Ausgabe 
3.6.1966
 
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beigetragen, da der Verein eine günstige Entwicklung seiner Finanzen verzeichnen könne, Trotzdem gab Röder zu bedenken» daß im Laufe der vergangenen Jahre all­jährlich zwar ein geringer, auf die Dauer gesehen jedoch ein beachtenswerter Mitgliederrückgang zu verzeichnen sei.

Man müsse sich vergegenwärtigen» daß die Montabaurer Fastnacht von nur etwa 200 Personen in finanzieller und organisatorischer Hinsicht alljährlich bestritten werde. Man könne zwar immerhin noch auf 150 Mitglieder verweisen, die Anforderungen an den Geldbeutel wüchsen aber von Jahr zu Jahr.

Die Höhe der Mitgliedsbeiträge, die individuell verschie­den hoch sind, war Gegenstand einer eingehenden Aus­sprache. Josef Germann befürwortete, den Mitgliedern eine angemessene Erhöhung ihrer Beiträge vorzuschlagen, die zum größten Teil bereits seit 1952 festgelegt seien, den inzwischen eingetretenen Kostenerhöhungen aber nicht mehr gerecht würden. Auch Germann äußerte, es sei beschämend, daß die Montabauerer Karnevalisten praktisch "unter sich die Probleme zu besprechen hätten und der Verein in einer solchen Versammlung nicht ein­mal die Anwesenheit jener Leute registrieren könne, die allj ährlich den grö ßten Nutzen aus d er Mo ntabauirer Fastnacht ziehen würden .

Der Vorstand wurde von der Mitgliederversammlung e instimmig e ntlastet. Mit Bedaue rn verme rkten die Anwesenden, daß Peter Göbel, langjähriger erfahrener Zugmarsc hall» dieses Amt nicht länger versehen kann In der anschließenden Ergänzungswahl wurde der Ge­schäftsführer Franz Röder mit der kommissarischen Füh­rung der Kassengeschäfte beauftragt, bis ein Nachfolger für den erkrankten Kassierer gefunden ist Das Schlußwort erteilte der Erste Vorsitzende Alfred Busch dem scheidenden Zugmarschall Peter Göbel, der treffend darauf hinwies, daß Beiträge und Spenden allein noch keinen Fastnachtszug auf die Beine brächten, "Wenn keine Idealisten mehr da sind, wird in Montabaur keine Fastnacht mehr gehalten werden."

Landesbühnenbrief

An fünfzehnten Jänner geboren,

Gestorben? Ich weiß noch nicht wann,

Kommt einst dir das Datum zu Ohren,

So füg's als Ergänzung hier an.

Und hast du es niedergeschrieben,

So hast du mich ganz auf ein Haar;

Was etwa noch übrig geblieben,

Ist erst nach dem Tode wahr.

So kennzeichnete mit bitterem Sarkasmus der österreichische Dramatiker Franz Grillparzer sein eigenes Dasein. Fr ist am 15, Januar 1791 in Wien geboren, daselbst bis 1857 Archivdi­rektor, weite Reisen, am 21. Januar 1872 gestorben.

Fs ist in d en letzten Jahrzehnten Brauch oder Mißbrauch geworden, auch Grillparzer mit Beziehung auf sein Frst- lingsdrama "Die Ahnfrau" (1816) den Schicksalsdramati­kern (Iffland, Kotzebue, Müllner, Werner) zuzuzählen.

Die Tatsache, daß allein dieses Stück dem Fatum einen großen Spielraum einräumt, reicht jedoch keineswegs aus, den Dichter nach der in Deutschland nur zu sehr beliebten Methode in eine feste Kategorie einzureihen. Die anderen zahlreichen Dramen Grillparzers (Ein Bruderzwist im Hause Habsburg, Das Goldene Vlies, König Ottokars Glück und Fnde, Libussa, Medea» Des Meeres und der Liebe Wellen,

Der Traum ein Leben, Fin treuer Diener seines Herrn, Wehdem, der lügt» u.a.), der in manchem an Goethe erinnert, sind vom Schicksalsgedanken frei, und mit glei­chem Recht könnte hier auch Schiller eingemeindet werden Der Dichter Grillparzer war einer der großen Gestalter vom Schweigen aus» der erste, der wieder wie Shakespeare das Werk von der Szene hörte, nicht wie die Klassik Deutsch­lands oder Frankreichs nur auf dem Papier konzipierte.

