Akte 
Sitzung 30. März 1954
Entstehung
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Beigeordneter Fehl macht sich zum Sprecher aller Fraktionen und versichert Herrn Gaul, daß der gesamte Stadtrat zu ihm und sei­nen Arbeiten volles Vertrauen hat.

Einstimmig genehmigt der Stadtrat, daß der Auftrag für die Durch­führung der Bohrungen für die Anlage eines Tiefenbrunnens der Firma Kuhn in Inheiden erteilt wird. Mit den Arbeiten soll so­fort begonnen werden.

Herr Dipl.Ingenieur Gaul dankt dem Stadtrat nochmals für das in ihn gesetzte Vertrauen und daß ihm die Möglichkeit gegeben wur- hier vor dem Stadtrat seine Ausführungen darzulegen.

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Gegen 18,25 Uhr verläßt Herr Gaul die Sitzung.

Anschließend bittet Herr Bürgermeister den Stadtrat, im neuen Rechnungsjahr sehr vorsichtig bezüglich der städt. Finanzen zu sein. Die Ansprüche der Bürgerschaft müssen in diesem Jahre sehr bescheiden gehalten werden. Der städt. Etat wird in diesem Jahre mit ca. 1 Million DM abschließen. Wasserwerk, Kreisumlage, per­sönliche Ausgaben usw. werden einen großen Teil des Etats in An­spruch nehmen. Auf der anderen Seite ist auch die Kreditaufnahme der Stadt nicht unbegrenzt. Das' Wasserwerk kann die Verschuldung erst in Jahrzehnten'herauswirtschaften. Da die im Etat in Eingang gestellten Gelder nicht gerade greifbar sind, wird die Stadt des

öfteren

geswungen

Herr Dür rates, in

sein, Überbrückungsdarlehen aufzunehmen.

bittet daher die Damen und Herren des Stadt- diesen Fragen um ihre volle Unterstützung.

rgermeister

all

Funkt 2 Verschiedene;

Brief an die Westerwälder Zeitung, veröffentlicht in der Ausgabe vom 27. 3. 1954, betr. Stacheldraht an den Judenfriedhof.

Herr Bürgermeister weist den Artikel, der von braunen Erinne­rungen spricht, sehr scharf zurück. Die Stadt hat bisher alles getan, was zur Erhaltung des Judenfriedhofes notwendig ist.

Seit 1945 wurden rund 1.000, DM aufgewandt.

Von seiten der ehemaligen jüdischen Mitbürger wurden bisher nur Versprechungen gemacht, von denen keine in die Tat umgesetzt wurden. Wenn man von Stacheldraht spricht, so muß bemerkt werden­

daß

nen

auch um Stellen

den städt. Friedhof zu seinem Schutze an verschiede-

Stacheldraht gezogen

des Artikels

icheinlich noch

wurde. Das dürfte der nicht gesehen haben.

Schreiber

Der erhalten

städt. Friedhof wird durch Mitheranziehung der

Bürge:

und ist in der Friedhofssatzung festgelegt, daß

'sciiaf t jedes

Grab eingeebnet wird, das nicht gepflegt wird.

Hätte man nach dieser Satzung auf dem jüdischen Friedhof ver­fahren, hätte man schon längst den gesamten Friedhof einebnen müssen. Es kann von der Stadt Montabaur nicht verlangt werden, daß sie für alle Zeiten den jüdischen Friedhof unterhält. An erster Stelle müssen die ehemaligen jüdischen Mitbürger usw. selbst hierfür sorgen.

Funkt 2 Verschiedenes.

Endgültige Genehmigung des Ehrenhains "Westerwald" durch das

Bundesministerium.

Der Stadtrat nimmt davon Kenntnis, daß laut fernmündlicher Mit­teilung der Bezirksregierung das Bundesministerium die Anlage des Ehrenhains "Westerwald" mit einem Kostenaufwand von 117.000

DM

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