Akte 
Sitzung 24. Januar 1980
Entstehung
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Anlage 7 zur Niederschrift

Ausschnitt aus der Nassauischen Landeszeitung vom 15. Dez. 1979

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Entscheidungen werden noch vor Jahresende in den Vereinigten Staaten taüen

L i m bürg (hk). Noch in diesem Jahr wird in den USA die Entschei­dung darüber falten, ob in Limburg ein Zweigwerk der Weltfirma Black & Decker errichtet wird. Im Rennen liegen nach den Chancen zu urteilen Mon­tabaur, Limburg und die Eifelstadt Mayen. Im Rathaus wird alles darange­setzt, diese bedeutende Industrieansiedlung möglich zu machen. Das sagte gestern Bürgermeister Kohlmaier bei einer Pressekonferenz, in der er Einzel­heiten über die Entwicklung darlegte. Danach laufen die Verhandlungen seit Anfang September. In drei Spitzengesprächen, davon fand das letzte vor­gestern statt, sind die Vorteile erörtert worden, die Limburg als Industrie- Standort anzubieten habe. Diese Vorverhandlungen sind nunmehr abgeschlos­sen, und gestern hat sich der Magistrat sowie der Ausschuß für Stadtentwick­lung, Wirtschaft und Verkehr in einer Sondersitzung mit der Situation befaßt.

Und diese sieht nach den Angaben des Bürgermeisters folgendermaßen aus: Für Limburg wäre die Ansiedlung die­ses Betriebes, der die Produktion ver­mutlich zunächst mit 200 bis 250 Ar­beitskräften aufnehmen und diese Zahl dann bis über 600 steigern würde, ein wesentlicher Vorteil. Was möglich ist, soll von seiten der Stadt an Industrie­förderung angeboten werden. Die Stadt Montabaur hat nach des Bürgermeisters Angaben gegenüber Limburg den Vor­teil, ein umfangreicheres Arbeitskräfte­potential anbieten zu können. Darüber hinaus bestünden bei der Konzernlei­tung die Bedenken, ein Zweigwerk in Limburg könne Arbeitskräften aus dem Werk in Idstein, wo rund 1100 Men­schen beschäftigt sind, abziehen, zumal Bewohner des Kreises Limburg in Id­stein tätig sind.

Ein weiterer Vorteil für den Standort Montabaur, so sieht es der Bürgermei­ster, ist die Tatsache, daß die Landesre­

gierung der Stadt Montabaur erheblich den Rücken stärkt und Minister sich in die Verhandlungen eingeschaltet haben. Bedauert wurde von dem Bürgermei­ster, daß die Stadt vonanderer Seite" keine merkliche Unterstützung erfahren habe. Andererseits habe er sich aber, so jer Bürgermeister, mit dem Wirtschafts­ministerium und der Hessischen Landes­entwicklung- und Treuhandgeselischaft ins Benehmen gesetzt.Wir werden kämpfen bis zum letzten", sagte er, und er meinte auch, die Stadt sei in der La­ge, die äußeren Anforderungen, die von der Firma Black & Decker gestellt wür­den. zu erfüllen.

Ein geeignetes Gelände für die An- siediung in Limburg ist bereits ins Auge gefaßt und auch zum größten Teil er­worben. Die Firma erwartet ein Areal von etwa 100 000 Quadratmetern. Es stehen erhebliche Millionenbeträge für die Investitionen des Werkes zur De­batte, doch wird die Gesellschaiterver-

sammiung in den USA in erster Linie einmal darüber entscheiden, ob das ge­plante Zweigwerk, das Erzeugnisse, wie sie auch in Idstein hergestellt werden, produzieren soll, überhaupt in der Bun­desrepublik errichtet wird. Das Lohn­niveau in den europäischen Ländern wird dabei eine Rolle spielen. Und dann wird beschlossen, ob Montabaur oder Limburgso ist die Rangfolge gegen­wärtig der Standort für das Zweig­werk werden. Mayen werden weniger Chancen zugerechnet.

KREIS MACHTE ANGEBOTE

Die Kreisverwaltung teilte zu der In­dustrieansiedlung mit, sie habe von den Plänen des Unternehmens Kenntnis ge­nommen und deshalb acht Standorte an­geboten: Limburg, Elz, Hadamar, Run­kel, Merenberg, Löhnberg, Weilburg und Camberg. Die geführten Verhandlungen hätten bald erkennen lassen, daß außer Limburg kaum Chancen bestünden. Und wenn Limburg wirklich Standort des Zweigwerks werden sollte, würde das die Kreisverwaltung freuen und sie wolle auch nach Kräften dazu beitra­gen. Ob die in die Bemühungen gesetz­ten Hoffnungen in Erfüllung gehen wer­den, muß bis Ende des Monats oder An­fang nächsten Monats abgewartet wer­den.

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Land fördert Ansiediung

von B&D

Limburg (bl). Die Hessische Landesregierung hat den Bemü­hungen der Stadt Limburg um eine Ansiedlung der Firma Black & Decker nicht tatenlos zugese­hen, wie es aus verschiedenen Ver­lautbarungen geschlossen werden könne, hieß es gestern aus dem Finanzministerium in Wiesbaden. Minister Reitz sei schon frühzeitig in die Verhandlungen eingeschal­tet gewesen. Wie gestern nachmit­tag aus Wiesbaden mitgeteilt wur­de, hat mit Zustimmung von Mi­nister Reitz inzwischen die Lan­desregierung der Firma Black & Decker für den Fall einer endgül­tigen Entscheidung zugunsten Limburgs als Standort steuerliche Erleichterungen zugesichert sowie den höchstmöglichen Zuschuß an Investitionsmitteln in Aussicht ge­stellt. Damit seien durch das Land Hessen alle Voraussetzungen für die Errichtung des geplanten Zweigwerks in Limburg geschaf­fen worden.

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