Ausgabe 
24.9.1965
 
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Pcimo - Hachtichten

DER BOSSMUSS NACHDENKEN

Eine Kriminal groteske von

Tuck F. Sanders

Im großen Ballsaal des Schlosses von Baron Ringelpütz erloschen plötzlich die riesigen Kristallüster. Im gleichen Augenblick schnitt der scharfe Strahl einer Taschenlampe von der Empore herab in die ägyptische Finsternis und eine Stentorstimme schallte über die Köpfe des sehr erschrockenen und ebenso illustren Publi­kums im Ballsaals

"Bleiben Sie ganz ruhig, meine Herr­schaften!

Gleich werden einige meiner Leute unter Ihnen erscheinen und alles einsammeln, was Sie, die Träger großer und schwerwiegender Namen, nur unnütz belastet. Trennen Sie sich daher freudig von Ihren Ringen, Diademen, Colliers, Arm­reifen, Manschettenknöpfen und Armbanduhren. Und von Ihrem Bargeld. Bitte, erleichtern Sie meinen Angestellten die Arbeit, indem Sie al­le zu spendenden Gegenstände freiwillig und ohne Schwierigkeiten übergeben. Auch meine Leute lieben es nicht, Überstunden machen zu müssen."

Bankdirektor Diskont war der erste, der den Druck eines Revolverlaufes zwischen seinen Rippen spürte und die freundliche Aufforderung vernahm:

"Raus' mit dem Zaster, Onkelchen!

Und Amadeus Diskont, als ehemaliger Sportler vor allem den Leibesübungen griechisch-römi­scher Spielart und dem klassischen Boxsport er­geben, trat in Aktion.

Er presste dem Gangster seine Unterschriftshand auf die bartstoppelumrandete Mundpartie und vollführte mit der freien Linken einen Stoß in die Bauchpartie des Schurken, daß diesem der Magen in Richtung Wirbelsäule davonsauste.

Erst dann landete Amadeus Diskont noch einen wohlgezielten Leberhaken, setzte einen Auf­wärtshaken hinterher und klatschte anschließend gefühlvoll mit seiner flachen Hand an die Schläfenpartie des Räubers. Also von seinem Widersacher befreit, schritt Amadeus dann zu neuen Taten, Er riß den Revolver aus der ver­krampften Rechten des Gelegenheitsverdieners* und tauchte in die erregt raunende Menge um ihn unter.

Eine gute Stunde nach diesem Vorfall saßen die Akteure des Gesellschaftsdramas in Abzweigung IV dar Hauptkanalisation unter der Geschäfts- - Straße der Stadt zusammen, um beim blaken­den Licht von Pechfackeln die Beute zu sichten. Der Boß zählte seine Leute, fünf an der Zahl, und diktierte dann dem smarten Ed, einem ehe­maligen Hauptbuchhalter, der die Einnahmen seines Chefs mit seinen eigenen verwechselt

hatte, die einzelnen Posten. Es war eine mär­chenhafte Sore. Die Beute war so groß, daß sie selbst dem hartgesottenen Gangsterchef- Achtung abverlangte.

"Ich schlage vor, daß wir das Bargeld sofort auf­teilen!" krähte ein mickriger Mikrogängster, dessen Haushaltskasse gerade Ebbe aufzuweisen schien.

"Dagegen!" orgelte eine tiefe Stimme. "Der Boß soll entscheiden!"

"Sehr richtig!" kam die Zustimmung der übri­gen.

Der Boß blickte geschmeichelt in die Richtung, aus der die Bestätigung seiner Entscheidungs­macht gekommen war und grunzte gönnerhaft: "Paul machte den vernünftigsten Vorschlag.

Er nimmt daher die Beute mit und verwahrt sie. Wir treffen uns morgen, wenn die Luft sauber ist, wieder hier. Ich muß erst nachdenken! Besagter Paul nahm eilig die beiden Rindleder­koffer mit dem Ergebnis des nächtlichen Fisch­zuges und trollte sich aus dem ungewissen Licht der Pechfackeln in die Finsternis des Kanals.

"Alle Achtung, Herr Direktor!" sagte eine halbe Stunde danach Kriminalkommissar Scharf zu Amadeus Diskont, als dieser ihm berichtet und den Inhalt der beiden Rindlederkoffer gezeigt hatte. "Sie hatten sich also unter die Gangster gemischt .... "

!'... und fleißig mitgeraubt, um nicht aufzu­fallen. Gottlob war es im Kanal dunkel genug und es erkannt mich niemand, als ich für Paul sprach!"

