sicher "angegangen", wie gewisse Dinge, die sich in der Kreis- und Stadtpolitik im Laufe der vergangenen Monate ereigneten. Für seine großartige Rede wurde der Heribert mit der Protokollarius-Feder an seiner Narrenkappe ausgezeichnet. Ewald Schymura und Willi Schmidt, beide von "Grau-Blau", kreuzten mit Besen bewaffnet auf der Bühne auf und hatten als Straßenfeger vor dem Bonner Bundeshaus natürlich allerhand zu "verhackstücken" . Ihr Glanzstück jedoch lieferten diese beiden Urkarnevalisten bei ihrem Auftritt nach der Pause, als sie als Richter und Angeklagter erschienen. Auf den Vorwurf des Richters, der Angeklagte habe seine Frau mißhandelt und sei somit straffällig geworden, entgegnete dieser stockend, es habe sich dabei nur um eine Nikotinvergiftung gehandelt. "Ich habe sie "vertobakt" !
Dieser harrsträubende Dialog bewirkte, daß manches Auge tränenfeucht, mancher Lachmuskel über Gebühr beansprucht wurde. - Als "feine Spätlese” der "Heiterkeit" kündigte Präsident Uli Schlosser einen alten Bekannten an: Josef Ger- mann. Und damit hatte er nicht zuviel versprochen. " T Gib dem Bub die Geige nicht "! forderte der Germ und bewies das anhand zahlreicher Beispiele, die er gesanglich zitierte.
Da wundert man sich, wo dieser alte Fastnachtsgeck all die spritzigen Gedanken hernimmt. Ebenso großartig war auch sein Auftritt im späteren Verlauf der Sitzung, als er sich in einer tadellos "maßgeschneiderten" Büttenrede mit dem Kuß beschäftigte, ein Thema, das gerade im Karneval von besonderer Aktualität ist. Der Beifall bewies, daß Josef Ger- mann nicht daran denken sollte, als Karnevalist in den Ruhestand zu treten. - Welche Gedanken mag wohl Großpapa Josef Jung, Altkarnevalist von hohen Graden, gehabt haben, als mit seiner Enkelin Berga Faßbender ein Sproß seines Hauses in der Bütt erschien und die einzige Damenrede des Abends hielt! Die Berga machte ihre Sache ausgezeichnet. Großartige Mimik und ihre besondere Art , die Rede vorzutragen, rissen das Publikum immer wieder zu Beifall hin. Sie gab beredtes Zeugnis dafür, daß Karnevalistenblut immer wieder "durchschlägt" . - Ein Knüller eigener Art bildete den Abschluß des ersten Teils: In der 'Maske Kaiser Wilhelms II. erschien unter den Klängen von "Preußens Gloria" kein anderer als Franz Josef Löwenguth und bezog auf dem Denkmalsockel vor dem Elferrats-Präsidium unter dem dröhnenden Gelächter der Narrhalla Position. Kein Auge blieb trocken, als "Se. Majestät” hanebüchene Redensarten von sich gab,die sich aus dem Munde des "allerdurchlauchtigsten Kaisers und Königs" merkwürdig karnevalistisch ausnahmen. Assistiert wurde der lebendig gewordene Denkmalsockel-Inhaber natürlich von Siegfried Homann, der als Vertreter vaterländischer Vereine, mit Zylinder und Schärpe versehen, die "Heiter- keits"-Standarte vor dem Herrscher "einhertrug" . Eine solche Schau dürfte das Kolpinghaus noch niemals erlebt haben.
Das i-Tüpfelchen setzten die beiden im zweiten Teil des Abends, als sie mit einem leibhaftigen Esel, den sie sich eigens aus Westerburg herangeholt hatten, auf der Bühne aufkreuzten und als "Mann und Fraa” zwei Bauersleut vorstellten, die an Originalität nicht zu überbieten waren. Was soll man schließlich sagen, wenn er "ihre " Vorderansicht mit dem Krümmeier Gritt, die Rückenansicht jedoch mit dem Wolfsturm vergleicht! - Eine besondere "Einlage" blieb dem Hofmarschall Reinhard Sonnenschein Vorbehalten, als er den alten "Kaiser” dem jungen Prinzen Kurt II. , Chevalier du Volant, redegewandt und ganz dem Protokoll entsprechend, vorstellte. "In Ihrem Hofmarschall", sagte die Löwenguth- Majestät und wandte sich an den Prinzen, "haben Sie einen kleinen Bismarck zur Seite! ”
Gesang und Tanz sind Elemente, die eine Kappensitzung so recht abzurunden vermögen. Beides kam nicht zu kurz.
