Akte 
Sitzung 21. Februar 1991
Entstehung
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Diese Faktoren bestimmen in großem Rahmen auch ein zu erstellendes Energieversorgungskon­zept auf das an anderer Stelle eingegangen wird.

Regenerative Energien

Regenerative Energien, das muß betont werden, sind die einzigen, deren Nutzung auf lange Sicht das Überleben der Menschheit gewährleisten kann. Sie sind aber auch die Energien, die nur optimal am Ort des Entstehens zu nutzen sind und daher auch die Energiequellen schlechthin, die nur beim Ausbau der kommunalen Energieversorgung wirkungsvoll zum Einsatz kommen können.

Zu den regenerativen Energiequellen im eigentlichen Sinne werden Wasserkraft, Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Erd- und Umgebungswärme und Biomasse gezählt. In diesen Katalog werden neuerdings auch die Energiegewinnung aus Abwasser, (Klärgas) und Müll (Deponiegas, Müllverbrennung) aufgenommen.

Allerdings ist der Einsatz dieser Energien nicht immer gleichzusetzen mit umweltfreundlicher Energiegewinnung. Es sei hierbei zum Beispiel auf die thermische Verwertung von Müll und das Aufstauen von Flüssen zur Wasserkraftnutzung hingewiesen.

Sofort umsetzbar auf kommunaler Ebene sind auf jeden Fall Nutzungsmöglichkeiten der Sola­renergie in beiden Formen (Solarthermie und Photovoltaik):

- Förderung bzw. Bezuschussung von Einzetobjekten auf privater Ebene;

- Festsetzungen in aufzusteiienden Bauieitpiänen.

Die Erschließung der Potentiale regenerativer Energiequellen wird in hohem Maße vom herr­schenden Preisniveau der konkurrierenden fossilen Energieträger Mineralöl, Gas und Kohle bestimmt. Es kann nicht geleugnet werden, daß dieser Einfluß im wesentlichen Zeitpunkt und Tempo der Erschließung regenerativer Potentiale bestimmt.

Das gegenwärtige Preisniveau der fossilen Energieträger bringt weder die Endlichkeit dieser Vorräte noch die volkswirtschaftlichen Kosten in den Blick, die dieses Energiesystem durch Umwelt- und Gesundheitsschäden verursacht.

Die regenerativen Energiequellen stellen eine typische Form der dezentralen Nutzungstechno­logie dar, deren Erfassung und planvolle Erschließung effektiv nur für kleinräumige Gebiete direkt vor Ort erfolgen kann.

Darüberhinaus entfaltet die Nutzung regenerativer Energieträger im Zusammenhang mit Ener­gieeinsparung und rationeller Energieversorgung auch eine erheblich größere Arbeitsplatzwirk­samkeit als die heute übliche zentralistische und kapitalintensive Energietechnik.

Die positiven Impulse für die Wirtschaft kommen dabei gerade den vor Ort ansässigen kleinen und mittleren Betrieben zugute.

Investitionen werden also in den verbrauchsnahen kleinräumigen Gebieten kommunaler Hoheits­träger erforderlich, hier zahlen sie sich aber auch aus.

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