Akte 
Sitzung 10. Juni 1992
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Beachtenswert ist dies auch vor dem Hintergrund, daß alle 12 Mi­nuten auf deutschen Straßen ein Kind verletzt oder getötet wird. Meist ist die Ursache eine zu hohe Geschwindigkeit.

Neben den Kindern sind Fußgänger und Radfahrer die am meisten ge­fährdeten Verkehrsteilnemer. Zwei Drittel der 3300 Verkehrstoten innerhalb geschlossener Ortschaften hatten keine schützende Blech­hülle I Auch hier zeigt sich: Bei der Erprobung von Tempo 30 gingen die Unfälle mit Fußgängern um 80% zurück. Und wenn dennoch etwas passiert: Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 20 km/h kommen 9 von 10 Fußgängern mit dem Leben davon, bei Tempo 60 stehen die Chancen umgekehrt.

Neben dem Sicherheitsargument verbessert Tempo 30 nachweislich die Wohnqualität. Lärm- und Abgasbelastungen gehen spürbar zurück. Die Straße ist nicht länger eine unüberwindliche Barriere.

Umfragen bestätigen, daß sich 3 von 4 Bundesbürgern für Tempo 30 in Wohngebieten aussprechen.

Tempo 30 muß in allen Wohngebieten dauerhaft eingeführt werden. Auch wenn im Rahmen später erforderlicher Straßenerneuerungen verkehrsberuhigte Straßen angelegt werden, sind zumindest bis zu diesem Zeitpunkt die Maßnahmen durchzuführen, die am schnellsten und kostenmäßig verantwortbar, zu realisieren sind.

Angeblich zu hohe Kosten und ein nicht mehr überschaubarer Schil­derwald sind Argumente, die zwar heute vereinzelt noch gegen sol­che Initiativen vorgebracht werden, mittlerweile durch Beispiele anderer Städte aber entkräftet worden sind.

Mit freundlichen Grüße

Karlheinz eher (Vorsitzender)