Dann lehnte sich Diskont bequem in seinen Ses­sel zurück und lächelte, als er sagte:

"Wenn Sie morgen abend um 21. 30 Uhr in Ab­zweigung IV des Hauptkanals Razzia machen, fangen Sie alle Gauner. Bis auf einen!"

Der Kommissar stutzte. "Ach ja I Einer fehlt Ja! Wo ist der überhaupt?"

Da lächelte Amadeus Diskont noch breiter und antwortete:

"Der, dessen Gangsterrolle ich übernahm, liegt KO und zusammengeschnürt hinter dem Side­board in der Halle von Schloß Klingelpütz.

Wenn er erwacht, kann er uns sicherheitshalber auch die Adressen seiner Mitganoven verraten. Im Bett verhaftet es sich leichter!"

Sprachs, stand auf und machte sich mit dem Kommissar auf den Weg, um Bargeld und Schmuck wieder den rechtmäßigen Eigentümern zurückzubringen.

Die Sparguthaben

in der Bundesrepublik erreichten Ende 1964 un­gefähr diesselbe Summe, welche Bund, Länder und Gemeinden an Steuern eingenommen haben; 100 Mrd. DM. Allerdings gehören nur 90 Mrd. DM Privatpersonen, der Rest öffentlichen Stel­len und Wirtschaftsunternehmen. Der Zuwachs des letzten Jahres belief sich damals auf Uber 13, 5 Mrd. DM, Ein solcher Betrag ist noch niemals innerhalb eines Jahres gespart worden.

Vergessene Verse

V

Der Ärzte Glück

Ein Arzt ist gar ein glücklich Mann: Was er Bewährtes wo getan,

Zeigt der Geneste jedem an.

Sein Irrtum wird nicht viel erzählet, Denn hat er irgendwo gefehlet.

So wirds in Erde tief verhehlet.

Steuerbescheid

Daß mein Buch, die teure Gabe, Allen zu gefallen habe,

Glaub ich nicht. Doch glaub ich, allen Werde folgendes gefallen:

O es müsse höllisch Feuer Fressen die verfluchte Steuer!"

Kreuzworträtsel

Waagrecht; 1. Humorvoller bayerlsdierl dermeiermaler (80. Todestag am 23. Septemt 7. Autor des RomansDas Lied von Berns® (75. Geburtstag am 10. September), 8. Groß!«* erzählenden Dichtung, 11. Gleitbahngerüst zurr beförderung von Baumstämmen, 13. franz# 1 ' 1 Grußwort, 14. Griffhebel, 15. elegante Prosaal lung, 17. Pseudonym von Charles Dickens, 19. , geformte Speise, 21. Eiskunstläufer, Olympia*!*! von 1938 (Ernst, SO. Geburtstag am 27. Septert 1 22. englische Kriminalromanschriftstellerin 1 burtstag am 15. September), 24. Begriff im BoaK 28. russischer Weltraumpilot (30. Geburtstaf! 11. September), 27. Halbinsel in der Ägäis i»Ki len Klöstern, 29. ägyptischer Sonnengott, 82," gängerplatz auf dem Fahrdamm, 33. Preis 34. Stadt am Frankenwald, 35. ungarischer Ko« nist (20. Todestag am 26. September), W Zeichen für Molybdän.

Senkrecht:l. Autorin des Roman* Wunschkind (80. Geburtstag am 15. Sept* 0 2. sfegergewinn, 3. Aufgußgetränk, 4. P°jJ Münzeinheit, 5. hellster Stern in der Leier,!.* spieler und Bühnenautor (5. Todestag am » tember), 7. ausgedientes Schiff, 9. fr*® Schritt. 10. Autor des RomansDer Heil#* (25. Todestag am 11. September), 12. Sitz* 1 16. höchste Spielkarte, 17. Meeresbucht, 18. Insel, 20. Ende eines Grubenbaus, 21. I®'". der Wagner-Festspielstadt, 23. politischer 5* der Engländer (Gullivers Reisen"), 24. der OperetteWie einst im Mai (25. Tode*

30. September), 25. griechisches Gebirge, stung, 27. Vormund und Erzieher Kal*® J richs IV., 28. Wohnung, 30. vorspringen« 1 .] einer Karteikarte, 31. Südwind am Gardaae

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