Akte 
Sitzung 04. Februar 1960
Entstehung
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Der Bürgermeister gibt dem Stadtrat einen eingehenden Bericht über die Schwierigkeiten mit der Schulverwaltung der Volksschule, die erstmals aufgetreten sind, als in der alten Küche ein Kochlehr­gang von der Kevag durchgeführt werden sollte. Dieser Kochkurs sollte im Rahmen des Volksbildungswerkes laufen. Der Rektor der Volksschule gab zur Kenntnis, daß er seine Bedenken anmelde, aber wenn der Bürgermeister es anordne,könne er nichts dagegen machen.

Der Rektor teilte dann der Verwaltung noch schriftlich mit, daß die Schulleitung nicht dafür seian, daß die Räume der Schule für solche Zwecke Verwendung finden. Eine Durchschrift dieses Brie­fes ging an die Schulaufsichtsbehörde. Von dort wurde die Angelegen­heit weitergereicht an Medizinalrat Dr. Blaufuß. Dieser meldete dann bei Toilettenbenutzung von Erwachsenen und Kindern seine Be­denken aus hygienischen Gründen an wegen Seuchengefahr.

So wie die Angelegenheit der Küchenbenutzung auf Schwierigkeiten gestoßen ist, mußte ja auch daran gedacht werden, daß die Benut­zung der Fe^thalle, die sehr aufwendig und das nur im Hinblick darauf, daß^für kulturelle Veranstaltungen verwandt werden soll, spä-, ter auf Schwierigkeiten stoße. Herr Rektor Kespe äu=erte sich hier dahingehend, daß man darüber noch sprechen müsse.

Der Bürgermeister gab weiter bekannt, daß er mit den Herren Archi­tekten und auch sonst sich erkundigt habe und daß andererorts, so in ^iez, Räume der Schule und die Festhalle der Allgemeinheit für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Um alle Schwierig­keiten von vorneherein aus dem Wege zu räumen ist es möglich, die Toilettenfrage noch anders zu klären und für die Erwachsenen die Toiletten im Neubau zur Verfügung zu halten. Ebenso kann der ganze untere Stock des Erweiterungsbaues zur Zeit noch von Schulräumen freigemacht werden, so daß diese Räume im Bedarfsfälle für Zwecke des Volksbiidungswerkes oder sonst verwandt werden können.

Damit ist dann nur erreicht, daß die Verwaltung die Festhalle und Räume der Schule außerhalb der Schulzeit nach Erfordernis gebrau­chen kann ohne auf Schwierigkeiten zu stoßen. Selbstverständlich ste-^ [(' j hen diese Räume jederzeit in erster Linie der Schule zur Verfügung. j! :^j Nach dem Volksschuigesetz ist der Bürgermeister Hausherr der Schule.

Stadtrat Witte nimmt zu den Ausführungen des Bürgermeisters dahin- ^ 5 . 3 .

gehend Steilung, daß man die Elternschaft in Form des Elternbei- i960

rates und Schulausschusses zu dieser Angelegenheit hören solle. __^

Im übrigen müsse man sich in Kürze mit der Schulleitung und Schul- 51

aufSichtsbehörde zusammensetzen und die Angelegenheit klären. Hierbei j

müsse die Schulaufsichtsbehörde eine klare Erklärung abgeben, daß sie der Benutzung der Festhalle und sonstigen Räume außerhalb der Schulzeit zustimme. Es ist auf keinen Fall zu vertreten, daß die Festhalle, die mit so großem Aufwanu erstellt wurde, nur schuli­schen Zwecken zur Verfügung steht.

Beigeordneter Pehl bringt zum Ausdruck, daß er der Hoffnung sei, daß eine Aussprache ein positives Ergebnis bringen werde.

Die einzelnen Fraktionen versichern dem Bürgermeister noch einmal, daß sie einmütig hinter ihm stehen und seinen Standpunkt teilen.

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1960

Der Bürgermeister schließt um 20,40 Uhr die Stadtratssitzung.