Grillparzer zog die schweigenden Momente des Lebens als Gestaltungselemente neben und zwischen die expres­siven Worte; er dichtete nicht nur für den Schauspieler, sondern mit ihm, setzte als Voraussetzung das Spiel auf der Bühne und zeigte damit Wege im Unbetretenen, die zu einer darzustellenden Dramatik führten, deren Großartigkeit zuweilen weit über die Wirkung des gespro­chenen Wortes hinausging. Er verlieh die Hälfte seiner dichterischen Würde dem Schauspieler und hob diesen damit als ersten nach Shakespea re auf die Höhe der eige­nen dichterischen Substanzebene. Dem entspricht sein äußerlich so stilles» ereignisarmes Leben in der Wiener Spiegelgasse. So unscheinbar der k.u.k. Archivarius den Zeitgenossen erschien, war er doch einer der weitgereisten Männer seiner Zeit» der das Land der Griechen nicht nur mit der Seele suchte und weit in den Orient eindrang.

Die Landesbühne spielt am 3 . Juni 1966 in Montabaur das einzige Lustspiel des Dichters; Weh dem der lügt". Vorverkauf: Städt. Verkehrsamt, Zimmer 2.

Volksbank Montabaur eGmbH

Bargeldlos reisen mit Vol ksb a nkspa ro uc h Wie uns die Volksbank Montaoaur mitteilt, können ao

1. Juni 1966 deutsche Staatsangehörige, die das 21. Le­bensjahr vollendet haben und ein Volksbanksparbuch oe- sitzen, bei den 188 Bankstellen des Nederlandschen Mitten­standsbank in Holland innerhalb von 30 Tagen bis zu 1000 -- DM abheben, Die deutschen Volksbanken und die holländische Bank wollen mit dieser Vereinoarung ihren Kunden die Möglichkeit bieten, unvorhergesehenen Geldbedarf oei einem Aufenthalt in Holland zu decken. Den Reisenden wird bei Vorlage des Sparbuches und des Personalausweises bezw ' Reisepasses der gewünschte Betrag sofort ausbezahlt- Vor der Rückreise in die Bundes - republik können die nicht verbrauchten Geldmittel selost- verständlich wieder auf das Sparbuch eingezahlt werden.

ZIVILST ANDSR EGISTER

der Stadt Montabaur April 1 866:

Geoorene:

3. April Anna Maria, Tochter von Johann Intra, Kaminfeger

3. April Caroline, Justine, Hermine, Henriette, Auguste,

Louise, T.v. Wilhelm Ludwig, Ferdinand Cramer, Bauinspektor

4. April Katharina, T.v, Adam Hannappel, Kutscher

4. April totgeborene Tochter von Heinricht Knebus, Gärtner 7 April Eva, T,v. Alois Sauerborn, Messerschmied

12. " totgeborene Tochter von Johann Schmitz, Taglöhner 12. " Mina, T.v. David Kahn, Handelsmann 22. " Helena, T.v. Mathias Neu, Fuhrmann 28. " Anton, S.v. Franz Philippi, Landoberschultheiserei- gehilfe Gestorbene:

5. April Jakob Frink auf der Marau, 2 Jahre alt 9. " Johann Wolf, Witwer, 57 Jahre alt

11, " Anna Maria Gleichmann, 57 Jahre alt

12, " Georg Robert Schnupp, 2 Jahre alt

25. " "Jakob Keiner, 2 Jahre alt

26. " Adam Schnupp, 2 Jahre alt 26. " Carl Kunst, 8 Jahre alt

28. " Maria Lahnstein, Dienstmädchen, 18 Jahre alt Verheiratete :

2. April Christian Groß, Landjäger und Margaretha Kespe

2. April Adam König und Anna Martina Kleudgen 22. April Norbert Burg und Eva Berndt

Mai 1 86 6:

Geborene:

3. Mai Flisabetha, T.v. Martin Disper, Schuhmacher

6. Mai Nikolaus, S v. Wilhelm König, Taglöhner