54
und gab bekannt, daß seiner Ansicht nach die Finanzkommission sich mit der Forderung des Bürgermeisters einverstanden erklärt hat. Hierauf ergriff der Magistratsschöffe Herr Dr. Wentrup das Wort und sprach sich gegen eine Gehaltsregulierung des Bürgermeisters, wie sie solcher gefordert hat, aus. Unter anderm legte er dar daß man bei einem Gehalt, wie es der Bürgermeister jetzt verlange, auch einen Juristen hätte anstellen können. Weiterhin hielt er eine jetzige Regelung für unzweckmäßig, weil nach dem Entwurf der neuen Städteordnung in den nächsten Monaten eine Neuwahl der Bürgermeister stattfindet und es fraglich ist, ob Herr Bürgermeister wiedergewählt wird. Alsdann beantragt der Stadtverordnete Herr Dr. Marx die Vertagung der Gehaltsregelung bis zur Beendigung des gegen Herrn Bürgermeister schwebenden Disziplinarverfahrens. Herr Bürgermeister erwiderte hinzu, daß man ihm also zumute, billiger zu arbeiten als seine Angestellten und stellte ferner die Frage, ob er von der Stadtverordnetenversammlung die Bezahlung für seine Arbeit und Verantwortung oder aber ein Trinkgeld oder ein Almosen verlangt habe. In geheimer Abstimmung beschloß sodann die Versammlung, mit 15 gegen 2 Stimmen, dem Antrag des Herrn Dr. Marx stattzugeben.
XI. Mitteilungen
Herr Bürgermeister Reis teilt mit daß die Kreistagswahl am 18. Januar 1920 stattfindet. Die Stadt Montabaur hat 2 Abgeordnete zu wählen. Wahlberechtigt sind nur die Stadtver -
XI. Mitteilungen
Herr Bürgermeister Reis teilt mit daß die Kreistagswahl am 18. Januar 1920 stattfindet. Die Stadt Montabaur hat 2 Abgeordnete zu wählen. Wahlberechtigt sind nur die Stadtver -

