Akte 
Sitzung 24. Juni 1976
Entstehung
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II. Nichtöffentliche Sitzung

Punkt 11/1, Grundstücksangelegenheiten - ohne Vorlage -

a) in Verbindung mit der Ansiedlung eines Verbrauchermarktes

Zu diesem Punkt nimmt als Gast Herr Egen, Inhaber und Geschäftsführer der Firma Handelshof, an der Sitzung teil. Herr Egen schildert die Struktur seines Betriebes und die Gründe, die es ihn in Erwägung ziehen ließ$f*sich in Montabaur anzusiedeln. Nach den Worten von Herrn Egen hat er in seiner Filiale in Koblenz bereits einen sehr starken Kundenstamm aus der Umgebung von Montabaur. Die Ansiedlung eines Ver­brauchermarktes in der Ortsgemeinde Heiligenroth zwinge ihn dazu, sich in diesem Bereich anzusiedeln, um diese Kundschaft nicht zu verlieren. Die Struktur seines Betriebes gibt Herr Egen als eine Mischung zwischen Kaufhaus, Warenhaus und Ver­brauchermarkt an. Je nach der Art der angebotenen Ware erfolgt eine Bedienung durch Personal nach dem Vorwahlsystem oder ein Selbstbedienungssystem. Der Flächen­bedarf für das Vorhaben wird mit 13 000 - 14 000 qm angegeben. Davon sind 10 000 qm für Parkflächen vorgesehen. Die Verkaufsfläche soll 3 500 qm betragen, ca. 500 qm sind für Lagerräume vorgesehen.

In der Diskussion zwischen den Ratsmitgliedern und Herrn Egen spielt vor allem die Frage eine Rolle, ob durch die Ansiedlung des Handelshofes in Montabaur ein Ver­drängungswettbewerb einsetzt, d. h. die Ansiedlung zum Nachteil der örtlichen Ge­werbetreibenden führt, oder ob eine Ergänzung zwischen den bereits bestehenden Ge­schäften am Ort und dem Verbrauchermarkt möglich ist. Herr Egen verweist in diesem Zusammenhang auf den bereits vorhandenen Kundenstamm aus dem Montabaurer Bereich in Koblenz hin. Außerdem berichtet er, daß in der Stadt Mayen die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes durch seine Firma nach seinen Beobachtungen den dort ansässigen Gewerbebetrieben nicht zum Nachteil gereicht ist. Einige Ratsmitglieder befürchten jedoch, daß insbesondere für den Bereich des Elektrohandels starke Einbußen für die örtlichen Betriebe zu befurchten sind.

Auch die Wirkungen auf die Situation des Arbeitsmarktes kommen zur Sprache. Herr Egen berichtet, daß er beabsichtigt, in dem evtl, in Montabaur anzusiedelnden Be­trieb ca. 60 Arbeitskräfte zu beschäftigen. In der genannten Zahl sind Teilzeit­kräfte enthalten, so daß sich effektiv die Zahl der Beschäftigten entsprechend er­höht. Es ist auch beabsichtigt, in Montabaur Lehrlinge auszubilden. Dabei kommt zunächst nur eine Ausbildung zum Verkäufer in Betracht.Eine Ausbildung zum Ein­zelhandelskaufmann sei nicht möglich, da die Buchhaltung über eine zentrale EDV- Anlage erfolgt. Ob eine Ausbildungswerkstatt für technische Berufe später ein­mal eingerichtet werden kann, sei, so erklärte Herr Egen, im Moment noch nicht abzusehen.

Nachdem Herr Egen den Sitzungsraum verlassen hat, stellt Bürgermeister Mangels die Frage, ob der Stadtrat der Auffassung ist, daß die Verwaltung beauftragt wer­den soll, mit Herrn Egen die Verhandlungen über die Ansiedlung des Verbrauchermarktes im Baugebiet "Himmelfeld I" fortzuführen.

Der Stadtrat faßt mit 16 Ja-Stimmen, 2 Stimmenthaltungen und 5 Gegenstimmen folgenden Beschluß:

Die Verwaltung wird beauftragt, mit Herrn Egen weiterzuverhandeln über die Ansied­lung eines Verbrauchermarktes der Firma Handelshof im Baugebiet "Himmelfeld I".

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