Anschnitt aus der Nassauischen Landeszeitung vom 5.Januar
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Firma 3!ack & Decker baut bei OHheim in wenigen Monaten ihr neues Werk
Limburg / Idstein (hk). — „Limburg hat den Sieg gegen starke Konkurrenz errungen. Denn Lihiburg bot die größten Vorteile", sagte der General-Manager des Werkes der Firma Black & Decker in Idstein, Günther Cott, als er gestern bei einer Pressekonferenz im Idsteiner Werk in Gegenwart weiterer leitender Persönlichkeiten der Firma sowie von Bürgermeister Kohlmaier und Erstem Stadtrat Dr. Rösch berichtete, daß eine halbe Stunde zuvor der Ansied'ungsverirag fiir das neue europäische Werk des in den USA beheimateten Unternehmens zwischen der Werksleitung und den Repräsentanten der Stadt Limburg unterzeichnet worden sei. Und damit liege endgültig der Standort für die neue Produktionsstätte für Elektro-Werk- zeuge fest. In Limburg solle innerhalb der nächsten vier bis sechs Monate mit den Bauarbeiten für die erste Ausbaustufe des Betriebs begonnen werden.
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Der General-Manager würdigte die „großartige Zusammenarbeit und den Einsatz der Verhandlungspartner" im Limburger Rathaus. Ein Knebelvertrag sei nicht zustande gekommen, vielmehr hätten beide Partner zu geben und zu nehmen. In großen Zügen entwickelte Günther Cott den Werdegang der Firma Black & Decker in Idstein, die vor gut zehn Jahren hier angesiedelt worden sei, sich sehr erfolgreich gegen harte Konkurrenz behauptet habe und stark expandiere. Das Werk habe weltweit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar erzielt und weise 1979 eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent nach. Das deutsche Werk, in großem Umfang den Heimwerkerbedarf an Schlagbohrern dek- kend, halte angesichts des expandierenden Marktes einen neuen Betrieb für erforderlich.
PROJEKT AN LAND GEZOGEN
Er und seine Mitarbeiter, so berichtete Cott weiter, seien stolz darauf, „dieses Projekt an Land gezogen haben zu können". Daß diese zweite Fabrik nicht auch noch in Idstein gebaut werde, sei grundsätzlich zu bedauern, doch das vorhandene Werk habe seine optimale Größe erreicht. Andernfalls werde ein Gigant geschaffen, für den letztlich kein Arbeitskräfte-Reservoir mehr vorhanden gewesen wäre.
Hans Günther Uhrmann, kaufmännischer Geschäftsführer des Idsteiner Werkes, berichtete, daß 75 Standorte untersucht und letztlich drei — Limburg, Montabaur und Mayen — in die engere Wahl einbezogen worden seien. Im Vordergrund der Standortwahl hätten Bindungen an bestmögliche Verkehrswege, Verfügbarkeit von Arbeitskräften, hervorragende Infrastruktur und die kurze Entfernung zum Werk Idstein gestanden. Gerade letzterer Punkt spiele bei der ersten Ausbauphase des Limburger Werkes eine große Rolle, könnten doch schnell und leicht Mitarbeiter aus Idstein zum Anlernen neuer Mitarbeiter nach Limburg gebracht werden. Etwa 18 Prozent der Belegschaft in Idstein stamme aus dem Kreis Limburg-Weil borg. In großem Umfang erwarte die Firma aber neue Mitarbeiter aus dem Westerwald. Die Belegschaft werde vermutlich zu 40 Prozent aus Frauen bestehen.
ERSTE AUEBAUSTUFE:
20 MILLIONEN
Wie Uhrmann weiter ausführte, steht der Firma im Industriegebiet des Stadtteils Off heim ein Areal von rund 110 000 Quadratmeter zur Verfügung. In der ersten Baustufe sollten ein Gebäude von 12 000 Quadratmeter für Produktion, Lager und Verwaltung errichtet werden. Mitte dieses Jahres hoffe die Werksleitung den Grundstein legen zu können, und ein Jahr später solle die Produktion mit zunächst 100 bis 150 Beschäftigten aufgenommen werden. Bis zu den Jahren 1985/86 rechne das Werk mit etwa 650 Mitarbeitern in Limburg. Die Investitionen für die erste Ausbaustufe seien, so Uhrmann, auf rund 20 Millionen Mark berechnet. Die Produktionsstätte in Limburg firmiere als eigene juristische Person mit dem Namen „Black & Decker-Produktions-GmbH" und sei vollgültige Tochter der „Black & Decker Incorporated" in den USA.
Als Gründe für das neue Werk in Europa führten die Firmensprecher nicht nur die expansive Welle an. sondern die Übernahme von Produkten, die bislang aus Werken in anderen Ländern hätten exportiert werden müssen. Ein Teil der jetzt noch in Idstein her- gesteliten Motoren solle in Limburg in Produktion gehen. Grundsätzlich betonten die Sprecher. Limburg habe gegenüber den beiden anderen Standorten in der engeren Wahl so große Vorteile zu bieten gehabt, daß keine andere Alternative geblieben sei. Hätte Limburg nicht berücksichtigt werden können, wäre mit Sicherheit das Werk in Deutschland' überhaupt nicht gebaut worden.
NEUE PHASE IN LIMBURG
Bürgermeister Kohlmaier steifte fesi, aus der Sicht der Stadt sei die Ansied- lung dieses Industriebetriebes einer der entscheidensten Erfolge in Wirtschaft!;' eher Hinsicht und könne auch als über: aus bedeutender Schritt zur Besserung der Struktur der Stadt und des Lim-' burger Raumes angesehen werden. Das? Gebiet erfahre eine wirtschaftliche Stärkung, die Steuerkraft nehme weiter zu.,und auch das Lehrsteilen- und beitsplatzangebot wachse erfreulidr jmg)
Der Bürgermeister dankte allen, ote mit dazu beigetragen haben, dieses ^iel zu erreichen, ganz gieich ob es sic^W' bei um die Werksleitung, seine Mfum beiter im Rathaus, die hessischen Ministerien für Wirtschaft und Finanzen,! die Hessische Landesentwicklungs- und Treuhandgesellschaft, die Kreisverwaltung und viele andere handele. Mit der Unterzeichnung des Ansiediungsvertra- ges beginne für die Stadt Limburg eine neue Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs, von der auch das weite Einzugsgebiet profitieren werde.
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