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5.3.1965
 
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1657 (Die Visitationsprotojtolle des kurtrierischen Archidia- kontas Dietkirchen von 1657 und 1664 von Leo Ueding, Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, 2. Jahrgang 1950). Dort steht auf Se ; te 247: "Es besteht dort ein Hospiz vom Hl Geist. Die Kirche ist seit 14 Jahren den Franziskanern über­geben. Das Hospiz ist in gutem Stand, hat einen eigenen Ver­walter, der vom Magistrat bestellt wird. Er rechnet jährlich vor dem Pfarrer, dem Amtmann und dem ganzen Magistrat ab. Die Einkünfte bestehen zumeist aus Renten. Früher, das heißt vor dem Kriege, waren es ungefähr 600 fl. (Gulden), jetzt kaum über 200. Früher auch gegen 40 Malter Korn und 30 Malter Hafer an Zins, jetzt kaum ein Drittel. Für zwei joch Ochsen Ackerland, Wiesen von etwa 6 Fuhren Heu".

Wenn auch noch einige Renten und Zinsen in den Jahren nach der Visitation wieder gangbar wurden, so dürften durch den Krieg doch empfindliche Verluste eingetreten sein. Den Niedergang des Hospitals brachte des 18. Jahrhundert.

Die mannigfachsten Gründe wirkten zusammen, daß es mit der Wirtschaft abwärts ging. Zunächst führten die Truppen­durchzüge und -einlagerungen in den vielen Kriegen des 18. Jahrhunderts zu einer allgemeinen Verarmung der Be­völkerung des Kurstaates. Dann war gerade dieses Jahrhundert reich an Mißjahren, hervorgerufen durch trockene oder nasse und kalte Sommer. Das Heer der Armen und Bettler nahm einen riesigen Umfang an und wurde zu einer Plage im Kur­staate, so daß die Erzbischöfe und Kurfürsten wiederholt durch Verordnungen dem Bettelwesen zu Leibe gingen. Diese allgemeine Verarmung der Bevölkerung brachte es mit sich, daß es noch wenig Präbender gab, die dem Hospital bei ihrem Eintritt eine größere Stiftung zubrachten. Kam noch hinzu, daß die Hospitalsverwalter lässig und ungewissenhaft ihr Ant versahen, so fielen von den ausgeliehenen Kapitalien oft nicht nur die Zinsen aus, sondern das Kapital selbst ging | verloren, wenn Schuldner und Bürgen nicht mehr zahlungs­fähig waren. Seit dem Jahre 1723, da man in Kurtrier neue Grundbücher anlegte, mußte auch das Hospital zur Schatzung [ beitragen, während es früher keine Steuern zu zahlen hatte.

| Nicht zuletzt wirkte sich das schlechte Verhältnis, das zwischen dem Stadtpfarrer als der einen örtlichen Aufsichts­

behörde und dem Stadtrate als der anderen Aufsichtsbehörde, bestand, ungünstig auf die Entwicklung des Hospitals aus.

Wir haben ja bereits oberi schon gehört, wie lange es dauerte, bis der Stadtrat den Bestimmungen der Hospitalsordnung von 172 9 nachkam.

Als Martini 1716 der Hospitalsmeister Peter Stahlhofen seinen Dienst niederlegte, den er nun "bei 36 Jahr getragen" (Rats­protokoll 1716 Aug. 8) trat an seine Stelle der Ratsverwandte Nikolaus Braun (1716-23). Gerade eben war der spanische Erbfolgekrieg zu Ende gegangen, der dem Kurfürstentum Trier tiefe Wunden geschlagen und den letzten Rest von Wohlstand aufgezehrt hatte. Während seiner Verwaltung hören wir zum ersten Male von der schlechten Vermögenslage des Hospitals, ln einem Schreiben, gerichtet an den Oberamtmann von Reif- fenberg in Sayn heisst es, daß die Wirtschaft durch den Miß­wuchs 1720 sich in bedrängter Lage befand und von den 15 Maltern Korn, die geerntet wurden, die Hälfte wieder ausgesät wurde, "die übrigen beifallenden Renten auch so gering seien, daß ohne Schulden oder Angreifung der Capitalien das dies­jährige Aufkommen nicht sein könnte (die Einnahmen nicht reichten) für die Präbenter, geschweige, daß noch mehrere über die Zahl aufgenommen werden könnten". Bereits Martini 1723 legte der Hospitalsmeister Braun seinen Dienst nieder. Der Oberamtmann Anselm Friedrich Anton von Reifenberg erwählte am 3. November 1723 aus der ihm vom Stadtrat übersandten Liste dai Matthias Seul (1723-1755).

Der Oberamtmann forderte gleichzeitig die Stadt auf, das Hospital "hinsichtlich der Verwaltung der Renten und gefalle in bessere Form und Ordnung zu bringen" und an ihn zu be­richten, wie die begangenen Fehler berichtigt werden könnten. Im Jahre 1723 wurde das Hospital zum ersten Male mit seinem Vermögen zur Schatzung angeschlagen, wodurch die Finanzen sich weiter verschlechterten. Am 14.' Mai 1725 zeigte der Hospitalsmeister dem Rate an, "dass die Anzahl der Präbenter nicht ab- sondern mehr zunehme und dem Hospital mehrere Kosten und Auslagen besonders durch deü'neuen Schatzungs­anschlag anwachsen täten, welches letztere Anschlag jähr­lich über 60 Reichtstaler betrage, mithin die Gebäude in sehr ruinösem standt sich befunden, deren reparation ohnumbgäng- lich nötig sei."

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