Der "Mendelssohn", ob seiner treuen Mitwirkung bei Veranstaltungen aller Art von Vizepräsident Josef O. Schneider lobend erwähnt, überraschte die Narrhalla mit dem Lied:
"Heut ist der schönste Tag in meinem Leben" . Strahlend erfüllte der Tenor von Edgar Labonte den Raum und verlieh der Veranstaltung zu diesem Augenblick das gewisse Fluidum, das, jenseits von Klamauk, einer gewissen Feierlich.-
keit gleichkommt. Ein besonderes Lob hatte Theo Wolf verdient. -Das Trio der "Heiterkeit" mit seinen Sängern Herrn. Altenhofen, Horst Sanner und Ferdi Roos wußte auch diesmal wieder zu begeistern. Stimmlich ausgezeichnet aufeinder ab- gestimmt, brachten die drei einen großen Querschnitt durch die Politik, wobei sie aber keineswegs auch lokale Begebenheiten vergaßen. Höhepunkt ihrer musikalischen Darbietungen war aber die Beatle-Parodie " Ihr seid ja alle balla-balla". Das dürfte diesmal der Schlager der Montabaurer Fastnacht sein, denn der Saal nahm den heißen Rhythmus begeistert an. "Grau-Blau" lieferte mit den Tänzen der Elferrats-Frauen und der Amazonen einen ausgezeichneten Beitrag zum Gelingen der Sitzung. Da spürte man, daß jeder Schritt behutsam einstudiert worden war. Stürmischer Beifall forderte denn auch jeweils eine Zugabe heraus. Die Kapelle der "Finken" brachte mit zündenden Weisen immer wieder Schwung und Stimmung unter das närrische Volk, das nicht müde wurde, kräftig mitzusingen und zu schunkeln.
Strahlender Mittelpunkt des Abends war, wie auch schon in der vorangegangenen Kappensitzung, Prinz Kurt II., Chevalier du Volant, der im Hinblick auf seine große Sippe derer von Roßbach die gesamte Narrhalla kurzerhand mit " Meine lieben Verwandten u. Verschwägerten" anredete und in seiner Prinzenrede ausdrücklich betonte, er komme sich in dieser Sitzung wie auf einer Familienfeier vor. Großartig, wie Se. Tollität das machte! Und Kurt II. , das wurde erneut be - stätigt, ist ein Prinz ganz nach dem Geschmack seiner närrischen Untergebenen. Das Schlußbild sah vor dem Hintergrund der herrlich geschmückten Bühne die beiden Elferräte von "Grau-Blau" und "Heiterkeit", die mit dieser ausgezeichneten Kappensitzung die Achse Montabaur-Höhr-Grenzhausen erneut gestärkt haben.
TuS Montabaur
Am Sonntag, dem 13. Februar 1966 - 20.11 Uhr - findet im Kolpinghaus der traditionelle Preismaskenball des TuS Montar baur statt. Der Vorstand ladet zu dieser Veranstaltung herzlich ein.
An der Veranstaltung wird auch der Prinz mit seinem Gefolge sowie der Elferrat der "Heiterkeit" teilnehmen. Es spielt die Kapelle "Ramona" .
Für die drei schönsten Masken sind Preise ausgesetzt. Außerdem findet eine Verlosung statt. Lose sind noch an der Abendkasse zu erhalten.
Eintrittspreise : Masken 1,50 DM, Mitglieder : 2,50 DM, alle anderen Besucher 3,50 DM ,
Freiw. Feuerwehr Montabaur
wieder im Einsatz!
In den Morgenstunden des 7. Februar 1966 wurde die Freiw. Feuerwehr Montabaur zu einem Lkw. -Brand auf die BAB.
Ffm. /Köhi bei km 88,9 (Gemarkung Heiligenroth) gerufen.
Der linke Hinterreifen des mit Sperrholz beladenen Hängers war in Brand geraten. Durch den schnellen Einsatz konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Ladung verhindert werden.
Das Fahrzeug konnte nach einem Reifenwechsel die Fahrt fortsetzen.
F r ei w . F e u er w ehr Montabaur traf sich zur
Generalversammlung!
"Freunde - laßt uns einig sein !
Jetzt und alle Zeiten .
Dann wird des Nächsten Hab und Heim,
Keinen Schaden leiden ! "
Unter diesen Worten stand die diesjährige Generalversammlung der Freiw. Feuerwehr Montabaur. Die aktive Wehr, sowie die aktiven Mitglieder des Fanfarenzuges waren vollzählig erschienen. Wehrführer Disper eröffnete die Versammlung und
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