Akte 
Sitzung 24. Juni 1976
Entstehung
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Punkt 1/1, ohne Vorlage

Vortrag über Gestaltungsmaßnahmen im Altstadtgebiet

Zu diesem Punkt nehmen Herr Architekt Rittmannsberger, Darmstadt, und sein Mitarbeiter, Herr Dipl.-Ing. Noll, an der Sitzung teil. Gegenstand der Erör­terung Ist die Gestaltung der Altstadt von Montabaur Im Rahmen der Altstadt- sanlerung. Bürgermeister Mangels erinnert ln seiner einführenden Rede daran, daß es dem Willen der Mehrheit des Stadtrates entspricht, daß zur Lösung der Fragen bezüglich der Gestaltung des Altstadtberelches ein Fachmann zu Rate gezogen werden soll. So hat bereits ln einer früheren Sitzung des Stadtrates ein Architekt seine Vorstellungen über die gestalterischen Maßnahmen Im Rahmen der Altstadtsanlerung vorgetragen.

Das Architektenbüro Rittmannsberger hat sich auf die Altstadtsanlerungen spe­zialisiert. Zur Veranschaulichung seines Vortrages zeigt Herr Rittmannsberger ca. 40 Dias, die zum einen Besonderheiten der Stadt Montabaur bildhaft machen und zum anderen einen Überblick über bereits realisierte Vorhaben durch das Architektenbüro Rittmannsberger geben. Herr Rittmannsberger betont die Not­wendigkeit, daß verändernde Maßnahmen an Gebäuden Im Altstadtgeblet, Insbe­sondere die Gestaltung der Außenfassade, abgestimmt werden müssen mit den Vor­haben der Nachbarn und mit den Planungen der Stadt.

Nach den Vorträgen von Herrn Rittmannsberger und Herrn Noll erfolgt eine Dis­kussion über Fragen der Altstadtsanlerung.

Ratsmitglied Dr. Hütte (CDU) regt an, den hinteren Rebstock ln das Sanierungs­verfahren mit einzubeziehen. Herr Rittmannsberger erläutert, daß ln Fachkreisen die Tendenz dahingeht, die förmlich festgelegten Sanierungsgebiete so klein wie möglich zu halten. Dem Sanierungsverfahren muß nämlich eine vorbereitende Un­tersuchung vorausgehen, deren Ergebnisse umso früher überholt und damit fort­schreibungsbedürftig sind, je größer das Sanierungsgebiet Ist. Es sei also sinn­voll, die Sanierungsgebiete nicht so groß auszuweisen, zumal die Fortschreibungen der vorbereitenden Untersuchungen sehr kostspielig seien. Außerdem sei zu berück­sichtigen, daß angesichts der schlechten Finanzlage bei Bund und Ländern die Bereitschaft zur Anerkennung neuer Sanierungsgebiete und damit zur finanziellen Förderung der Sanierungsmaßnahmen zusehendsabnehmen.

Aus der Diskussion ergibt es sich, daß es für notwendig gehalten wird, die Haus­eigentümer Im Altstadtgeblet bei Umbaumaßnahmen, Insbesondere bei der Gestaltung der Außenfassade,zu beraten und so die Vorstellungen des Stadtrates ln diese Maßnahmen elnflleßen zu lassen. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Satzung über die Erhaltung von Gebäuden Im historischen Teil der Stadt Montabaur hinge­wiesen. Wenn diese Satzung rechtswirksam geworden Ist, hat die Stadt die Möglich­keit, Einfluß auf die Umbauten u. ä. Maßnahmen Im Altstadtberelch zu nehmen.

Da u. U. eine Beauftragung des Planungsbüros Rittmannsberger erfolgen soll, fragt Bürgermeister Mangels, ob nicht für das Architektenbüro Rittmannsberger Probleme angesichts der räumlichen Entfernung zwischen Darmstadt und Montabaur entstehen. Herr Rittmannsberger antwortet darauf, daß man es gewohnt sei, auch zu weiter ent­fernt liegenden Projekten zu fahren. Im übrigen lasse es sich durch eine sinnvolle Koordination der Termine ermöglichen, daß mehrere Besprechungen an einem Tag stattfinden und so unnötige Kosten durch mehrmaliges Pendeln zwischen dem Projekt­ort und dem Sitz des Architektenbüros zu vermelden.