den 10. Oktober 1954 eine Kommission des Volksbundes Deutscher Kriegsgraberfürsorge sich vom Stand der Arbeiten des neuen Ehren-
festgestellt hat, daß der Ehrenhain "Westerwald. m Montabaur am meisten in Rückstand ist.
Der Fortgang der Arbeiten wurde durch die schlechte Witterung und Bodenverhältnisse wesentlich beeinträchtigt.
Für die Totengedenktage beider Konfessionen im November kann der Ehrenhain in seinem jetzigen Zustand nicht so liegen bleiben,erklärte Herr Bürgermeister.
Der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gibt die Zusage, den Boden sofort einebnen zu lassen. Durch die Stadt Montabaur werden die Gräber mit Fichtenreiser abgedeckt, ein Birkenkreuz errichtet und ein Waldkranz an den Totengedenktagen niedergelegt.
Der Stadtrat billigt einstimmig diese Maßnahmen.
2. ) Stand der Wildschäden im Stadtwald Montabaur.
Herr Bürgermeister gibt dem Stadtrat zur Kenntnis, daß sich der Jagdpächter Mast bei der am 9.10.54 im -Distrikt Butterborn stattgefundenen erneuten Besichtigung damit einverstanden erklärt hat, daß
a) am Montag, den 18.lo.§4 mit dem Spangolanstrich S in den Distrikten 15 u. 16 begonnen wird,
b) ca. 3,5 ha im Distrikt 15 von ihm eingegattert werden, da hier
ein Anstrich mit Spangol nicht möglich ist und dieser Teil vor weiteren Schälschäden geschützt wird. Es handelt sich um ein gutes Binstand'gebiet und muß hier das Entgegenkommen des Jagdpächters anerkannt werden. Ein anderer Jagdpächter hätte das nicht get an. ,,
Der Stadtrat nimmt von den getroffenen Maßnahmen und Vereinbarungen Kenntnis.
3. ) Stellungnahme der Stadtverwaltung zu den durch den Bund der
Heimatvertriebenen am "Tage der Heimat" am 12.9.54 gegen den Bürgermeister erhobenen Vorwürfe.
Herr Bürgermeister gibt eine eingehende Darstellung des wirklichen Sachverhalts betr. Turnhalle und Schankkonzession für den "Tag der Heimat". Er hält dieses für nötig, da er persönlich im Hauptreferat des Tages von einem auswärtigen Redner angegriffen und'die ganze Sachlage in ein falsches Licht gestellt wurde.
Herr Bürgermeister wies die Vorv-hrfe des BvD. entschieden zurück und betonte, daß die Stadt die Zusage für die Turnhalle davon abhängig gemacht habe, daß ein ortsansässiger Gastwirt die Schankkonzession erhalte. Die Verwaltung habe den.Standpunkt vertreten, daß sie es dem hiesigen Gaststättengewerbe nicht zumuten könne, - einen Auswärtigen hier zapfen zu lassen. Das widerspricht doch dem einfachen und gesunden Menschenverstand.
Es sei sogar versucht worden, über den Innenminister Dr. Zimmer Druck auszuüben, aber der Herr Innenminister habe sofort nach Darlegung der Verhältnisse das Verhalten der Verwaltung als richtig eingesehen. Im übrigen werde die Stadt auch weiterhin die guten Beziehungen zu den Heimatvertriebenen wie bisher pflegen, unbeachtet dieses Vorkommnisses.
Die Sprecher aller Fraktionen sind sich darin einig, daß Herr Bürgermeister Kraulich seine Pflicht im Interesse der ^tadt voll
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