Anlage 7 zur Niederschrift
Ausschnitt aus der Nassauischen Landeszeitung vom 15. Dez. 1979
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Entscheidungen werden noch vor Jahresende in den Vereinigten Staaten taüen
L i m bürg (hk). — Noch in diesem Jahr wird in den USA die Entscheidung darüber falten, ob in Limburg ein Zweigwerk der Weltfirma Black & Decker errichtet wird. Im Rennen liegen nach den Chancen zu urteilen Montabaur, Limburg und die Eifelstadt Mayen. Im Rathaus wird alles darangesetzt, diese bedeutende Industrieansiedlung möglich zu machen. Das sagte gestern Bürgermeister Kohlmaier bei einer Pressekonferenz, in der er Einzelheiten über die Entwicklung darlegte. Danach laufen die Verhandlungen seit Anfang September. In drei Spitzengesprächen, davon fand das letzte vorgestern statt, sind die Vorteile erörtert worden, die Limburg als Industrie- Standort anzubieten habe. Diese Vorverhandlungen sind nunmehr abgeschlossen, und gestern hat sich der Magistrat sowie der Ausschuß für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr in einer Sondersitzung mit der Situation befaßt.
Und diese sieht nach den Angaben des Bürgermeisters folgendermaßen aus: Für Limburg wäre die Ansiedlung dieses Betriebes, der die Produktion vermutlich zunächst mit 200 bis 250 Arbeitskräften aufnehmen und diese Zahl dann bis über 600 steigern würde, ein wesentlicher Vorteil. Was möglich ist, soll von seiten der Stadt an Industrieförderung angeboten werden. Die Stadt Montabaur hat nach des Bürgermeisters Angaben gegenüber Limburg den Vorteil, ein umfangreicheres Arbeitskräftepotential anbieten zu können. Darüber hinaus bestünden bei der Konzernleitung die Bedenken, ein Zweigwerk in Limburg könne Arbeitskräften aus dem Werk in Idstein, wo rund 1100 Menschen beschäftigt sind, abziehen, zumal Bewohner des Kreises Limburg in Idstein tätig sind.
Ein weiterer Vorteil für den Standort Montabaur, so sieht es der Bürgermeister, ist die Tatsache, daß die Landesre
gierung der Stadt Montabaur erheblich den Rücken stärkt und Minister sich in die Verhandlungen eingeschaltet haben. Bedauert wurde von dem Bürgermeister, daß die Stadt von „anderer Seite" keine merkliche Unterstützung erfahren habe. Andererseits habe er sich aber, so jer Bürgermeister, mit dem Wirtschaftsministerium und der Hessischen Landesentwicklung- und Treuhandgeselischaft ins Benehmen gesetzt. „Wir werden kämpfen bis zum letzten", sagte er, und er meinte auch, die Stadt sei in der Lage, die äußeren Anforderungen, die von der Firma Black & Decker gestellt würden. zu erfüllen.
Ein geeignetes Gelände für die An- siediung in Limburg ist bereits ins Auge gefaßt und auch zum größten Teil erworben. Die Firma erwartet ein Areal von etwa 100 000 Quadratmetern. Es stehen erhebliche Millionenbeträge für die Investitionen des Werkes zur Debatte, doch wird die Gesellschaiterver-
sammiung in den USA in erster Linie einmal darüber entscheiden, ob das geplante Zweigwerk, das Erzeugnisse, wie sie auch in Idstein hergestellt werden, produzieren soll, überhaupt in der Bundesrepublik errichtet wird. Das Lohnniveau in den europäischen Ländern wird dabei eine Rolle spielen. Und dann wird beschlossen, ob Montabaur oder Limburg —so ist die Rangfolge gegenwärtig — der Standort für das Zweigwerk werden. Mayen werden weniger Chancen zugerechnet.
KREIS MACHTE ANGEBOTE
Die Kreisverwaltung teilte zu der Industrieansiedlung mit, sie habe von den Plänen des Unternehmens Kenntnis genommen und deshalb acht Standorte angeboten: Limburg, Elz, Hadamar, Runkel, Merenberg, Löhnberg, Weilburg und Camberg. Die geführten Verhandlungen hätten bald erkennen lassen, daß außer Limburg kaum Chancen bestünden. Und wenn Limburg wirklich Standort des Zweigwerks werden sollte, würde das die Kreisverwaltung freuen und sie wolle auch nach Kräften dazu beitragen. Ob die in die Bemühungen gesetzten Hoffnungen in Erfüllung gehen werden, muß bis Ende des Monats oder Anfang nächsten Monats abgewartet werden.
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Land fördert Ansiediung
von B&D
Limburg (bl). — Die Hessische Landesregierung hat den Bemühungen der Stadt Limburg um eine Ansiedlung der Firma Black & Decker nicht tatenlos zugesehen, wie es aus verschiedenen Verlautbarungen geschlossen werden könne, hieß es gestern aus dem Finanzministerium in Wiesbaden. Minister Reitz sei schon frühzeitig in die Verhandlungen eingeschaltet gewesen. Wie gestern nachmittag aus Wiesbaden mitgeteilt wurde, hat mit Zustimmung von Minister Reitz inzwischen die Landesregierung der Firma Black & Decker für den Fall einer endgültigen Entscheidung zugunsten Limburgs als Standort steuerliche Erleichterungen zugesichert sowie den höchstmöglichen Zuschuß an Investitionsmitteln in Aussicht gestellt. Damit seien durch das Land Hessen alle Voraussetzungen für die Errichtung des geplanten Zweigwerks in Limburg geschaffen worden.
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