortseifen, Bäcker 20. Mai Joseph Jakob, S.v. Jakob Zerbach, Bäcker

27. Mai Nikolaus, S..v. Jaseph Kratz, Metzger

28. Mai totgeoorene Tochter des Adam Brühl, BaugehiTfe Gestorbene :

8 . Mai Hermann Kust er, ledig, Wollweber-70 Jahre -

12. Mai Valentin Jösch, ein M nd - 1 Jahr alt -

13. Mai Jose ph Strunk, ein Kind, 3/4 Jahr alt -

14. Ma : Adolph Kräh (im Convict), 12 Jahre alt

16. Mai Fmilie Busch, ein Kind, 3 Jahre alt

25. Mai Johann Peter Gerharz von Arzbach, 26 Jahre 27. Mai Maria Anna Paroel, ein Kind, 1 Jahr alt Verheiratete :

10.Mai Peter Hübi nger u nd Elisaöetha Gleichmann

Der "Deutsche Bruderkrieg" 1866

Montabaur und der "Deutsche Bruderkrieg 1866 1. Teil

Die Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich, in d ie auch Nassau und damit Montaoaur im Jahre 1866 einbezoge n wurde, ist als "Deutscher Bruderkrieg" in die Geschichte eingegangen.

Nassau stand auf Seiten Österreichs. Seine Brigade Destand aus 4000 Mann und wurde Anfang Juni 1866 moDilisiert und dem Bundesheer zugeteilt.

Das Herzoglich Nassauische Amt Montabaur veröffentlichte daraufhin am 22. Juni folgenden Erlaß:

"An die Herren Bürgerm e ist er. Die Regelung der Einquar­tierung oetreffend.

Durch die eingetretenen Ereignisse ist es erforderlich ge­worden, unverzüglich festzustellen, welche Einquartie­rung in jeder Gemeinde

1. an Mannschaften, 2. an Pferden und zwar regelmäßig und im Notfälle auf kurze Zeit untergebracht werden kann. Zu diesem Zwecke haben Sie die Zahl der Wohngebäude, Stallungen und Scheunenräume aufzunehmen, zusammenzu­stellen und mit Berücksichtigung der einschlagenden Ver­hältnisse nach der Zahl der Personen, welche in den Wohn­häusern, und der Zahl der Pferde, welche in Stallungen und Scheuertennen einquartiert werden können, zu begut­achten. Die von Ihnen aufzustellenden Tabellen sind un­fehlbar bi nnen 48 Stunden hierher einzusenden. Außerdem ist es dringend geboten, unverzüglieh die bestehenden oder nötigenfalls neu anzufertigenden Einquartierungskata­ster festzustellen, um hiernach die Einquartierungen so­fort verteilen zu können."

Am 28. Juni drangen die ersten Preußen von Koblenz kommend in Nassau ein. Fine aus Husaren bestehende mo­bile Kolonne besetzte Montabaur, nahm die dortige Rezept turkasse weg und verlangte Holz - sowie Milchlieferungen für Fhrenb reitst ein.

Am gleichen Tage hatte sich Therese Gieße, Auguste Cramer, E. Abt, Maria Stuntz, Maria Bollentin und Maria Sauer- oorn bereiterklärt, zur Linderung des Elends und der Lei­den der Verwundeten des nassauischen Militärs, Charpie, Veroandsstüc ke, Wäsche und bares Geld in Empfang zu nehmen.

Pfarrer P. Debus schreibt:

Fortsetzung aus Nummer 22 / 66 D i e St a d t

Im Inn er n der Walfischouch t gelegen, erstreckt sich die Stadt Walvis Bay (so die offizielle Bezeichnung) in Nord - Süd- Richtung. Da es eine so junge Stadt ist und man Platz in Hülle und Fülle hat, sind die Sorgen deutscher Stadtpla­ner hier u noeka nnt.

