Bestand 
Protokolle der Stadtverordneten-Versammlung 1919-1928
Entstehung
Einzelbild herunterladen
429
hin zu entwickeln.
Der Herr Beigeordnete Gehling ist mir kein Fremder; wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Schon mehrmals hat er, an der Spitze der Stadt stehend, deren Geschicke geleitet, was ihm ja auch die Stadtverwaltung in Ehrung anerkannt hat, daß eine Straße nach seinem Namen benannt wurde. Für das mir von Ihnen Herr Beigeordneter dargebrachte Anerbieten, mich in der ersten Zeit meines neuen Amtes unterstützen zu wollen, bin ich Ihnen sehr verbunden.
Vor allem soll Sparsamkeit der oberste Grundsatz für die Verwaltung sein. Die Ausgaben sollen auf das Allernotwendigste eingeschränkt werden. Nach Ansicht des Reichsarbeitsministers Braun soll die heutige kritische Zeit sogar bis 1929 andauern und würden die Kommu-nen so mit noch auf weite Sicht diese schweren Lasten und Mühen zu tragen haben. An mir soll es nicht liegen, der Stadt über die heutige schwere Zeit hinweg zu helfen, was ich gerade durch äußerste Sparsamkeit erreichen will.
So wollen wir denn hoffen, durch unermüdliches gegenseitiges Zusammenarbeiten die Stadt Montabaur vor dem Schwersten zu bewahren.
Daß dieser mein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehe, das wolle Gott.
Herr Beigeordneter Gehling dankt für die ihm gewidmeten warmen Worte des Herrn Stadtverordnetenvorstehers Dr. Teves, des Herrn Oberregierungsrat Bieser- und des Herrn Bürgermeister Roth und versichert, auch für die Folge fest an dem Wohl und Gedeihen der Stadt eifrigst mitzuarbeiten und Herr Bürgermeister Roth zu unterstützen.
Sodann nahm Herr Bürgermeister Roth seine erste Amtshandlung vor:

2) Vereidigung und Verpflichtung des Herrn Magistratsschöffen Feigen.
Herr Bürgermeister Roth verpflichtet und vereidigt den Herrn Magistratsschöffen Feigen. Dieser bedankt sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und verspricht, seine ganze Kraft in den Dienst der Stadt zu stellen. Herr Stadtverordnetenvorsteher begrüßt den Herrn Feigen als Nachfolger des verstorbenen Herrn Flügel, der in unermüdlichem Eifer und Wohlwollen viele Jahre segensreicher Arbeit der Stadt geschenkt hat. Die Anwesenden ehren den verstorbenen Herr Flügel in üblicher Form.