Geplant wurde und wird mit dem Lineal. Die schnurge­raden, breiten Hauptstraßen laufen von Norden nach Süden. Von ihnen zweigen im rechten Winkel ebenso breite und schnurgerade -Nebenstraßen ab; also von Westen nach Osten

laufend. Straßennamen sind unbekannt. 'Fs wird fortlaufend

numeriert. So wohnen wir in der 9. Straße, 15 Weg, Haus Nr. 40. In den ersten Wochen fand ich mich sehr schlecht zurecht. Keine Straßennamen, lauter Quadrate, ein Haus wie das andere, unsere Kirche ohne Kirchturm, nichts, wo­ran man sich orientieren konnte. Frst mit der Zeit prägen sich kleine Unterschiede ein, findet man seine Besonderheiten, an denen erkenntlich wird, in welcher Straße und welchem Weg man ist.

Die Straßen sind überhaupt ein Kapitel für sich. Bürgersteige hat nur die 7. Straße, die Haupt- und Geschäftsstraße. Die Übrigen säumen breite Sandstreifen. Eine Straße aber ent­steht so: Auf den endlosen, vom Wind glatt polierten Flächen der Namib fährt man einfach drauflos. Platz ist ja übergenug da. Was war das für ein Gaudi, als wir unseren ersten Ausflug landeinwärts 5 machten. "Der Papi fährt ja freihändig tönte es vierstimmig vom Rücksitz, als ich mal die Hände vom Steuer nahm. Zum Spaß habe ich daraufhin Zeitung gelesen. Da kannte der Jubel keine Grenzen. Ja, man kann das Auto allein fahren lassen. Es ist niemand da, kein Mensch kein Auto, kein Baum, kein Straßengraben. Natürlich geht das nicht überall und man muß schon ein oißchen aufpassen, daß einem ein großer Felsbrocken nicht die Ölwanne auf­reißt. Jedenfalls fährt man so seine eigene Spur. Em­pfehlenswerter ist es jedoch, der Spur eines anderen zu fol­gen. Das ist sicherer. Wo ein anderer durchgekommen ist, da kommst auch du durch! Damit ist eine §pur aber auch schon eine Pad. Wird eine Pad zur Verkehrsader, kommt ein Bulldozzer und kratzt 10 cm Sand und "Klippen" oben weg. Darauf kann man dann recht flott fahren. Nur reißen die Reifen immer etwas den Untergrund auf und nach einiger Zeit und starkem Gebrauch sieht die Oberfläche der Pad aus wie Wellblech.

Midestgeschwi ndigkeit auf solchem Wellblech sind 80 Stun­denkilometer. Fährt man langsamer hopst der Wagen so ge­waltig, daß alle Insassen Gehirnerschütterung bekommen.

Bei hoher Geschwindigkeit jedoch liegt der Wagen ganz ruhig. Doch wie hat mi r meine erste Wellblechfahrt weh getar E ne gewaltige Staubfahne hinter uns herziehend^ rasten wir mit 80 - 100 km über die Pad. Wie Maschinengewehrsalven prasselten die Steine gegen die Karrosserie. So ging es über die Bodenwellen, daß die Federn und Achsen krachten.

Ein Auto ist eben nicht zum Skispringen gebaut. Ich hätte nie gedacht, daß ein Opel dies aushält. Diese wilde Fahift hügelauf-hügelab, wie auf der Achterbahn, wobei nach einer Stunde selbst der Fahrer ein flaues Gefühl im Magen hat, oekommt der Pad natürlich auch nicht. Das Wellblech wird mmer stärker, bis eines Tages einer neben der Pad herfährt und so entsteht dann neoen der alten eine neue Pad. Stellenweise liegen so drei bis vier Pads nebeneinander und es fällt schwer die neueste und beste herauszufinden.

Der nächste Fortschritt im Straßenbau ist dann' die Salzpad. Aatf die gekratzte Spur wird Salz oder Gips geschüttet. Bei­des nietet das Land im Überfluß. In der Scelecton Coast liegen die größten Salzlager der Erde. Die Straßen unserer Stadt und die 30 km nach Swakopmund sind Salzpad, die so gut wie eine deutsche Teerstraße ist. . Z.B. beträgt meine Rei­segeschwindigkeit von Walvis Bay nach Swakopmund, wo ich für 4 Monate den Pfarrer vertrete, der in Heimaturlaub nach Deutschland gefahren ist, 120 km. Nur naß darf die Pad nicht werden.

(Den weiteren Bericht lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben!)

BEERDIGUNGSINSTITUT

Heinrich Kespe

Schlouweg

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